Uwe Mollenkopf und Rena Weiss

Ewald Wildermuth und Dr. Wolfgang Pfeiffer von der CDU, Volker Müller und Prof. Dr. Heinrich Heyes von der SPD, Barbara Weintke-Piontkowski von der GAL – so manches vertraute Gesicht wird auf den Wahlzetteln zur Gemeinderatswahl am 26. Mai in Bietigheim-Bissingen nicht mehr zu finden sein. Einige andere überlegen noch. Wer stattdessen antritt, hat bisher aber nur die CDU bekanntgegeben. Doch auch die anderen Parteien befinden sich auf der Zielgeraden.

Die CDU (derzeit 10 von 32 Sitzen) hat ihre Kandidaten vor einer Woche nominiert. „Es war dieses Jahr aufwendiger, gute und qualifizierte Kandidaten zu finden“, sagt Kai Hofmann, Vorsitzender des CDU-Stadtverbands. Als Grund nannte er unter anderem, dass viele Politikinteressierte bereits in anderen Organisationen und Vereinen tätig seien. Deswegen habe die CDU bereits vor einem Dreivierteljahr Arbeitskreise zur Kandidatenfindung gegründet. „Wir haben sicherlich mehr als 100 Gespräche mit potenziellen Kandidaten geführt.“ Ziel sei es gewesen, das gesamte Altersspektrum abzudecken, jeden Beruf, jeden Stadtteil, und auch eine gleichmäßige Verteilung von Männern und Frauen hinzubekommen. Letzteres sei indes nicht gelungen. „Was für uns stark im Fokus stand, ist, dass wir jüngere Kandidaten haben“, sagt Hofmann. Thematisch befasst sich die CDU schwerpunktmäßig mit Wohnen, Verkehr und Sport.

„Wir sind auf den letzten Metern“, erklärt Thomas Reusch-Frey zur Kandidatensuche bei der SPD (aktuell 8 Sitze). Noch seien nicht alle der 32 Listenplätze belegt, man befinde sich aber im Zeitplan. Die Nominierungsversammlung ist am 15. März. Ziel sei es, mit einer Liste anzutreten, die das ganze Spektrum der Bevölkerung in der Stadt abbilde. Ein besonderes Augenmerk richte sich auf junge Kandidaten, auf ein möglichst ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männer. „Wichtig sind für uns Menschen, die einen Migrationshintergrund haben, und diejenigen, die hier tief verwurzelt sind“, so Reusch-Frey. Wie berichtet, hören Volker Müller und Prof. Dr. Heinrich Heyes auf, möglicherweise auch Kai Emmert. Zur Kandidatensuche meint Reusch-Frey, die Politik übe zurzeit keine Anziehungskraft aus. Die berufliche Belastung komme als Hinderungsgrund hinzu – manchmal auch die familiären Aufgaben bei Erziehung und Pflege. Wichtig sind der SPD die Themen gebührenfreier Kita-Besuch, bezahlbarer Wohnraum, nachhaltige Mobilität und zukunftsfähige Arbeitsplätze.

Die 32-köpfige Liste der Freien Wähler (aktuell 7 Sitze) ist nach den Worten von Stefan Muck, dem Vorsitzenden des Ortsverbands, „im Prinzip voll“. Am 27. Februar findet die Nominierungsveranstaltung statt. Was Veränderungen anbelangt, so haben die Freien Wähler einen „Aderlass“ bereits hinter sich: Während der Ratsperiode hörten Steffen Merkle und Ingrid Zeller auf. Auch Karin Wittig wird nicht mehr in den Reihen der FW zu finden sein: Sie tritt jetzt für die CDU an. Die Kandidatensuche sei nicht schwieriger gewesen als sonst, lautet die Einschätzung von Muck. Einige hätten sich sogar selbst gemeldet. Die Liste sei eine Mischung aus alten und jungen Mitgliedern. Mit Renate Wendt wird eine prominente Vertreterin der Senioren antreten. Man habe darauf geschaut, dass alle Stadtteile vertreten sind, so Muck. Auch das Ziel, mehr Frauen als Kandidaten zu gewinnen, habe hingehauen, wenn das Verhältnis auch nicht 50:50 sei. Hauptthemen für den Wahlkampf seien die Schaffung bezahlbaren Wohnraums und Verkehrsfragen, aber auch Kita- und Sportstättenbau.

Die GAL, die derzeit fünf Räte stellt, hat ihre Liste fertig, wie Traute Theurer, die Fraktionsvorsitzende, mitteilt. Nominierungsveranstaltung sei planmäßig am kommenden Dienstag. Alle 32 Plätze seien besetzt. Die GAL habe schon im September mit der Suche begonnen, so Theurer, und auch erste Zusagen erhalten. Das motiviere sehr. „Natürlich bekommt man zwischendurch auch Absagen auf Anfragen, aber das ist ganz normal.“ Ziel war, „ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern bei der Platzverteilung“. Es gebe viele junge und neue Gesichter auf der Liste, so die GAL-Sprecherin. Nicht mehr kandidieren wird Barbara Weintke-Piontkowski. Sie höre auf eigenen Wunsch auf. Welche Themen im Mittelpunkt stehen, werde erst nach der Nominierungsveranstaltung festgelegt, so Traute Theurer.

Mehrle überlegt noch

Die FDP (2 Sitze) hat bereits seit einem halben Jahr den 8. März als Termin für die Nominierung festgelegt. Die 32-köpfige Liste sei schon fertig gewesen, berichtet Ortsverbandsvorsitzender Elmar Schwager, es gab „aber zwei kurzfristige Absagen, und wir müssen nachjustieren“. Wie bereits berichtet, tritt Götz Noller als Spitzenkandidat an. Dr. Georg Mehrle behalte sich die Entscheidung bis zum 8. März vor. Was die Suche anbelangt, falle auf, „dass die Bürger sehr viel für das eigene Interesse tun, aber wenig für das Gemeinwohl. Gerade Kandidaten, die gut zu uns passen würden, müssen uns aufgrund beruflicher Einspannung absagen, zum Beispiel Handwerker und Selbstständige“, bedauert Schwager. In den Mittelpunkt des Wahlkampfs wolle die FDP die Haushaltsstabilität stellen, zudem gehe es unter anderem um bezahlbaren Wohnraum, Verkehrsfragen und Gewerbeansiedlung. Der Wunsch, die FDP jünger und weiblicher zu machen, sei erfüllt worden, wenn auch nicht in vollem Umfang, so die Fraktion.