Bietigheim-Bissingen / Susanne Yvette Walter  Uhr

Es gibt regelmäßige Treffen an Pfingsten und dicke freundschaftliche persönliche Bande, die die Jahrzehnte überdauern – das macht die Partnerschaft zwischen Bietigheim-Bissingen und der italienischen Stadt Pontelongo aus. Beim Empfang einer Festdelegation aus Pontelongo im Rathaus am Samstagmorgen ging es gleich hoch her. Da stimmten italienische Fußballbegeisterte ein Zicke-Zacke an und waren bester Laune. Es sind sogar Bietigheimer und Italiener dabei, die diese Kolpingfreundschaft von Anfang an miterlebten. Zu ihnen gehören Johannes Sauer und Fosco Bregamtin. Die beiden sind seit 45 Jahren Freunde und das zunächst ohne Kenntnisse in der Muttersprache des anderen. Martin Melan, der Kopf der Bietigheimer Kolpingfamilie weiß noch genau, dass es vor allem in den Anfangstagen dieser Freundschaft vielen darum ging italienisch beziehungsweise deutsch zu lernen. „Inzwischen verstehen wir uns auch ohne Worte“, sagt Johannes Sauer und zwinkert Fosco Bregatin zu. Sauer hatte gleich einen Volkshochschulkurs besucht, um wenigsten die Grundlagen zu haben.

Lebendige Verbindung

Jedes Jahr im Wechsel besuchen sich die Familien. Am Anfang waren die Besucher noch in Hotels untergebracht. Doch das hatte sich bald erledigt. In der Privatunterkunft lernt man sich viel besser kennen. Seit 45 Jahren begleiten auch offizielle Würdenträger von Seiten der Stadt diese Begegnung. Obligatorisch bei den Treffen zwischen Bietigheim und Pontelongo sind die Fußballspiele, die bei der Begegnung nicht fehlen dürfen. Früher, als es noch mehr Grümpelturniere gab, waren die italienischen Kicker aus Pontelongo öfter am Start. Doch die Verbindung steht auch heute noch und ist lebendig.

Was früher einstmals als Integrationsmaßnahme für Gastarbeiter aus Italien in den 50er- und 60er-Jahren begonnen hat, ist heute zu persönlichen Freundschaften geworden. Die Stadtverwaltungen haben diese Beziehungen gerne gefördert und werden dies auch in Zukunft tun. Die Stadt Bietigheim unterstützt auch Projekte in Pontelongo wie die Cooperativa Sociale Magnolia für geistig und körperlich behinderte Menschen. Zum ersten Mal begrüßte von italienischer Seite Fiorella Csnova als Bürgermeisterin die Gäste am Wochenende. Diesmal hieß sie Marco Volpato als neuen Vertreter der Gemeinde Pontelongo willkommen. Und nach dem Empfang im Rathaus gab es endlich eines der beliebten Fußballspiele (siehe Infokasten), die in der Vergangenheit immer zum Sportfest mutiert sind.

Hitzige Fußballbegegnung der beiden Kolpingfamilien

Zu einem Besuch der Kolpingfamilie aus Pontelongo (Italien) bei der Kolpingfamilie Bietigheim-Bissingen gehört eigentlich immer ein Fußballspiel. Und zum 45-jährigen Bestehen der Freundschaft zwischen den Bietigheimern und den Besuchern aus Pontelongo darf so ein zünftiges Turnier natürlich nicht fehlen.

Das Fußballspiel der Kolpingfamilien aus Bietigheim-Bissingen und Pontelongo (Italien) endete 3:0 für Pontelongo. Schon nach sieben Minuten ging Pontelongo durch einen tollen Fernschuss von Marco Mazzoni in Führung. Alberto Bertin und Nicola Brigato legten am Ende der Spielzeit nach und brachten ihrem Team den 3:0 Sieg.

45 Jahre besteht die Verbindung zwischen den Kolpingfamilien. Die Delegation, die dafür nach Bietigheim gereist ist, ist ziemlich groß und sehr sportlich. Neben dem Fußballspiel gab es Führungen durch die Bietigheimer Altstadt und gemeinsame zünftige Abende zum Beispiel im Kleintierzüchterheim in Großsachsenheim. suy