Rainer Schmid zählt 16 leere Flaschen. Zwölf Liter Wein haben die Besucher beim Bissinger Weindorf am Donnerstagabend bereits in der ersten Stunde nach Festbeginn am Stand der Weingärtner Stromberg-Zabergäu geordert. Hinzu kämen noch eine Hand voll 0,75-Liter-Flaschen, sagt Schmid.

Der Renner an diesem ersten Abend im Bissinger Weindorf: Grauburgunder. Auch der Blanc de Noir laufe bislang gut. Weniger nachgefragt sei der Riesling. Darüber spekulieren, wie sich der Konsum entwickelt, traut sich Schmid nicht, obwohl der Ehrenamtliche vom FSV 08 Bissingen seit der Fest-Premiere vor 16 Jahren an wechselnden Ständen Wein ausschenkt – er verfügt also über reichlich Erfahrung im Festbetrieb. Die kann auch Silvia Scheuffele nachweisen. An diesem Abend verkauft sie Wein von der Besigheimer Felsengartenkellerei. Am liebsten tränken die Besucher Grauburgunder und Cabernet Dorsa. „Selbst der Trollinger läuft“, stellt die Ehrenamtliche der Handballabteilung der SpVgg Bissingen fest und ergänzt: „Der Spätburgunder Weißherbst geht sowieso immer.“

Bei jungen Leuten sei süßer Wein besonders beliebt, sagt Scheuffele. Der Bissingerin sei in den letzten Jahren aufgefallen, dass die jungen Trinker besser informiert sind als früher. „Deshalb entscheiden sie sich häufiger auch für teurere Weine.“ Am tiefsten in die Tasche greifen müssen die Besucher dieses Jahr für den „Insoglio del cinghiale“ aus der Toskana. Das Zehntele kostet am Stand des Getränke-Markts Kiesel sechs Euro. Den teuersten Württemberger Wein führt der Stand des Weinguts Wachtstetter: Der Pfaffenhofener Lemberger kostet 5,50 Euro. Das diesjährige Schnäppchen – die „Junge Cuvéeschmiede“ Blanc de Blanc – ist für 1,50 Euro bei der Felsengartenkellerei zu haben.

Mehr Essensstände

An den drei Festtagen im vergangenen Jahr seien rund 3000 Liter Wein ausgeschenkt worden, weiß Scheuffele, also 1000 Liter pro Abend. Getrunken wurde diese Menge von rund 6000 Besuchern, schätzt Marcus Sieger vom Organisationsteam. Für dieses Jahr erwartet er ein ähnliches Interesse wie 2016, wenngleich er betont: „Der Erfolg ist wetterabhängig.“

Neu bei der 17. Auflage: Das gastronomische Speisen-Angebot wurde von drei auf fünf Stände aufgestockt, außerdem wurde das Sicherheitspersonal – ähnlich wie beim Pferdemarkt – verdoppelt. Nun mischen sich zwei Teams zu je drei Personen statt einem unter die Besucher. „Vieles hat sich bewährt“, sagt Sieger über das Konzept, „da muss man nicht alles ändern.“ Die Musikgruppen „Die 3 Richtigen“ und die „Night Live Band“ kennen erprobte Weindorf-Gänger aus den vergangenen Jahren. „Bluesquamperfect“ aus Furtwangen, die bereits am Auftaktabend spielten, standen dagegen zum ersten Mal auf der Bissinger Weindorfbühne.

Auch dieses Jahr fahren die beiden Shuttle-Buslinien (Bissingen-Buch und Bissingen-Sand) wieder am Freitag und Samstag. Die müssen Ulrike und Georg Kornmeier nicht in Anspruch nehmen, sie wohnen ganz in der Nähe. „Das Gesamtpaket beim Bissinger Weindorf stimmt einfach“, findet Ulrike Kornmeier: „Es ist ein lokales Fest mit lokalen Leuten. Das ist authentisch und gefällt uns. Außerdem wollen wir das Engagement der Vereine unterstützten.“

Letzteres betonte auch Oberbürgermeister Jürgen Kessing, als er am Donnerstagabend das Weindorf eröffnete. Kessing sprach von einer „tollen Leistung“ der Veranstalter, die sich aus den Fördervereinen des FSV 08 Bissingen, der Handballabteilung der SpVgg Bissingen sowie aus dem Musikverein Bissingen zusammensetzen.

Info Der dritte und letzte Festtag des Bissinger Weindorfs beginnt an diesem Samstag um 16 Uhr. Auf der Bühne spielen zunächst „Die 3 Richtigen“, ab 20.30 Uhr dann die 80er-Band „Feel“.