Seit dem Mittelalter gilt der Marktplatz, als Mittelpunkt des Ortes. Wenig verwunderlich, da dort Waren gehandelt wurden und somit eine Lebensgrundlage geschaffen wurde. Auch heute noch ziehen Märkte in Bietigheim-Bissingen jede Menge Besucher an. Doch der Marktplatz am Rathaus hat mit dem Kronenplatz am Ku(h)riosum Konkurrenz bekommen. Das merken auch die Geschäfte die weiter oben in der Innenstadt, wie in den Marktplatz Arkaden gelegen sind, erklärt Stadtsprecherin Anette Hochmuth: „Die Geschäfte müssen kämpfen. Je weiter höher es geht, desto geringer wird die Fußgängerfrequenz.“

Innenstadt beleben

Gerade deswegen sei es so wichtig, den Marktplatz nicht als Veranstaltungsplatz aufzugeben. Konzerte, Wochenmarkt und andere Veranstaltungen sind unter anderem deswegen entstanden, weil man die Innenstadt beleben wollte, so Hochmuth – so auch die Sommerkonzerte. „Die geschützte Fläche war und ist ideal dafür.“ Zwei Jahre habe es gebraucht, bis sie sich dort etabliert haben. Zuvor fanden sie ausschließlich im Bürgergarten statt. „Wir unternehmen sehr viel, um die Innenstadt zu beleben.“ Der Marktplatz als Mitte der Innenstadt gehöre dazu. „Ein Marktplatz ist die geborene Mitte der Stadt.“ Die Stadtkirche und das Rathaus als Nachbarn zeigen dies. Zudem sei die zur Verfügung stehende Fläche für eine Stadt wie Bietigheim-Bissingen relativ groß. Doch räumt die Stadtsprecherin ein, dass durch die Parkplätze, die Fußgängerbrücke und die großen Filialen der Kronenplatz eine größere Anlaufstelle ist.

Das Idealziel bei Veranstaltungen der Stadt sei es, die Hauptstraße von Anfang bis zum Ende mit Menschen zu füllen und das gelinge beispielsweise beim Apfelfest. „Wir arbeiten sehr gut mit den Unternehmern zusammen“, sagt Hochmuth, „zudem ist es ein andauernder Prozess.“ Immer im Auge bleiben, müsse der Stadt die Erreichbarkeit, der Zustand der Gebäude, die Vielfalt der Betriebe und auch der Veranstaltungen. Hier nehme die Stadt zudem Rücksicht auf die anliegenden Anwohner. „Wir wollen es mit den Veranstaltungen nicht übertreiben.“ Den Marktplatz wieder attraktiver zu gestalten, habe der Umbau der Marktplatz Arkaden erreicht. „Das Gebäude hat die Umgebung positiv beeinflusst“, ist Hochmuth überzeugt und spricht dabei den kunstvollen Balkon an. Schon bevor er gebaut wurde, wollte ihn die Stadt in Veranstaltungen einbeziehen. Auch der Innenbereich sollte dafür genutzt werden. Mittlerweile wich die Stadt etwas davon zurück, da die Zugänge zu den Geschäften sowie Rettungswege freigehalten werden müssen. Dadurch verringert sich die Veranstaltungsfläche.

Der Vorgänger des Arkadengebäudes wurde beim Stadtbrand in den 1920er-Jahren zerstört. Der Wiederaufbau begann aber schon wenige Jahre später. Vor zehn Jahren wurde der Umbau zu einem Kaufhaus in Angriff genommen. Damals zeigte sich das Gebäude noch als kleingliedriger und verwinkelter Bau mit unterschiedlichen Geschosshöhen, die durch viele Treppen verbunden waren – kein Vergleich zu heute. Doch besonders die statischen Arbeiten erwiesen sich als äußert kompliziert. So mussten allein 800 Tonnen Fels abgebrochen und 15 000 Kubikmeter Gebäude entkernt werden. Insgesamt wurden rund 1000 Kubikmeter Beton in den Marktplatz Arkaden verbaut. Im Oktober 2011 wurde das umgebaute Gebäude eröffnet.