Bietigheim-Bissingen Schulpreis: Eine zündende Idee

GABRIELE SZCZEGULSKI 20.04.2016
Zum dritten Mal ist am Dienstag der Schulpreis von Bietigheimer Zeitung und Kreissparkasse Ludwigsburg an zwölf Schulprojekte im Landkreis verliehen worden. Zur Preisvergabe in der Realschule im Aurain kamen 300 Besucher.

In der altehrwürdigen Halle der Realschule im Aurain in Bietigheim-Bissingen gab es an diesem Dienstagnachmittag nur Sieger. Das betonte BZ-Chefredakteur Andreas Lukesch in seiner Moderation zur Verleihung des einzigen Schulpreises exklusiv für den Landkreis Ludwigsburg, ausgeschrieben von Bietigheimer Zeitung und Kreissparkasse Ludwigsburg.

Die zur Preisverleihung eingeladenen Schüler, Eltern, Lehrer und Projektbeteiligte wussten zwar, dass sie zu den Gewinnern gehörten, aber welche Platzierung ihr Projekt erreicht hatte, wurde erst während der Veranstaltung verraten. Und so wurde jede Platzierung mit einem Jubelschrei der Gewinner kommentiert und mit lautem Applaus der 300 Gäste, bevor die einzelnen Gruppen die Holzbühne stürmten, um für ihre Ideen ausgezeichnet zu werden.

Zum dritten Mal galt es, den mit insgesamt 10 000 Euro dotierten Schulpreis von Bietigheimer Zeitung und Kreissparkasse Ludwigsburg (KSK) zu vergeben - und zwar an "Projekte, die anders sind und zeigen, dass die Schule als Lebensraum funktioniert", sagte Lukesch. Unter den 40 Bewerbungen zum Schulpreis, so betonte Isabel Kurz, Pressesprecherin der KSK, seien fast nur besondere, ideenreiche Projekte dabei gewesen. Die Jury habe sich sehr "schwer getan". In vier Kategorien - Klassen 1 und 2, 3 und 4, 5 bis 7 sowie 8 bis zwölf/13 - wurden jeweils drei Preise zu 1200, 800 und 500 Euro vergeben. Die Juroren waren Sänger Roland Bless, Thomas Stietzel vom Staatlichen Schulamt Ludwigsburg, Isabel Kurz, Andreas Lukesch und BMX-Fahrer Maik Baier, der leider nicht an der Preisverleihung teilnehmen konnte. Ausgezeichnet wurden Projekte, die jenseits des Lehrplans in den Schulen entstanden sowie besonders originell sind - und bei denen möglichst viele Beteiligte ehrenamtlich mitgemacht haben oder noch mitmachen. Diesmal waren viele Flüchtlingsprojekte unter den Bewerbungen. Ein Grund, warum die Kreissparkasse zusätzlich einen Sonderpreis in Höhe von 500 Euro ausgelobt hatte. Er ging an das Helene-Lange-Gymnasium nach Markgröningen für das Projekt "Die kleinen Helfer".

Der Verleihung wohnten nicht nur die Juroren, Eltern und Freunde der Preisträger bei, sondern auch die Bürgermeister Joachim Kölz aus Bietigheim-Bissingen und Alexander Fleig aus Freudental, der die Grundschüler seiner Gemeinde begleitete. "Das ist Ehrensache, weil das ganze Dorf bei dem Projekt mitgemacht", sagte Fleig.

Juror Roland Bless, für den der Schulpreis "eine Herzensangelegenheit ist und eine super Sache, um Schüler zu motivieren, mehr zu machen, als nur den Stoff zu lernen", krönte den Nachmittag mit einer Uraufführung: Zum ersten Mal sang er öffentlich den Song "In einem Traum" von seiner demnächst erscheinenden zweiten Solo-CD "Sternenstaub". Der Künstler war für die Schulpreisverleihung direkt von Fotoaufnahmen für das neue Album aus den USA zurückgekommen.

Claus Stöckle, Rektor der Realschule im Aurain, freute sich, dass die Schulpreis-Verleihung in seiner Schule stattfand und auch, dass ein Projekt aus der Realschule einen Preis bekam. "Flucht und Vertreibung" heißt es und wurde gemeinsam von Schülern mit den Aktiven Senioren realisiert. "Dieser Schulpreis ist eine zündende Idee", sagte der Schulleiter. "Er fördert damit Initiativen, verantwortliches Handeln und regt zu Engagement an", so Stöckle. Jeder der zwölf Preisträger hatte genügend Zeit und Raum, sein Projekt auf der Preisverleihung zu präsentieren. Was da auf der Bühne gezeigt wurde, erstaunte in seiner Vielfalt und Breite. Von Musicaldarbietungen bis zum inklusiven Zirkusprojekt reichte das Angebot. Ausgezeichnet wurden Schulhofsäuberer, Waldgänger, Monopolyspieler, Computerspezialisten, kleine Helfer und große Theaterschauspieler.

Das Publikum konnte einen Eindruck von der vielfältigen Arbeit in den Schulen bekommen, lachte über kleine Sänger, amüsierte sich über Handpuppen, wurde aber auch ganz still bei fast bedrückenden und professionellen Auszügen aus Theaterstücken, wie bei der eindrücklichen Darbietung des Robert-Bosch-Gymnasiums Gerlingen mit dem Theaterstück "Hinterm Berg/Sous une bonne étoile" über die Nazizeit. Als ein Ausschnitt des Stücks auf der Leinwand zu sehen war, blieb es im Saal mucksmäuschenstill. Schon allein die Präsentation auf der Bühne oder der Leinwand war preiswürdig.

Lesen Sie hier mehr zu den Projekten und Stimmen von der Veranstaltung.


Zu den Auflistungen der Preisträger:
Preisträger Klassen 1 und 2
Preisträger Klassen 3 und 4
Preisträger Klassen 5 bis 7
Preisträger Klassen 8 bis 12/13
Sonderpreis