Prozess Rauschgiftlieferungen mit dem Motorrad

Bietigheim-Bissingen/Ludwigsburg / Bernd Winckler 30.09.2017

Die umfangreichen Akten über den Drogenhandel im Kreis Ludwigsburg können demnächst am Stuttgarter Landgericht endgültig geschlossen werden. Seit gestern sitzt der Letzte von fünf Männern, die bereits wegen Rauschgiftkriminalität verurteilt wurden, in Stuttgart auf der Anklagebank. Der 32-jährige Ludwigsburger soll kiloweise Drogen per Motorrad an die Empfänger in Ludwigsburg und Pleidelsheim und Bietigheim ausgeliefert haben.

Vier der Empfänger und teils auch Lieferanten des 32-Jährigen aus Pleidelsheim, Kornwestheim und Bietigheim sind vor Monaten schon zu Strafen zwischen viereinhalb und sechs Jahren verurteilt worden. Dabei ging es um verschiedene Rauschgiftarten im Straßenwert von mehreren hunderttausend Euro. Den Mann, der von dem jetzigen Angeklagten mehrere Kilo Drogen geliefert bekommen hat, hat das Landgericht am 22. August zu vier Jahren verurteilt.

Belieferung mit der Maschine

Eine Besonderheit fällt allerdings in der Anklage gegen den 32-jährigen Ludwigsburger, der zuletzt als Barkeeper arbeitete, auf: Er bewegte sich ausschließlich mit seinem Motorrad, um die Drogen einzukaufen und mit Gewinn wieder abzusetzen. Das Motorrad im Wert von 18 000 Euro, verschiedene Verpackungsmaterialien, sowie 7700 Euro und rund sieben Kilo Marihuana und Haschisch konnte die Polizei anlässlich seiner Wohnungsdurchsuchung im Januar dieses Jahres sicherstellen. Das Rauschgift ist dem Straßenmarkt damit entzogen.

Die Geschäfte soll der 32-Jährige von Mitte letzten Jahres an bis zum 5. Januar dieses Jahres mit dem inzwischen verurteilten letzten Abnehmer aus Pleidelsheim und den übrigen Dealern abgewickelt haben. Die Vorräte wurden laut der Anklage nach dem Einkauf im Keller des Ludwigsburger Hauses seiner Schwester gebunkert. Schön verstaut in jeweils einer Sporttasche. Später lieferte der Angeklagte die Ware von dort aus an die Empfänger aus.

Die Vorwürfe will der 32-Jährige vor Gericht zugeben, sodass drei Verhandlungstage vor der 18. Großen Strafkammer zur Abwicklung des Verfahrens ausreichen. Verzichten müssen wird der Angeklagte allerdings auf sein geliebtes Motorrad, ein BMW 1000, sowie auf das sichergestellte Drogengeld.

Das Urteil über den 32-Jährigen soll am 10. Oktober verkündet werden, wobei er mit einer recht harten Strafe rechnen muss. Schließlich ist er bereits zweimal einschlägig vorbestraft und war erst Anfang 2015 aus der letzten Strafhaft entlassen worden.