Vor mehr als sechs Wochen haben die Bietigheim-Bissinger ihren neuen Gemeinderat gewählt. Die BZ hat die acht neu gewählten Stadträte, Marcus List, Uwe Careni, Nicole Frölich, Simone Oehl, Cornelia Eckstein, Manuela Buchholz, Hans-Martin Sachs und Dr. Arno Steilner, nach ihren Zielen gefragt.

Warum haben Sie sich aufstellen lassen?

Manuela Buchholz (GAL): Ich habe mich aufstellen lassen, weil ich gern aktiv am Leben in unserer Stadt mitwirken, das heißt ökologische und soziale Themen voranbringen möchte. Aktivsein bedeutet für mich auch Optimismus statt Resignation.

Uwe Careni (SPD): Ich bin seit Jahrzehnten in verschiedenen Ehrenämtern unserer Stadt aktiv. Da hat man auch in einer gut funktionierenden Stadt noch Wünsche.

Cornelia Eckstein (GAL): Wir stehen global gesehen vor enormen Herausforderungen und ich denke, dass wir an jedem Ort der Welt beginnen können, positive Veränderungen in Gang zu bringen.

Nicole Frölich (BMD): Mit meiner Kandidatur wollte ich den Bürgern der Stadt Bietigheim-Bissingen eine unabhängige, parteilose Wahlalternative anbieten, welche frei entscheiden kann und nicht auf Parteipolitisches und Fraktionszwang Rücksicht nehmen muss. Bei Abstimmungen also völlig frei entscheiden kann.

Marcus List (CDU): Anfang des Jahres wurde ich von der CDU angefragt, da ich durch meine Familie Kontakte zu Stadträten habe. Wenn ich die Chance habe, mich zu engagieren, dann möchte ich diese auch wahrnehmen.

Simone Oehl (GAL): Weil ich es wichtig finde, dass im Gemeinderat mehr junge Menschen und Frauen mitreden. Demokratie lebt von aktiver Beteiligung. Da habe ich beschlossen, bei mir selbst mit einer Kandidatur anzufangen.

Hans-Martin Sachs (FW): Ich habe mich aufstellen lassen, weil ich von Geburt an hier lebe und in unserer Stadt etwas verändern und verbessern möchte. Dass es jetzt beim ersten Versuch auch gleich klappt, ist nicht selbstverständlich und auch ein wenig überraschend. Es macht mich in gewisser Weise aber sehr stolz.

Dr. Arno Steilner (FDP): Ich möchte mich als Bürger unserer schönen Stadt für ihre Belange einsetzen. Als niedergelassener Frauenarzt liegt mir die ambulante und stationäre medizinische Versorgung sehr am Herzen, weshalb ich als Stadtrat einen Sitz im Aufsichtsrat der Kliniken anstreben werde. Außerdem möchte ich mich dafür einsetzen, dass frei werdende Arztpraxen in unserer Stadt wieder besetzt werden.

Was muss sich in der Stadt ändern?

Buchholz: Dazu fällt mir spontan ein Anliegen ein. Ich würde gern Eltern die Zuversicht geben, dass ihre Kinder den Weg zur Schule oder zum Verein gut bewältigen können, ohne dass die Kinder mit dem Auto dorthin gebracht werden. Das bezieht unter anderem die Sicherheit als Fußgänger oder Radfahrer, die Zuverlässigkeit öffentlicher Verkehrsmittel und auch das Vertrauen der Eltern in die Selbstständigkeit ihrer Kinder ein.

Careni: Auch in unserer Stadt gibt es Verbesserungsmöglichkeiten. Allerdings darf man die Machbarkeit nicht aus den Augen verlieren. Der Ausbau von Kooperationen zwischen Kindergärten, Schulen und Vereinen, würde in vielen Bereichen die Erziehung, Bildung und Sicherheit der Kinder stärken. Bei der Sportstättenplanung stehen sich berechtigte Wünsche und Verantwortung über die städtischen Finanzen gegenüber. Kompromisse sind für Fortschritte notwendig. Der Verkehr stellt ein Problem dar. Zusätzlicher Straßenbau hat bisher nie große Erleichterungen gebracht. Ein Mix aus verbessertem ÖPNV und attraktiveren Radwegen sollte angestrebt werden.

Eckstein: Hier vor Ort möchte ich mich konkret für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, die Verbesserung der Radinfrastruktur, einen zuverlässigen und günstigen ÖPNV und einen toleranten Dialog der unterschiedlichen Kulturen einsetzen. Als Bissingerin liegt mir weiterhin die Umgestaltung und Aufwertung des Ortskerns dieses Stadtteils am Herzen.

Frölich: Mein Bestreben ist es, mehr volksnahe Entscheidungen herbeizuführen. Der Wille des Bürgers muss mehr Bedeutung erhalten und das Ohr der Räte muss wieder näher an der Bevölkerung sein.

List: Was mir persönlich aufstößt, ist das Thema Verkehr. Ich mache sehr viel zu Fuß, mit dem Fahrrad und dem Zug und Bus. Wenn ich dann mit dem Auto unterwegs bin, dann ist das sehr ärgerlich. Es ist wichtig, den Durchgangsverkehr aus der Stadt zu bekommen, um den ÖPNV zu stärken. Daran müssen wir arbeiten. Zudem fehlt es an großen Sport- und Kulturhallen.

Oehl: Nur wenn unsere Busse günstiger, besser getaktet und zuverlässig in alle Stadtteile fahren, können sie wirklich für alle eine Alternative zum Auto sein. Außerdem möchte ich gerne einen Jugendgemeinderat etablieren, sodass die Jugendlichen in unserer Stadt in einem legitimierten, überparteilichen Gremium eine starke Stimme haben.

Sachs: Die Infrastruktur muss den aktuellen und den zukünftigen Anforderungen angepasst werden.

Steilner: Bei der Verkehrssituation sehe ich den dringendsten Handlungsbedarf, die B 27 sollte mittelfristig umgeleitet werden. Außerdem muss mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden, hier wäre auch städtischer Wohnbau Bietigheim gefordert. Ich befürworte den Bau einer zusätzlichen Ballsporthalle, welche dringend benötigt wird.

Und was darf in Bietigheim-Bissingen so bleiben, wie es ist?

Buchholz: So bleiben soll das gute Angebot an Freizeitmöglichkeiten und die Attraktivität der Innenstadt.

Careni: Die Grünflächen mit ihrem großen Erholungswert und die sehr guten Veranstaltungsangebote.

Eckstein: Die vielen Grünflächen, die inzwischen sehr naturnah gestaltet sind und die Attraktivität der Innenstadt. Hier ist es auch wichtig, ebenso wie in Bissingen, dass möglichst viele Geschäfte erhalten bleiben.

Frölich: Man wird sehen, was die Zukunft an notwendigen Investitionen abverlangt, dabei wie seither unverschuldet zu bleiben, wäre eine prima Sache für unsere Stadt.

List: Positives überwiegt. Ich wohne fast mein ganzes Leben lang in Bietigheim-Bissingen. Die Stadt hat tolle Ecken und ist lebendig mit einem unglaublich guten Kultur- und Sportangebot.

Oehl: Dass wir gemeinsam nach den besten Lösungen suchen. An weitreichenden Entscheidungen, die das Stadtbild nachhaltig verändern, müssen sich alle Interessierten und Betroffenen beteiligen (können). Gut funktioniert hat das zum Beispiel schon bei den öffentlichen Workshops zum Verkehrsentwicklungsplan.

Sachs: Das Freizeit- und Unterhaltungsangebot mit den vielen Vereinen und Veranstaltungen ist ausgezeichnet.

Steilner: Die finanzielle Lage der Stadt sollte stabil bleiben. Die vielen Freizeit- und Vereinsaktivitäten, sowie die vielfältigen kulturellen Veranstaltungen, welche die Attraktivität unserer Stadt fördern.