Kabarett Otto Kuhnle lacht mehr über sich selbst als das Publikum

Otto Kuhnle (links) und Roland Baisch traten in der Kelter in Bietigheim auf.
Otto Kuhnle (links) und Roland Baisch traten in der Kelter in Bietigheim auf. © Foto: Werner Kuhnle
Bietigheim-Bissingen / bz 24.02.2018

„Man muss sich an uns gewöhnen, wir sind nicht jedermanns Sache“, befand Roland Baisch während des Auftritts. Im Duo mit Otto Kuhnle trat er am Mittwochabend mit dem Programm „Die Auferstehung – Der Bunte Abend kehrt zurück“ in der Bietigheimer Kelter auf.

Das Alter als Thema

Kuhnle und Baisch, 1954 und 1963 geboren, machten hin und wieder ihr Alter zum Thema. Das gipfelte in einem Song, der davon handelt, dass Männer auf den zweiten Frühling warten wie einst auf die Pubertät und weiter: „Atemlos durch die Nacht, weil’s die Pumpe nicht mehr macht.“  In ihren Liedern ging es um „Transsexual Cowboys“, sie besangen die „Happy divorce“ mit derben Versen und huldigten Bietigheim.  Auf die Melodie von „Auf der Schwäb’schen Eisenbahn“ dichtete das Duo: „Uff dr Transit-Eisabahna kannsch du schöne Fraua haba: Anna und Melania, Ivanka und die Babuschka.“ Das Duo begleitete seine Lieder stets effektvoll an Keyboard, Akkordeon, Gitarre, Saxofon oder Ukulele.

Man konnte als störend empfinden, dass Otto Kuhnle selbst am meisten über seine Witze und Pointen lachte, und das, ehe er sie überhaupt zu Ende geführt hatte. Eher unfreiwillig komisch wurde es, als Kuhnle einen Besucher nach seinem Heimatort fragte. Als er „Bönnigheim“ nicht verstand, konkretisierte der Herr im Publikum, dass er aus einem dortigen Ortsteil käme. Kuhnle wollte wissen: „Wenn Sie hier sind, ist dann noch jemand in Obstheim?“

Der Funke wollte nicht so recht aufs Publikum überspringen. Möglicherweise lag es an deren stellenweise erzwungenen Gunst, wenn es aktiv zu mehr Applaus animiert wurde. Vielleicht lag es am streckenweise nicht souverän wirkenden Auftreten der beiden.

Was Roland Baisch aber wirklich gut kann, ist das Singen. Mit seiner tiefen, sonoren Stimme verkörperte er gegen Ende des Programms Frank Sinatra. Zum Abschluss warfen Kuhnle und Baisch stapelweise Handtücher ins Publikum.

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