Leser-Aktiv-Sommer Roboter lassen Leser staunen

Bietigheim-Bissingen / Von Frank Ruppert 17.08.2018

Eine der bei den BZ-Lesern begehrtesten Stationen im Leser-Aktiv-Sommer ist die Dürr AG mit Sitz in Bietigheim-Bissingen. Die glücklichen 17, die an der Führung am Mittwochnachmittag teilnahmen, wurden dann auch nicht enttäuscht. Nach der Begrüßung durch Carmen Reichert von der Unternehmenskommunikation gab der Leiter der Abteilung, Günter Dielmann, zunächst einen Überblick zum Unternehmen, das einer der weltweit führenden Maschinen- und Anlagenbauer und mit 2200 Mitarbeiter in Bietigheim-Bissingen der größte Arbeitgeber vor Ort ist.

Angefangen hat alles 1895 in Bad Cannstatt als Bauflaschnerei. Über die Jahre wuchs das Unternehmen und machte sich einen Namen als Lackierexperte. Heute stellt Dürr unter anderem Roboter her, die Autos direkt am Fertigungsband lackieren. Unter der Marke Schenck bietet das Unternehmen Auswuchtanlagen an, die in verschiedensten Branchen zum Einsatz kommen. Die dritte Marke im Verbund ist Homag. Damit ist der Konzern ein weltweit führender Anbieter von Maschinen und Anlagen für die Holzbearbeitung.

Dielmann gab in seiner Präsentation auch Einblicke in die Unternehmensphilosophie und die weiteren Pläne. Er sagte, dass es erst durch die Globalisierung möglich sei, so viele Menschen in Bietigheim zu beschäftigen, weil die Vernetzung stetig enger werde und der Umsatz durch den weltweiten Absatz steige.

Wie ausgereift die Technologie bei Dürr ist, erfuhren die BZ-Leser dann ganz praktisch. Frank Schur, der Entwicklungsleiter für den Bereich Dickstoffe, empfing die Gruppe in einer Halle, in der die Roboter getestet werden. Vor allem mit PVC-artigen Materialien beschäftigt sich diese Abteilung.

Gezeigt wurde, wie ein Roboterarm in Windeseile durch eine PVC-Versiegelung dafür sorgt, dass die Karosserie, etwa eines Polos, wasserdicht wird. „Wir haben kleine Düsen mit denen wir das flüssige PVC mit 200 Bar Druck aufsprühen“, erzählte Schnur. Besonders beeindruckend dabei war, dass dies bei geschlossenen Türen funktioniert. „Wir haben einen drei Millimeter großen Spalt und unsere Düse ist 1,6 Millimeter dick, da haben wir nicht viel Spielraum“, sagte Schnur. Bevor die Düse zum Einsatz kommt, fährt der Roboterarm den Spalt erst mit Sensoren ab, auch weil auf einem Förderband nicht jedes Auto exakt an der gleichen Stelle steht.

Ein ähnliches Prinzip gibt es seit Kurzem auch für die Dachversiegelung. Zwischen 250 und 1500 Millimeter schnell bewegt sich dabei die Düse. Ein besonderer Kniff ist, dass direkt nach dem Aufsprühen das überschüssige PVC wieder abgezogen und gesammelt wird. Die BZ-Leser staunten, ob der Möglichkeiten, die der Roboter-Einsatz mit dem richtigen Know-How der Programmierer eröffnet.

Technische Möglichkeiten und Know-How dahinter beeindrucken

Lothar Makkens aus Sachsenheim hat sich schon lange auf den Besuch bei Dürr gefreut. Er war selbst 36 Jahre bei der Firma Bosch in Schwieberdingen beschäftigt. Daher rührt sein großes Interesse an der Automobilindustrie. „Ich habe schon bei vielen Autoherstellern Werksführungen mitgemacht“, sagt er. Er hatte in früheren Jahren auch schon das Glück, bei anderen Veranstaltungen des Leser-Aktiv-Sommers mitmachen zu dürfen. Der Besuch bei Dürr sei aber etwas ganz Besonderes. „Das war ein sehr informativer Nachmittag“, lautet sein Fazit. Schon bei der Präsentation zu Beginn zeigte er sich erstaunt, dass der noch recht neue Unternehmensteil Homag bereits eine so große Bedeutung habe.
Wie viele der anderen Teilnehmer nutzte er gerne die Gelegenheit den Experten Fragen zu stellen.
Bei der Führung habe ihm dann ganz besonders imponiert, welche technischen Möglichkeiten es heutzutage  gebe. „Unglaublich, was heute schon alles mit Robotern getan werden kann“, so Makkens. Dabei sei der Roboter alleine gar nichts wert, denn das ganze Know-How komme ja vom Menschen. Grundsätzlich findet es der Sachsenheimer sehr gut, dass solche Technologien hier in Deutschland möglich seien und nicht nur im fernen Ausland angewendet und erforscht werden. fr

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