Kurze Ponybeinchen wirbelten schon früh am Samstagmorgen über die Wiesen unter dem Bietigheimer Viadukt. Der zweite Festtag, als Tag des Shetlandponys, stand ganz im Zeichen der Mini-Pferde.

Um 9 Uhr startete der Zuchtwettbewerb, bei dem Züchter und Besitzer von insgesamt 79 Ponys ihre Schützlinge präsentierten und gegeneinander antreten ließen. Unterteilt in verschiedene Klassen wie Hengste, Stuten ohne Fohlen, Stuten mit Fohlen, Original oder Mini-Shettys wurden die Tiere von Richtern in Augenschein genommen.

Cosima Dammer reiste mit fünf ihrer insgesamt zwölf Ponys aus Kressberg bei Crailsheim an. Diese fünf Tiere sind allesamt Mini-Shettys. Die Schulter des Mini-Ponys, auch Widerrist genannt, darf eine Höhe von 87 Zentimetern nicht überschreiten. Bei den normalen Shetlandponys liegt das Stockmaß bei zirka 105 Zentimetern.

Seit 35 Jahren Züchterin

„Die Richter achten natürlich auf das Aussehen des Ponys, ob Mähne und Fell gut gepflegt sind und glänzen. Und dann achten sie auf den Gang des Tieres, wobei der besonders flüssig sein soll.“ Für das entsprechende Aussehen wurden Cosima Dammers Ponys einige Tage vor dem Wettbewerb gebadet und shampooniert. Ihre Fuchsstute Fauna´s Gigglebean wurde von ihrem vier Monate alten Rappenfohlen Giulietta begleitet. „Beim Anblick von dem kleinen Fohlen geht mir einfach das Herz auf“, sagt Dammer, seit 35 Jahren hat sie Shetlandponys in ihrer Zucht. „Wenn man die eigenen Ponys dann noch präsentieren kann und vielleicht sogar noch gewinnen kann, wäre das natürlich umso schöner.“ Bei der Präsentation werden die Ponys nicht geritten, sondern vom Menschen am Strick geführt. Allgemein dürfen die Reiter der kleinen Ponys aus Gründen des Tierschutzes nicht zu alt bzw. zu schwer sein. Deswegen gibt es auch die Möglichkeit, als so genannter „Runner“ das Tier entweder zu Fuß zu begleiten oder sich als „Driver oder „Sulky“ in einem kleinen Fuhrwerk vom Pony ziehen zu lassen.

Diese Kategorien kamen dann bei den Wettbewerben des Shetty Sport Süds zum Zug. Markus Müller vom Ponyhof Müller in Denkendorf, war verantwortlich für die verschiedenen Parcours: „Es gibt einen Springparcour mit sieben Sprüngen, darunter sogar ein Oxer.“, sagt Müller. Bei dem Hindernis muss das Pferd nicht nur hoch, sondern auch weit springen. „Auf der Trabstrecke geht es darum, eine bestimmte Strecke im Trab zu bewältigen und dabei Galoppsprünge der Tiere zu vermeiden. Und im Geschicklichkeitsturnier müssen Pony und Reiter insgesamt acht Hindernisse gemeinsam bewältigen“, erklärt Müller.

Die kleinsten, der insgesamt 74 Teilnehmer, starteten mit nur vier Jahren unter Begleitung ihrer Trainer und kämpften sich durch die vielen Aufgaben. Beim Hindernisparcour musste unter anderem ein Slalom absolviert werden, unter einem bunten Vorhang hindurch geritten werden oder der Reiter musste absteigen um einen Tennisball zu balancieren. Alle Teams aus Tier und Mensch funktionierten größtenteils sehr gut miteinander. „Die Teilnehmer, also vor allem die Kinder, sollen in erste Linie Spaß am Reiten haben. Aber gleichzeitig sollen sie auch konzentriert bei der Sache dabei sein, da es eine gute Übung ist, wenn man später mal auf Großpferde umsteigen möchte“, meinte Markus Müller.

Viele Besucher säumten den Rand der verschiedenen Parcours und verfolgten fasziniert und begeistert, was die kleinen, kräftigen Ponys in all ihren unterschiedlichen Fellfarben leisteten.

Tolle Atmosphäre

Cosima Dammer und Markus Müller begleiten die Austragungen des Shetty Sports schon viele Jahre. Auf Bietigheim freuen sich beide jedes Jahr. Cosima Dammer sagte: „Hier ist immer eine schöne Atmosphäre und wenn die Ponys im Hänger versorgt sind, können wir auch noch über das Fest schlendern.“

Größere Pferde gibt es am heutigen Montag ab 14 Uhr beim Festumzug zu bestaunen. Es werden 60 Gruppen mit insgesamt 70 Pferden erwartet.