Die Sonne strahlt hell am Himmel und taut den noch gefrorenen Boden des Naturdenkmals „Äußere Berge“ auf. Das Denkmal liegt versteckt hinter dem Kleinsachsenheimer Wohngebiet Bleiche, befindet sich allerdings noch auf Gemarkung der Stadt Bietigheim-Bissingen. Ein schmaler Feldweg führt vorbei an einem Spielplatz zu dem bekannten weißen Dreieck mit grüner Umrandung und einem Seeadler in der Mitte. Zusätzlich steht in schwarzer Schrift „Naturdenkmal“ darauf. Darunter hängt ein weiteres Schild, das die Entwicklung des Gebiets von ehemals Weinbergen zum Trockenbiotop beschreibt.

Ein nur fußbreiter Trampelpfad führt steil den Berg durch das Denkmal hinunter ins Tal. Dort sieht man die Metter. In dem fließenden Wasser spiegeln sich die warmen Sonnenstrahlen. Im Matsch zeigen sich Spuren eines Mountainbikes, der Abhang eignet sich gut für eine abenteuerliche Fahrradtour. Auf den Trockenmauern wächst hier und da Moos. Durch die kleinräumige Gliederung durch Böschungen und Mauern sowie den offenen Flächen mit Gebüschen findet man hier eine große Vielfalt von Trockenbiotopen, schreibt die Stadt auf dem Schild.

Es ist Teil des Umwelt-Modellprojekts „Menschen und Mauern – Mauern und Menschen“, das im Januar 2019 ins Leben gerufen wurde. Getragen und finanziert wird das Projekt von der Stadt und der Umweltstiftung „NatureLife“ mit dessen Präsidenten Claus-Peter Hutter. Gepflegt und gemäht wird das Gebiet von der Stadtgärtnerei. Mit dem Denkmal wollen Stadt und Stiftung ein Zeichen setzen, „die Kulturlandschaft zu schützen und auch die Vermittlung von Wissen über dieses Kulturgut zu fördern“, erklärt Pressesprecherin Anette Hochmuth. Deshalb soll das Modellprojekt auch weiterhin tatkräftig unterstützt werden.

Hier ist man fern vom Straßenlärm: Ein Specht hämmert in der Ferne auf einem Baum und das Wasserplätschern ist deutlich zu hören. Durch die Pflanzung von Obstbäumen wie Bittenfelder, Zabergäu-Renette, Brettacher und der Birnensorte Stuttgarter Geißhirtle finden zahlreiche Tierarten Lebensraum, besonders auffällig sei eine große Zahl der Vogelarten. Die Geräuschkulisse ist dementsprechend. Dem Specht schließen sich noch weitere Vögel an. „Manchmal sind auch selten gewordene Vogelarten wie Wendehals, Neuntöter und Steinkauz zu beobachten“, heißt es auf dem Schild.

Damit auch die nachfolgenden Generationen diese Pflanzen- und Tiervielfalt erleben können, fand vergangenes Jahr ein Erlebniscamp mit Kindern statt. „Workshops zum Beispiel zur Trockenmauerpflege und Ähnliches sollen dieses Jahr folgen“, sagt Hochmuth und ergänzt: „Auf dem mehr als einen Hektar großen, teils terrassierten Hang wachsen viele seltene Pflanzen, die Licht und Luft benötigen, um sich entfalten zu können.“ Folgt man der Metter in Richtung Metterzimmern erreicht man schnell den Talweg. Hier sieht man bald wieder Spuren von Zivilisation: Strebergärten mit Liegestühlen und Basketballkorb und ein verlassener Ball auf einer Wiese.

Info In einem Schwerpunkt beschäftigt sich die BZ mit besonderen Wegen im Kreis. Durch den Bönnigheimer Wald und dessen Refugium alter Wege wandert Burkhard Böer auf Seite 14. Die Himmelsleiter schlängelt sich durch die Besigheimer Steillagen (Seite 15) und auf Seite 16 geht es auf den Totenweg in Ingersheim.