Bietigheim-Bissingen Schwarzwaldverein im Remstal: Ausblicke auf die Schurwaldhöhen

Bietigheim-Bissingen / BZ 24.04.2014
Insgesamt 43 Mitglieder und Freunde des Schwarzwaldvereines Bietigheim-Bissingen waren in der größten Rebanbaufläche des Remstals unterwegs.

Der Ausgangspunkt der jüngsten Wanderung des Schwarzwaldvereins Bietigheim-Bissingen war Schnait. Hierbei handelt es sich um einen Teilort von Weinstadt. Dort wurden die Teilnehmer vor dem alten Schulhaus, das heute ein Museum ist, auf den Ablauf der Wanderung eingestimmt.

1789 kam in diesem Haus der weltberühmte Komponist und Liedersammler Friedrich Silcher zur Welt. Nach seiner Ausbildung zum Lehrer wechselte er schon in jungen Jahren nach Tübingen, wo er 1817 an der Universität zum Musikdirektor ernannt wurde. Das von ihm gesammelte Liedgut gilt bis in die heutige Zeit als Basis älterer und auch junger Chöre. Bis heute wird der begehrte Silcher-Preis von der Stadt Weinstadt vergeben.

Über den Beutelsbach verließen die Wanderer den Weinort. Stetig aufwärts ging es durch Streuobstwiesen mit alten Baumbeständen und ersten Frühlingsblühern. So wurden zügig die angekündigten 180 Höhenmeter geschafft. Die noch kahlen Büsche und Bäume ermöglichten immer wieder Ausblicke auf die Schurwaldhöhen, die sonnenbeschienenen Rebflächen und die leicht im Dunst liegenden Dörfer und Städte im Rems-, Murr- und Neckartal. Nach der Mittagsrast am bekannten Aussichtspunkt Karlstein, der nach Herzog Carl Eugen benannt ist, wurde an das Ende eines jahrelangen Streites über die Nutzung des Waldes zwischen den Gemeinden Strümpfelbach und Endersbach erinnert. Die Ernte aus den Wäldern war nicht nur als Bau- und Brennholz begehrt, sondern auch für Vieh und Menschen überlebenswichtig. Für ein stattliches Fachwerkhaus wurden bis zu 160 Eichen und 120 Fichten benötigt.

Wenige Minuten nach Verlassen des Karlsteines tauchten schon die ersten Skulpturen im Weinberg auf. Drei Generationen der Künstlerfamilie Nuß - Großvater, Sohn und Enkel - schufen mit 39 Kunstwerken aus Bronze und Stein den Skulpturenpfad Strümpfelbach. Dort gab es für die Teilnehmer viel zu bewundern. Die Krönung des Schaffens war allerdings im Garten der Wohnhäuser der Familien zu bestaunen, wo Dutzende Werke aller Größen und Stilrichtungen aufgestellt sind.

Nach diesem Kunstgenuss waren es nur noch wenige Kilometer nach Endersbach, wo in einer Weinstube der Wandertag des Schwarzwaldvereins seinen Ausklang fand.