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Bietigheim-Bissingen / Susanne Yvette Walter  Uhr

Schwimmen ist Dreh- und Angelpunkt ihres Interesses und das schon ihr Leben lang: Renate Vogel, in Sachsen geboren, ist ehemalige Olympia-Medaillengewinnerin (1972) im Schwimmen und unterrichtete jahrelang Kinder und Jugendliche. Ihre Kolleginnen aus DDR-Zeit, ebenfalls Schwimmerinnen von Weltformat, hat die Inhaberin eines Bademodengeschäfts jetzt nach Bietigheim eingeladen zum Plaudern über alte Zeiten. Sie kennen sich aus der Jugendnationalmannschaft der DDR.

Renate Vogel lebt seit 1979 in Bietigheim. Sie ist in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) geboren und aufgewachsen. Dort hat sie auch ihre Faszination für das Schwimmen entdeckt. Sie begann schon als Kind in den Hochleistungssport einzusteigen. Später in Bietigheim war Renate Vogel Trainerin der Leistungsgruppe im Schwimmverein Bietigheim. Sie half, sehr erfolgreiche Schwimmer auf den Weg zu bringen. „Wir sind in der Bundesliga geschwommen und hatten Schwimmerinnen in der Nationalmannschaft. Die habe ich ebenfalls betreut“, erzählt sie.

Gerne denkt Renate Vogel an ihre aktive Zeit als Assistenztrainerin der bundesdeutschen Nationalmannschaft zurück, von 1982 bis 1990. „Damals habe ich die Nationalmannschaft betreut und wir haben gemeinsam die Weltmeisterschaft 1984 erlebt“, weiß sie noch genau. Der bekannte Schwimmer Michael Groß ging ebenfalls durch ihre Hände. „Wir hatten in Bietigheim-Bissingen sehr gute Schwimmer, Susanne Schuster zum Beispiel.“ Sie war 1984 in Los Angeles bei den Olympischen Spielen und hat eine Medaille geholt. „Eberhard Bezner von Olymp war damals der Vorstand vom Schwimmverein Bietigheim. Sein Sohn Marc und Tochter Birgit Bezner waren in der Trainingsgruppe. Wir sind alle in der Bundesliga geschwommen“, plaudert sie aus dem Nähkästchen.

Wer einmal so weit miteinander gegangen ist, der verliert sich wohl nicht mehr aus den Augen. „Wir Schwimmer aus der DDR treffen uns, haben seit vielen Jahren guten Kontakt. Einmal im Jahr treffen wir uns in der Heimatstadt einer Schwimmerkollegin. Diesmal ist Bietigheim an der Reihe. Ich bin die Einzige, die in Baden Württemberg lebt“, erklärt Renate Vogel. Gemeinsam bestaunten die Schwimmerinnen dieses Mal das Ludwigsburger Schloss und besuchten Best of Music. „Wir waren jahrelang im gleichen Kader, das verbindet“, lässt Vogel wissen.

Die Schwimmkameradinnen von Renate Vogel kommen aus Dresden, Leipzig oder wie sie selbst aus Chemnitz. „Wir haben Zahnärztinnen und Psychologinnen dabei. Jede hat einen anderen Beruf erlernt. Ich habe mein Geschäft in Bietigheim eröffnet“, erzählt sie. Alle reden gerne über die alten Zeiten und wie sich der Hochleistungssport verändert hat. Sternstunden, wie bei Olympischen Spielen erfolgreich zu sein, hatten fast alle neun, die gekommen sind. „Wir kommen zusammen auf neun Olympiamedaillen bei drei Olympischen Spielen, auf zweimal Gold, sechsmal Silber und eine Bronzemedaille.“ Der Stellenwert einer Medaille bleibe über die Jahrzehnte bestehen, und man denke gerne zurück an die erfolgreichen Tage in München 1972, Montreal 1976 und Moskau 1980.

Zu Besuch in Bietigheim bei Renate Vogel waren: Birgit Treiber aus Dresden, Petra Thümer aus Chemnitz, Elke Sehmisch aus Leipzig, Christine Herbst aus Dresden, Angela Franke aus Magdeburg, Helga Lindner aus Chemnitz, Evelyn Brömmel und Doris Dzialaf aus Leipzig.