Bietigheim-Bissingen Schwierige Projekte

Bietigheim-Bissingen / JULIA SCHWEIZER 31.12.2015
2015 prägen einige große Projekte die Arbeit von Stadtverwaltung und Gemeinderat. Diese sollten eigentlich schon auf dem Weg sein. Doch das gilt nur für die ersten Schritte hin zu einer Bioanlage.

Oft wird in der Stadt der "Bietigheimer Weg" beschworen, die gute Zusammenarbeit von Gemeinderat und Verwaltung. Doch im Jahr 2015 gehen gerade große Projekte nicht einfach so durch das Gremium.

Erstes Beispiel ist die Ballsporthalle. Lange ist über das geplante Gebäude für den Profisport mit 2500 Plätzen diskutiert worden, favorisiert vor allem von CDU und Freien Wählern. Die Verwaltung will das Projekt vor der Sommerpause eigentlich beerdigen. Denn es sei nicht unbedingt Aufgabe einer Stadt, komfortable Zuschauerbedingungen für den Profisport zu schaffen, argumentiert Oberbürgermeister Jürgen Kessing. Die Verwaltung sehe keinen finanziellen Spielraum für die Verwirklichung des zwölf bis 15 Millionen Euro teuren Projekts.

Doch stattdessen beschließt der Gemeinderat mit 18 zu elf Stimmen ein Moratorium: Für drei Jahre soll das Baufeld nördlich der EgeTrans-Arena für einen "perspektivischen Ersatz der Halle am Viadukt freigehalten" werden. Auch die in der Vorlage genannte Trainingshalle steht wieder zur Diskussion.

Vor der Sommerpause will die Verwaltung zudem dem Standort Waldhof für die geplante Biogutvergärungsanlage zustimmen lassen, an der sich auch die Stadtwerke beteiligen. Doch unter den Stadträten gibt es erheblichen Widerstand: Viele fürchten die Zunahme des Verkehrs, wenn Lastwagen Biomüll aus dem südlichen Teil des Landkreises anliefern, die Zerstörung der Umwelt und mögliche Folgen für Landwirte, aber auch finanzielle Risiken für die Stadtwerke. Im August gründet sich auch eine Bürgerinitiative gegen den Standort. Das Betreiberkonsortium macht im September einen erneuten Suchlauf und bringt den zuvor eigentlich schon ausgeschlossenen stillgelegten Steinbruch Fink ins Gespräch, der mit technischen Mitteln doch möglich sein soll. Der Bürgerprotest gegen diesen Standort - zwischenzeitlich ist die vierte Initiative gegründet - ist vorerst nicht erfolgreich: Mehrheitlich stimmt der Gemeinderat im Dezember für den Steinbruch als Standort, die Voruntersuchungen beginnen.

Mehr als einen Anlauf unternimmt die Stadt auch bei der geplanten Erweiterung des Gewerbegebiets Laiern. Während der Partner Tamm mit großer Mehrheit zustimmt, scheitert das ursprünglich nur von Bietigheim gewollte Projekt im Gemeinderat zwei Mal, sowohl die Erweiterung um knapp 20 Hektar, als auch der Kompromiss mit nur 13 Hektar. Als Gegenargument wird vor allem der Verkehr genannt, aber ebenso die Wohnungsnot, die sich durch mehr Arbeitsplätze verschärfen würde. Tamm legt im Zweckverband Einspruch ein, die Pläne zur Erweiterung müssen 2016 nochmals in den Gremien behandelt werden.

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