Bietigheim-Bissingen Satter Sound für gute Sache

Den Auftakt beim Benefizkonzert zugunsten der BZ-Aktion im Kronenzentrum machte die Bigband des Albert-Einstein-Gymnasiums Böblingen.
Den Auftakt beim Benefizkonzert zugunsten der BZ-Aktion im Kronenzentrum machte die Bigband des Albert-Einstein-Gymnasiums Böblingen. © Foto: Helmut Pangerl
Bietigheim-Bissingen / MIRIAM STAUDACHER 12.05.2014
Am Muttertag spielten im Kronenzentrum drei Bigbands für einen guten Zweck. Die AEG Bigband, die MVV Bigband und die Dürr Bigband waren dem Ruf von Dieter Friedrich gefolgt und sorgten für satten Sound für einen guten Zweck.

Den Auftakt bei dem Benefizkonzert zugunsten der BZ-Aktion Menschen in Not im Kronenzentrum machte die Bigband des Albert-Einstein-Gymnasiums Böblingen. Die 1983 als eine der ersten Schülberbigbands in Baden-Württemberg gegründete Band legte gleich zu Beginn die Messlatte hoch: Unter der Leitung von Johannes Stephan spielten die Jungen und Mädchen zwischen 13 und 19 Jahren anspruchsvolle und spannende Arrangements von Chick Chorea, Sammy Nestico und anderen bekannten Jazz-Komponisten.

Kaum zu glauben, mit welcher Begeisterung sie an die Sache herangingen, kommen sie doch laut ihrem Lehrer und Bandleader Johannes Stephan in ihrem Alltag so gar nicht in Berührung mit der Musik ihrer Väter und Großväter. Doch die AEG Bigband hat sich in den über 30 Jahren ihres Bestehens zu einem über die Region Böblingen hinaus geschätzten Klangkörper entwickelt: Konzertreisen in alle Kontinente sind der Beweis für die herausragende Qualität dieser Schülerbigband, in deren Reihen mit Hennig Rathje (sax) und Maximilian Renner (git) auch zwei Mitglieder des Landesjugendjazzorchesters spielen.

Zwei Stücke des US-amerikanischen Jazzmusikers Sammy Nestico standen auch auf der Liste der MVV Bigband Vaihingen: Das vor rund 20 Jahren gegründete Ensemble besteht aus Mitgliedern des Musikvereins Vaihingen, die neben der gängigen Musikvereinsliteratur Lust auf fetzigen Bigband-Sound haben. Und den spielen die ambitionierten Laienmusiker mit viel Herzblut.

Den Schwerpunkt setzt die Band unter der Leitung des Musikers und Dirigenten Andreas Rapp auf die Musik der frühen Bigband-Größen wie Count Basie oder Benny Goodmann. Aber auch aktuelle Literatur steht auf dem Programm der MVV Big Band: "Rain Scent" ist eine Eigenkomposition des Bandleaders Andreas Rapp, eine getragene, technisch anspruchsvolle Nummer, bei der Multitalent Andreas Rapp auch das Saxofon-Solo übernahm. Ein weiteres, ausgezeichnetes Solo kam von der jungen Pianistin Sophia Oster: Ihr Klavierspiel in "Paranoid Android" der britischen Rockband Radiohead war einer der vielen Höhepunkte des Benefizkonzerts.

Nach der Pause übernahm Jürgen Bothner den Platz am Dirigentenpult: Unter seiner Leitung spielte die Dürr Bigband in bewährter Weise für eine gute Sache. Ob Glenn Miller oder Bert Kaempfert, Count Basie oder Frank Sinatra: Die Musikerinnen und Musiker der Dürr Bigband, die sich in ihrer knappen Freizeit einmal wöchentlich zum gemeinsamen Musizieren treffen, haben unüberhörbar viel Freude an der Musik dieser unvergessenen Stars und gaben die ausgefeilten Arrangements mit großer Spielfreude wider.

Auch Dürr-Pensionäre mischen in der Bigband noch kräftig mit: Dieter Friedrich, der Cheforganisator der Dürr Bigband und Initiator des Benefizkonzerts, ist zwar mittlerweile in Altersteilzeit, aber immer noch unverzichtbarer Teil der Bläserriege und übernimmt auch schon mal einen Solopart. Kein Wunder, dass BZ-Redakteur Jürgen Kunz, der für den Verlag die Grußworte überbrachte, Dieter Friedrich seinen besonderen Dank aussprach. Zuvor hatte es schon Bietigheim-Bissingens Oberbürgermeister Jürgen Kessing in seiner Rede auf den Punkt gebracht: "Dieses Benefizkonzert ist eine Win-win-Situation", von der alle Beteiligten profitieren: Die Menschen, die hier mit Freude musizieren und dabei anderen helfen, die Besucher des Konzerts und die Menschen, denen im Rahmen der BZ-Aktion Menschen in Not schnell und unbürokratisch geholfen werden kann", sagte der Schirmherr der Veranstaltung, bevor er sich wieder in die erste Reihe setzte, um ganz nah dran zu sein am satten Sound.

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