Willkommen im Olymp“, begrüßt Mark Bezner, Geschäftsführer des Bietigheimer Hemdenherstellers Olymp die Pressevertreter am Dienstag im Showroom des Unternehmens zur Präsentation des Jahresberichts 2018. Als einen „strahlenden Leuchtturm in der volatilen Textilbranche“ sieht sich das Familienunternehmen laut dazu verkündeter Pressemitteilung.

Der Grund für das Eigenlob – es läuft bei Olymp trotz aller Widrigkeiten des Markts ganz gut. Der Umsatz konnte um 3,1 Prozent auf 266 Millionen Euro gesteigert werden. Damit wurde der Trend der vergangenen Jahrzehnte fortgesetzt. 1998 als Mark Bezner in die Geschäftsführung eingestiegen war, sei der Umsatz noch bei 20 Millionen Euro (umgerechnet) gelegen, so der geschäftsführende Gesellschafter. Die schwierigen Marktbedingungen verdeutlicht Bezner bei dem Gespräch auch: Die Textilbranche in Deutschland verzeichne seit Jahren Umsatzrückgänge, so auch im vergangenen Jahr um 2 Prozent. Zudem habe der lange Sommer der Branche zugesetzt: „Bei dem ‚endless summer’ im vergangenen Jahr fiel der Absatz von Winter und Herbstkollektionen in der Branche schwer“, erklärt Bezner. Was denn Olymp besser mache als der Rest der Branche, wird er gefragt. Ein Grund könne sein, so sagt Bezner, dass man hochspezialisiert sei auf Hemden, dort allerdings eine breite Palette anbiete.

Jedoch muss er zugeben, dass auch Olymp auf dem deutschen Markt 2018 stagniere und vor allem der Export – die Exportquote liegt bei 37 Prozent (2017 bei 35 Prozent) – den Umsatz antreibe. Hauptexportländer sind dabei die Niederlande und Österreich. Auf Platz 3 kommen die Länder der ehemaligen Sowjetunion, in denen es im vergangenen Jahr auch schwergewesen sei. Großbritannien gehört auch zu den sieben größten Exportmärkten für Olymp und da herrschte schon 2018 große Unsicherheit wegen des Brexit: „Niemand weiß, unter welchen Bedingungen wir ab April unsere Ware dorthin liefern“, sagt Bezner.

Ein Erfolg sei, dass die Mitarbeiterzahl um 39 auf nun 890 Beschäftigte gestiegen sei, rund 500 davon in Bietigheim. So viele Mitarbeiter, dass die Frage nach einem Parkhaus aufkommt. „Ich denke wir sind, was Parkraum für unsere Mitarbeiter angeht, besser aufgestellt als manch anderer hier in der Region“, sagt Bezner. Man sei aber auch grundsätzlich an der Materie dran. Wichtiger wäre ihm wohl die Verbesserung der S-Bahn-Taktung, lässt er durchblicken.

Produktion bleibt in Asien

Produzieren lässt Olymp zu „85 bis 90 Prozent“ in Asien. Trotz schwachem Euro und steigenden Löhnen dort sei eine großflächige Verlagerung nach Europa nicht angedacht, auch wenn man bereits zwei Partner in Mazedonien und einen in Kroatien habe, um schnell auf Marktveränderungen reagieren zu können. Die teilweise über Jahrzehnten gewachsenen Verbindungen etwa nach Indonesien werden nicht abgebrochen und Bezner sieht auch keine Gefahr, dass das Produzieren dort unrentabel werden könnte. Man habe ohnehin schon die Preise kaum merklich angehoben, so der Firmenchef. Eher im Gegenteil, man wolle weiter wachsen, auch in Asien, und mehr Verkaufsstellen erschließen.

Unter Umständen wagen sich die Bietigheimer demnächst sogar auf den amerikanischen Markt. Eine Studie untersucht gerade die Chancen und Risiken. Wenig Enthusiasmus versprüht Bezner bei der Frage nach dem Online-Verkauf. Er sei sehr zufrieden mit dem vor wenigen Jahren installierten Shop auf Olymp.com und man kooperiere auch mit Zalando. Einen Schwerpunkt legt das Unternehmen darauf aber nicht, nur rund zehn Prozent des Umsatzes werden auf diese Weise erzielt. Die großen Warenhäuser machen dagegen rund 25 Prozent aus.