Der regnerische Winter hat den Forstleuten in dieser Saison die Arbeit im Stadtwald schwer gemacht. Man habe sich auf die trockenen Perioden konzentriert, berichtete Revierförster Axel Armbruster am Dienstag im Ausschuss für Verwaltung und Finanzen. Dennoch ist der Förster mit dem Ergebnis zufrieden, die meisten Hölzer seien schon verkauft.

Das Gremium stimmte dem Nutzungs- und Kulturplan für 2018 einstimmig zu, der eine Entnahme von 1160 Festmetern Holz vorsieht. Die längerfristige Betriebsplanung für die Jahre 2017 bis 2026 war im vergangenen Juni vom Gemeinderat beschlossen worden. Armbruster rechnet in diesem Jahr mit Erlösen von 58 000 Euro aus dem Holzverkauf. Der Holzmarkt sei im Jahr 2017 weiterhin stabil und auf gutem Niveau gewesen, die Aussichten für 2018 seien somit gut, berichtete der Förster. Besonders Eichenholz ist derzeit sehr gefragt.

Eichen statt Eschen

Von diesem wird es in Zukunft im Bietigheimer Stadtwald mehr geben. Denn beim Eschentriebsterben konnte Armbruster noch keine Entwarnung geben. Die Erkrankung der Bäume sei unverändert stark. Da es außer einer Entnahme der stark befallenen Eschen noch keine alternative Behandlungsmethode gebe, müssten diese Flächen in stabilere Wälder umgewandelt werden. Das heißt, es werden neue Bäume gepflanzt, und dabei handelt es sich neben Nadelhölzern vor allem um Eichen, wie Armbruster auf Nachfrage von Eva Jahnke (CDU) erklärte.

Zum Umfang berichtete er, er gehe von einem Hektar Totalausfall durch das Eschentriebsterben pro Jahr aus. Zum Vergleich: Der Gesamtumfang des Bietigheimer Stadtwaldes beträgt 300 Hektar.

Während der diesjährige Winter durch große Nässe gekennzeichnet war, gab es im zurückliegenden Winter extreme Trockenheit. Die fehlende Bodenfeuchte habe sich insbesondere auf die im Frühjahr frisch gepflanzten Bäume ausgewirkt, aber auch bei älteren Bäumen seien vereinzelt Trockenschäden festgestellt worden, heißt es im Waldbericht.

Eine weitere Auswirkung sei der Insektenbefall von Nadelholz durch den „Kupferstecher“ und „Buchdrucker“ gewesen. Insgesamt hielt sich der Anfall von sogenanntem „Käferholz“ aber in Grenzen. Bekämpfungsmaßnahmen gegen Forstschädlinge waren 2017 nicht erforderlich. Die Populationsentwicklung des Eichenprozessionsspinners wird weiter beobachtet.

Revierförster Armbruster warf in der Sitzung auch einen Blick auf mögliche Auswirkungen der neuen Forstverwaltungsstruktur, die durch ein Kartellverfahren notwendig wird. Die 2015 eingerichtete kommunale Holzverkaufsstelle beim Landratsamt komme wahrscheinlich nicht weg, sondern werde in die neue Organisationseinheit integriert, sagte er auf Nachfrage von SPD-Fraktionschef Volker Müller. Genaueres werde man am Jahresende wissen. Mit Blick auf den Kommunalwald sei durch die Umstrukturierung ziemlich sicher, dass es höhere Kosten geben werde. Aufgrund des überschaubaren Waldanteils würden sich diese indes in Grenzen halten. Eine Sondersitzung müsse der Gemeinderat deswegen nicht einlegen.