Die Gelegenheit, sich gleich 400 potenziellen Wählern zu präsentieren, nutzten am Dienstag etliche Kandidaten der fünf im Gemeinderat vertretenen Fraktionen. Die Umstände unterschieden sich allerdings von üblichen Veranstaltungsformaten: Die Ellentalgymnasien hatten ein „Speed-Dating“ zwischen Schülern der Klassen 10, 11 und 12 und Ratskandidaten organisiert. Aufgrund der großen Zahl der Schüler verteilt auf zwei Runden.

Für die Kandidaten bedeutete das, wie die für die Moderation zuständigen Schülerinnen Theresa Wolf und Ida Baggen erläuterten: jeweils eine Minute Kurzvorstellung und danach Gespräche an den in der Aula aufgestellten Stehtischen, einem pro Fraktion. Das Ganze in fünf Intervallen zu je 15 Minuten. Dadurch hatten die Schüler die Möglichkeit, von Tisch zu Tisch zu gehen und dort jeweils eine Viertelstunde lang ihre Fragen loszuwerden – bis der Gong ertönte und es weiter zum nächsten Tisch ging.

So sah man gegen 10 Uhr an einem Stehtisch FDP-Kandidat Harry Hagen den Umstehenden die kommunale Baupolitik erklären, im Zwiespalt zwischen der Schaffung neuer Arbeitsplätze und dem Schutz der Umwelt. Marcel Hoffmann (GAL) antwortete auf Fragen nach einer umweltfreundlichen Energiepolitik, Ines Kimmich (SPD) schilderte, wie im Bogenviertel Wohnraum entstehen soll. David Fais (FW) erläuterte den Schülern, warum man bei den Freien Wählern kein Parteibuch braucht, wohingegen Jens Kuderer am CDU-Tisch darstellte, was eine funktionierende Stadt ausmache: ordentliche Wohnungen, genügend Arbeitsplätze und Freizeitangebote.

Geringe Hürden fürs Gespräch

„Wir wollten erreichen, dass die Schüler mit den Gemeinderatskandidaten ins Gespräch kommen“, erläuterte Gemeinschaftskundelehrerin Simone Breier das Anliegen der Veranstalter, „und das bei geringen Hürden.“ Daher sei es auch wichtig gewesen, dass viele junge Bewerber da seien. Sie hatte mit der Organisation dieses besonderen Formats schon im November begonnen. Kommunalpolitik werde im Unterricht schon in Klasse 8 behandelt, erzählt Breier, aber angesichts der Wahlen im Mai – inklusive Europawahl – „tagesaktuell“ ergänzt.

Wie die muntere Beteiligung zeigte, wurde das Angebot von den Schülern auch gut wahrgenommen. So etwa von Julius Thinnes, Tobias Dornstetter, Tim Stutzenberger und Samuel Stötter, die gerade vom SPD-Tisch kommen. Mit den bisherigen Gesprächen sind sie zufrieden, berichten sie, diese hätten auf einer Ebene stattgefunden. Man habe erfahren, um was es in der Kommunalpolitik so gehe. „Ziemlich cool“ lautet die Bewertung von Julius Thinnes für das Format.