Aufbau Pferdemarkt: Die letzten Lastwagen rollen an

Die Polizei zeigte Präsenz auf dem nächtlichen Rummelplatz beim letzten Bietigheimer Pferdemarkt. Auch dieses Jahr sind Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden.
Die Polizei zeigte Präsenz auf dem nächtlichen Rummelplatz beim letzten Bietigheimer Pferdemarkt. Auch dieses Jahr sind Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden. © Foto: Martin Kalb
Bietigheim-Bissingen / Rena Weiss 29.08.2018

Wer einen Blick auf den Festplatz am Viadukt wirft, könnte meinen, der 84. Bietigheimer Pferdemarkt hat bereits begonnen. Viele Fahrgeschäfte, Essensstände und das Festzelt sind bereits aufgebaut und überall huschen Menschen an einem vorbei. Beim näheren Hinschauen wird klar: Die Buden sind zu, die Lichter aus und die Menschen tragen Arbeitskleidung. Der Aufbau ist noch nicht abgeschlossen. Manche Schausteller kamen erst am Dienstag an. Da bleibt nicht mehr viel Zeit bis zur Eröffnung am Freitag.

„Wir sind gestern Abend angekommen“, sagt Karl Müller am Dienstagmittag. Ihm gehört ein Essensstand in Form eines Maiskolbens. Er ist zuversichtlich, dass am Abend alles fertig aufgebaut und geputzt ist. „Wir haben bereits alle Strom- und Wasserkabel verlegt“, erklärt Müller. Am längsten daure jedoch das Putzen. Das bestätigt Angela Roloff. Ihr gehört ein Mandelstand. „Alles, was wir in die Hand nehmen, wird gewaschen“, erklärt sie zu den Hygienebestimmungen. Zusätzlich werde der komplette Wagen bei Festbetrieb täglich gereinigt.

Seit 50 Jahren dabei

Ein weiteres der 15 Fahrgeschäft rollt auf den Ladeflächen zweier LKW an und fährt an der Geisterbahn „Fahrt zur Hölle“ von Heinz Jollberg vorbei. „Wir sind bereits am Donnerstag mit 7 Transportern und 3 Zugmaschinen angekommen“, sagt er. Täglich arbeiteten fünf Leute von 8 bis 18 Uhr am Aufbau. „Eine ganze Woche Zeit zu haben, ist eher unwahrscheinlich“, sagt Jollberg. Normalerweise sind es eher 3 Tage. Er ist seit 50 Jahren Schausteller und fast genauso lange beim Pferdemarkt.

Auch Karl Müller und Angela Roloff sind nicht zum ersten Mal dabei. Sie hoffen auf gutes, aber nicht zu heißes Wetter. Denn die brütende Hitze der letzten Wochen lockt die Besucher meist erst abends aus ihren Häusern, sagen die Schausteller. Die Hitze könnte den autofahrenden Besuchern Probleme machen. Denn noch ist nicht sicher, ob die trockenen Wiesenparkplätze bei den Gymnasien genutzt werden können (siehe Infokasten).

Nicht nur deswegen empfiehlt die Stadtverwaltung, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Wer doch mit dem Auto kommt, sollte die Gymnasien einschließlich der Wiesenparkplätze anfahren. Sollten Letztere nutzbar sein, stehen sie jedoch in geringerem Umfang als in den vergangenen Jahren zur Verfügung. Daneben bieten sich die Parkplätze hinter dem Kronenzentrum, der Parkplatz Farbstraße sowie das Parkhaus Farbstraße an. Auch das Kaufland in der Mühlwiesenstraße öffnet sein Parkhaus mit 600 Stellplätzen kostenlos.

Die Wobachstraße steht als Parkraum nicht zur Verfügung. Die Parkplätze im Bereich Steigerturmplatz und am Japangarten sind ab Freitag, 31. August, 17 Uhr nicht nutzbar.

Überall, wo das Parken nicht erlaubt ist, werden verbotswidrig abgestellte Fahrzeuge kostenpflichtig abgeschleppt, kündigt die Stadtverwaltung an. Von Samstag bis Montag sind die Holzgarten- und die Forsthausstraße für den gesamten Verkehr gesperrt. Wegen des Festumzugs ist am Montag, 3. September in der Zeit von 13.30 Uhr bis 15 Uhr auf der Löchgauer und der Hillerstraße mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Im gesamten Bereich der Festzugstrecke ist absolutes Halteverbot.

Auch beim Busverkehr gibt es Einschränkungen: Während des Pferdemarkts kann die Bushaltestelle Steigerturmplatz nicht bedient werden.

Das Sicherheitskonzept: Polizei und Feuerwehr sind gerüstet

Terrorschutz Seit dem Hereinschwappen des islamistischen Terrors nach Deutschland haben die Verantwortlichen für den Bietigheimer Pferdemarkt nicht mehr nur Schlägereien oder Alkoholexzesse bei ihrem Sicherheitskonzept für das Fest im Auge, sondern auch den Schutz vor Anschlägen – auch wenn die Gefährdungslage nach wie vor nur „abstrakt“ ist. Bereits nach dem Anschlag von Ansbach im Juli 2016 wurde die Sicherheitsstufe erhöht. Nach dem Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz Ende 2016 kamen weitere Sicherheitsmaßnahmen hinzu, vor allem Betonbarrieren. Dass diese aufgestellt werden, gilt inzwischen als Standard für Großveranstaltungen, und so wird es die Sperren an den Zufahrten gegen unkontrolliertes Einfahren auch in diesem Jahr geben. Das Sicherheitskonzept sei weiter fortgeführt und in Abstimmung mit der Polizei ergänzt worden, berichtete Ordnungsamtsleiter Thomas Höfel im Vorfeld. Die Fluchtwegebeschilderung ist laut Stadtverwaltung weiter ausgebaut worden.

Jugendschutz Einlasskontrollen am Festzelt sollen Jugendliche zu später Stunde von übermäßigem Alkoholkonsum abhalten. Die Polizei will mit Kontrollen und Rundgängen auf dem Festplatz und in der nahen Altstadt für die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen sorgen. Unterstützt werden die Beamten wieder von einem Security-Dienst.

Brandschutz Neu hinzugekommen ist in diesem Jahr wie berichtet die Angst vor Bränden. Aufgrund der großen Trockenheit plagt Ordnungsamtsleiter Höfel die Sorge, die Wiesen könnten in Brand gesetzt werden. Deshalb ist immer noch nicht sicher, ob die Wiesenparkplätze wie sonst üblich den Besuchern zur Verfügung stehen. Und beim Brillant-Feuerwerk am Sonntagabend wird diesmal die Freiwillige Feuerwehr mit zwei Tanklöschfahrzeugen und Beobachtungsposten bereit stehen, um im Falle eines Falles sofort eingreifen zu können. um

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