Gericht Reumütig in die Fahrschule gegangen

Bietigheim-Bissingen / Heike Rommel 09.07.2018

Als Lkw-Fahrschüler stellte sich jetzt ein 38-jähriger Selbstständiger dem Ludwigsburger Amtsgericht vor. Dort stand er, weil er einen Kastenwagen ohne gültigen Führerschein gefahren hatte und dabei in einen Unfall verwickelt wurde. Dafür bekam er einen Strafbefehl über 1600 Euro, den der Mann vor Gericht auf 600 Euro schmälern konnte.

Seine Begegnung mit der Polizei hatte der Gerlinger am 15. März dieses Jahres um 8.46 Uhr in der Ludwigsburger Straße in Bietigheim-Bissingen. Er fuhr in einem Kastenwagen, von denen er drei bis vier Stück besitze, erzählte der Angeklagte. An jenem Tag sei er mit einem Lkw kollidiert und dieser habe den Spiegel seines Fahrzeugs kaputt gemacht. Er habe die Verfolgung aufgenommen und den Lkw-Fahrer zur Rede gestellt. Der Lkw-Fahrer habe zugegeben, dass er an dem Unfall schuld sei und sie hätten die Personalien getauscht.

Selbst die Polizei geholt

Sicherheitshalber habe er noch die Polizei verständigt. Bei der Überprüfung der Fahrzeugpapiere, so der Angeklagte, habe ein Polizist ihm erklärt, dass er das Fahrzeug nicht fahren dürfe, weil es über 3,5 Tonnen wiege. Infolgedessen habe seine Ehefrau den Klein-Lkw abholen müssen, welchen normalerweise die Ehefrau und ein Mitarbeiter führen.

Heute wisse er, dass er den etwa fünf Meter langen und rund zwei Meter breiten Zweiachser nicht fahren darf, zeigte der Angeklagte Reue. Er habe an jenem Tag nicht darauf geachtet. Er drücke nun brav in der Lkw-Fahrschule die Schulbank und die Prüfung stehe unmittelbar bevor.

Die Staatsanwältin war der Ansicht, dass der Mann sehr wohl gewusst habe, welche Fahrzeuge er fahren darf und welche nicht. Schließlich habe er ja auch die Versicherung für den Lkw bezahlt.  Der Betroffene habe seinen Verstoß gegen das Straßenverkehrsgesetz billigend in Kauf genommen und damit vorsätzlich gehandelt, stellte auch das Gericht fest.

Geld für Führerschein

Da aber der Lkw-Fahrer nun doch noch eine Fahrerlaubnis für rund 1600 Euro erwirbt und sich nicht nur geständig, sondern auch einsichtig zeigte, bekam er seine Geldstrafe in Höhe von 40 Tagessätzen zu jeweils 40 Euro im Urteil auf 20 Tagessätze zu je 30 Euro reduziert. So konnte er sich so schon mal einen Tausender für den neuen Führerschein sparen.

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