Vom Kern bis zum Bezug machen wir alles“, sagt Wolfgang Burr, der im Vertrieb des Matratzenhändlers Breckle arbeitet. Die meisten Matratzen sehen auf den ersten Blick ähnlich aus, doch das sind sie nicht. Mit Burr geht es direkt in die Stepperei, in der die Matratzenbezüge hergestellt werden. Der erste Arbeitsschritt besteht darin, ein Doppeltuch mit Füllmaterial und Schutzvlies mit einer Maschine zu steppen. Dafür sind bei Breckle drei sogenannte Vielnadelsteppmaschinen im Einsatz. Der Vorgang bei edleren Matratzen ist ähnlich, nur übernehmen dann Zwillingssteppmaschinen die Arbeit. „Die sorgen für  schönere Optik und bessere Qualität“, erklärt Burr.

Zwar sind Maschinen in einer Matratzenfabrik unabdingbar, doch auch Handarbeit spielt eine wichtige Rolle. In der Näherei des Unternehmens Breckle in Bietigheim-Bissingen sind rund 35 Frauen und ein Mann beschäftigt. Dort ist Akkordarbeit angesagt. Sie nähen täglich die Matratzenbezüge von 60 bis 70 Matratzen. Nachdem sie die Einzellaken zusammengenäht haben, muss noch ein Reißverschluss eingenäht werden. Jeder Reißverschluss bekommt einen Stempel mit einer Nummer. So kann zurückverfolgt werden, wer ihn eingenäht hat. Damit die Nähmaschinen sauber ihre Arbeit machen, müssen sie dementsprechend gepflegt werden, betont Abteilungsleiterin Elke Kroll. „Jeden Freitag machen wir die Maschinen sauber. Die Mitarbeiter arbeiten vier Stunden stehend und vier Stunden sitzend“, sagt sie. „Wir produzieren sowohl die einfache Variante des Bonellfederkerns als auch den Taschenfederkern“, sagt Burr. Erstere habe einen Hängematteneffekt und letztere eine hohe Anpassungsfähigkeit, was zu einem besseren Schlafkomfort führe, weiß er. Darum sei der Taschenfederkern auch beliebter. „Der Verbraucher begeistert sich nicht mehr für die ganz günstigen Matratzen“, beobachtet Burr.

Kleber ist babytauglich

Die Breckle-Matratzen werden entweder aus Kalt- oder Gelschaum gearbeitet. Die Schäume sind in Blöcken gelagert. „Unser Klebstoff für den Schaum ist wasserbasierend und wird als babytauglich eingestuft“, sagt Burr. Mit Konturenschneidmaschinen bekommt jeder Block seine eigene Form und Struktur. Im Northeimer Standort gebe es eine Schäumerei, wo Gel geschäumt wird.

Was letztendlich eine gute Matratze ausmacht? „Sie sollte nicht zu hart, aber auch nicht zu weich sein, und den Beckenbereich gut unterstützen. Die Schulter sollte bei Seitenschläfern einsinken“, sagt Burr.

Als Emil Breckle 1932 das Matratzenunternehmen in Benningen gründete, hatte man wohl kaum damit gerechnet, dass es irgendwann in China 22 Standorte geben würde. Auch europaweit sind die Matratzen gefragt: Dänemark, Holland, Polen, Ungarn, Italien, Tschechien sind nur ein paar Länder, in denen die Matratzen vertrieben werden. Zu den Kunden des Händlers gehören Kreuzfahrtschiffe wie Aida oder Möbelgeschäfte wie Hofmeister und Hotelketten wie Motel One. „Der Betrieb ist langsam gewachsen. In Bietigheim-Bissingen befindet sich das kleinste Werk mit 200 Mitarbeitern“, sagt Geschäftsführer Sven Reber.

Nach einem Brand im Jahr 1996 ist das Unternehmen aus Benningen nach Bietigheim-Bissingen umgezogen. Weitere Produktions-Standorte sind in Gera in Thüringen sowie im niedersächsischen Northeim.

Zwar begann die Firma Breckle mit der Herstellung vom Matratzen, doch inzwischen gehört zu ihrem Sortiment alles rund ums Schlafen, darunter Boxspring- und Polsterbetten, Kopfkissen und Decken sowie Lattenroste. „Wir bieten 1500 Matratzen-Varianten“, sagt Reber. Laut Wolfgang Burr ist eine Matratze in etwa 20 Minuten fertig.