Bietigheim-Bissingen Speed-Dating für berufliche Zukunft

Speed-Dating für Ausbildungsberufe im Bietigheimer Kronenzentrum: Schüler und Firmen nutzten die Gelegenheit zum persönlichen Kennenlernen.
Speed-Dating für Ausbildungsberufe im Bietigheimer Kronenzentrum: Schüler und Firmen nutzten die Gelegenheit zum persönlichen Kennenlernen. © Foto: Martin Kalb
Bietigheim-Bissingen / Yasina Hipp 14.02.2019

Viele Ausbildungsstellen können nicht besetzt werden, die Unternehmen sind ständig auf der Suche nach Nachwuchskräften“, so Martin Scheel, Chef der Agentur für Arbeit Ludwigsburg. Er weiß um die kritische Situation auf dem Ausbildungsmarkt. Deswegen sieht er die Veranstaltung des „Speed-Datings“, wie die Veranstaltung am Dienstag im Bietigheim-Bissinger Kronenzentrum hieß, als sehr gewinnbringend an: „Die Bewerber können hier auf Augenhöhe auf die Unternehmen treffen, und man weiß gleich ob es passt oder nicht. Somit können sowohl die jungen Menschen als auch die Firmen ihren Vorteil ziehen.“

40 Firmen zu Gast

Zum neunten Mal hatte die Agentur für Arbeit zum Speed-Dating geladen, nach Beginn dem Beginn füllte sich der Kronensaal im Bietigheimer Kronenzentrum stetig. Martin Scheel und Ausstellungsleiter Johannes Seiler erwarteten rund 400 bis 500 junge und interessierte Menschen. Rund 40 Firmen waren zu Gast. Diese waren nach Branchen aufgeteilt, im kleinen Saal waren Hotel- und Gaststättenbetriebe, wie das Schlosshotel Monrepos, und Betriebe aus dem Einzelhandel, wie die Deichmann SE, angesiedelt. Im großen Saal befanden sich technische und soziale Berufe, wie Dachser oder die Seniorenstift Ludwigsburg GmbH. „Die Jugendlichen sollen sich einfach zurechtfinden und dann auf die Firmen zugehen, die sie interessieren“, so Johannes Seiler.

Im Foyer bot die Agentur für Arbeit Extra-Angebote wie ein Bewerbungsmappen-Check und Tipps für das Vorstellungsgespräch. Sigrid Martius-Hanner, von der Agentur für Arbeit, ist schon viele Jahre dabei und kümmerte sich um die Bewerbungsmappen. „Es ist ganz unterschiedlich, manche jungen Leute sind gut vorbereitet und andere eher weniger“, so Martius-Hanner. „Ich finde, alle sollten sich ins Zeug legen, denn hier hat man sehr gute Chancen, mit einem möglichen zukünftigen Arbeitgeber ins Gespräch zu kommen.“

Der 18-jährige Christopher Katikos aus Pleidelsheim, hat sich viel Mühe im Voraus gemacht. Für das richtige Auftreten hat er sich ein Hemd angezogen und seinen Lebenslauf mehrfach ausgedruckt und in Mappen gesteckt. „Ich habe letztes Jahr mein Abi gemacht und bin jetzt auf der Suche nach einer Ausbildung. Ich möchte in die kaufmännische Richtung gehen“, so Katikos.

Am Speed-Dating gefällt ihm vor allem die ruhige und entspannte Atmosphäre und der persönliche Kontakt. „Meine Noten, vor allem in Mathe, sind nicht so gut, und online würde meine Bewerbung gleich aussortiert werden“, meinte der 18-jährgie, „hier habe ich die Chance, mich den Unternehmen auch unabhängig von meinen Noten vorzustellen.“ Nach einigen Gesprächen mit unterschiedlichen Unternehmen war er optimistisch gestimmt: „Ich habe viel positive Rückmeldung bekommen, jetzt bin ich mal gespannt, was auf mich zukommt.“

Im Laufe der Zeit, bildeten sich vor den Tischen der  Firmen teilweise schon Schlangen. Mehrere Bewerber warteten auf eine Möglichkeit sich vorzustellen. Anette Philipp von der a.i.m. GmbH stellte ein breites Spektrum innerhalb der jungen Leute fest: „Manche sind sehr interessiert und haben sich auch schon über uns informiert und bei manchen merkt man auch, dass sie sich kaum vorbereitet haben.“

Die häufigsten Fragen werden deswegen zum Unternehmen und der Ausbildung allgemein gestellt. Wenn die Chemie stimmt, gibt Anette Philipp den Bewerbern einen Flyer mit Kontaktdaten, an die dann der Lebenslauf inklusive weitere Unterlagen geschickt werden können. Wenig später kommt es dann zu einer Einladung oder auch Absage von a.i.m. „Man kann hier in schneller Zeit viele potenzielle Auszubildende kennenlernen, das gefällt mir gut“, sagte  Philipp.

Bewerbungsmappen dabei

Chantal Götz und Lea Melder hatten auch ihre Bewerbungsmappen zur Abgabe bereit gemacht. Die beiden 15-jährigen Schülerinnen von den Realschulen Sachsenheim und Besigheim interessierten sich sowohl für den kaufmännischen als auch den sozialen Bereich. „Das Gute hier ist, dass man auch auf Berufe und Unternehmen stößt, auf die man von allein niemals gekommen wäre“, so Chantal Götz. Beide machen ihren Abschluss im Sommer und wollten beim Speed-Dating erste Kontakte in die Arbeitswelt knüpfen. Bis 16 Uhr bot sich sowohl den Jugendlichen, als auch den Firmen sich kennenzulernen.

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