Bietigheim-Bissingen Schulsport am BSZ ist gesichert

BZ 29.10.2015
Seit der kurzfristigen Belegung der Sporthalle des Beruflichen Schulzentrums mit Flüchtlingen fällt der Unterricht dort aus. Nach den Herbstferien soll er aber wieder in vollem Umfang stattfinden.

Am 15. Oktober um die Mittagszeit erhielt Stefan Ranzinger, Leiter des Beruflichen Schulzentrums, die völlig überraschende Nachricht: Die Schulsporthalle muss ab sofort für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt werden. Von der kurzfristigen Beschlagnahme sind fast 1000 Schüler betroffen. Die schwierige Frage für die große berufliche Schule lautete: Wie kann Sportunterricht, der in den meisten Fällen versetzungs- und prüfungsrelevant ist, so früh wie möglich wieder erteilt werden?

Als Adhoc-Maßnahme legte die Schulleitung fest, dass der praktische Sportunterricht bis zu den nahenden Herbstferien in der kommenden Woche durch Sporttheorie, etwa Trainingslehre, und anderen Unterricht, zum Beispiel in Englisch, ersetzt wird. Parallel dazu streckte Schulleiter Ranzinger seine Fühler in alle Richtungen aus, um baldmöglichst geeignete Sportstätten zu finden.

Jetzt, nach knapp zweiwöchiger intensiver Arbeit und Gesprächen mit der Stadt und Schulleiterkollegen vergangene Woche, hat die Schule ihr Ziel erreicht: Der gesamte Sportunterricht ist gesichert. Er kann nach den Herbstferien fortgesetzt werden, und das ohne nennenswerte Einschränkungen.

Ranzinger zeigt sich sehr angetan von der großen Hilfsbereitschaft und Solidarität. Die Stadt Bietigheim-Bissingen stellt die Jahn-Sporthalle in Bissingen und die alte Schulsporthalle im Aurain zur Verfügung, das Lichtenstern-Gymnasium in Sachsenheim schafft ebenfalls Platz und die restlichen Sportstunden können im Ballkult, einem privat betriebenen Fitnesscenter in unmittelbarer Nähe der Schule, gehalten werden. Für die Eltern entstehen dabei weder für die Schülerbeförderung nach Bissingen und Sachsenheim noch für die Nutzung des Ballkults zusätzliche Kosten. Sie werden allesamt vom Landratsamt Ludwigsburg übernommen.

"Ich bin froh und allen Beteiligten für die rasche Unterstützung sehr dankbar", sagt Schulleiter Stefan Ranzinger. Er weiß von seinen Schulleiterkollegen, dass das Sportproblem nicht in allen Kommunen so gut gelöst wird wie in Bietigheim-Bissingen.