Aktion Rettung aus der Dose

Thomas Reusch-Frey, Vorstandsmitglied der Stiftung für die Diakoniestation Bietigheim-Bissingen (links), und Hans-Joachim Rast vom Lions Club Bietigheim-Bissingen möchten die SOS-Rettungsdose in den Bietigheimer Haushalten etablieren.
Thomas Reusch-Frey, Vorstandsmitglied der Stiftung für die Diakoniestation Bietigheim-Bissingen (links), und Hans-Joachim Rast vom Lions Club Bietigheim-Bissingen möchten die SOS-Rettungsdose in den Bietigheimer Haushalten etablieren. © Foto: Helmut Pangerl
Bietigheim-Bissingen / Heidi Vogelhuber 01.12.2018

Wer soll im Notfall benachrichtigt werden? Wo werden wichtige Medikamente aufbewahrt? Sind Allergien bekannt? All diese Fragen können im Notfall über Leben und Tod entscheiden. Und in eben diesen brenzligen Situationen kann Unwissen wertvolle Zeit kosten. Die Lösung möchte eine zehn Zentimeter hohe, rot-weiße Dose bieten.

„Ich fand die SOS-Dose faszinierend einfach, leicht umzusetzen und hilfreich. Alles ohne Elektronik und ohne Gebrauchsanweisung“, sagt Thomas Reusch-Frey, Vorstandsmitglied der Stiftung für die Diakoniestation Bietigheim-Bissingen. Und so funktioniert’s: Mit der SOS-Dose, die ab Samstag, 1. Dezember, in jeder Bietigheimer Apotheke erhältlich ist, wird ein Datenblatt mitgeliefert, das ausgefüllt wird.

Infos aus dem Kühlschrank

Das Info-Blatt kommt in die Dose, die einen Durchmesser von sechs Zentimeter hat. Diese wiederum wird in die Kühlschranktür gestellt. Nicht etwa, weil sie kühl bleiben muss, sondern weil auch ein Fremder sie so schnell finden kann, da ein Kühlschrank schwer zu übersehen ist. Auch in der Dose enthalten sind zwei Aufkleber, die an der Innenseite der Haustür sowie der Außenseite des Kühlschranks angebracht werden. Der Rettungsdienst kann dadurch auf einen Blick erkennen, dass alle nötigen Informationen dort gesammelt zu finden sind. Aber nicht nur für den Rettungsdienst ist die Notfalldose gedacht. Auch für Angehörige, Freunde und Bekannte sind die Informationen hilfreich.

Die Idee für die SOS-Rettungsdose hat Reusch-Frey aus seiner Tätigkeit als Leiter des „treffpunkt 50plus“, der Bildungs- und Kulturarbeit für ältere Menschen in Stuttgart, mitgebracht.

Ursprünglich stammt das Rettungsdosen-Prinzip von einem Lions-Club in Oxfordshire, Großbritannien, und wurde vom Lions-Club in Hanau 2014 für Deutschland übernommen. In Großbritannien ist die SOS-Dose als „Message in a Bottle“ (Nachricht in einer Flasche) bekannt und wird laut Angaben der Stadt Hanau dort bereits von fünf Millionen Menschen genutzt.

Reusch-Frey, der ehemalige Pfarrer der Kilianskirche in Bietigheim-Bissingen (1994 bis 2011), wüsste die Rettungsdose gerne im Kühlschrank jedes Bietigheimers, ob jung oder alt. „Es kann immer etwas passieren, in jedem Alter. Nach einem Unfall ist man durcheinander und nicht zurechnungsfähig“, so Reusch-Frey.

Die SOS-Dose ist eine gemeinsame Aktion der Stiftung für die Diakoniestation und des Lions Clubs Bietigheim-Bissingen. Sie wird auch unterstützt von der Bietigheimer Zeitung. „Wir möchten, dass diese Dosen eine große Verbreitung finden, weil wir überzeugt sind, dass schnell verfügbare Informationen lebensrettend sein können“, betonen Reusch-Frey sowie Hans-Joachim Rast vom Lions Club Bietigheim-Bissingen.

Info Erhältlich ist die Rettungsdose in allen Bietigheimer Apotheken gegen eine Spende, der Richtwert beträgt zwei Euro. Die erste Auflage umfasst 600 Exemplare.

Regelmäßig aktualisierte Infos auf dem Datenblatt

Daten zur Person: Vollständiger Name, Adresse, Telefonnummer, Krankenkasse.

Kontaktdaten des Arztes und Personen, die im Notfall benachrichtigt werden sollen.

Beschreibung derzeitiger Erkrankungen, Allergien, Unverträglichkeiten sowie der Aufbewahrungsort von Medikamenten, die derzeit eingenommen werden. Auch Hinweise auf eine Patientenverfügung oder eine Vorsorgevollmacht und deren Aufbewahrungsort.

Informationen, wer bei plötzlicher Abwesenheit von wem versorgt werden muss, zum Beispiel Haustiere. bz

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