Pferdemarkt Keine Ausnahme bei der Sperrstunde

Feiern im Pferdemarkt-Festzelt: Wenn hier Sperrstunde ist, geht auch in der Altstadt nichts mehr.
Feiern im Pferdemarkt-Festzelt: Wenn hier Sperrstunde ist, geht auch in der Altstadt nichts mehr. © Foto: Martin Kalb
Bietigheim-Bissingen / Uwe Mollenkopf 30.08.2018

Es war immer wieder ein Aufregerthema beim Pferdemarkt in den vergangenen Jahren. Wenn auf dem Festgelände Zapfenstreich war, suchten sich Gäste in Feierlaune Kneipen in der Altstadt, die noch geöffnet waren, und machten dort weiter. Diese Altstadtbummler, die sich zu nachtschlafender Zeit lautstark draußen unterhielten, waren der Graus der Anwohner, die um ihre Ruhe gebracht wurden. Vor allem, weil neben dem Pferdemarkt noch andere Großveranstaltungen Besucher das Jahr über in die Altstadt locken. „Ich glaube, momentan ist bei vielen die Grenze erreicht“, hatte Ordnungsamtsleiter Thomas Höfel im Oktober 2016 erklärt, als sich auch der Gemeinderat mit der Thematik beschäftigte. Danach hat die Stadt insofern gegengesteuert, als 2017 beim Pferdemarkt keine Ausnahmegenehmigungen für längere Öffnungszeiten in der Altstadt mehr erteilt wurden. Ein Vorgehen, das sich aus Sicht der Verwaltung bewährt hat und an dem auch diesmal festgehalten wird.

Der Vergnügungspark, der am Freitagnachmittag ab 16 Uhr, am Samstag ab 10 Uhr, am Sonntag ab 11 Uhr, am Montag ab 10 Uhr und am Dienstag ab 12 Uhr öffnet, hat folgende Sperrzeiten: Freitagnacht, Samstagnacht und Montagnacht beginnt die Sperrstunde jeweils um 1 Uhr, am Sonntag und Dienstag um 24 Uhr. An diese Vorgaben müssen sich auch die Gastronomiebetriebe in der Altstadt halten, wobei diese Öffnungszeiten bereits länger sind als normal (23 Uhr).

Zuvor hatten sich etwa beim Pferdemarkt 2016 Anwohner beklagt, dass sich samstagabends noch mehr als 300 Menschen in der Fußgängerzone eingefunden hätten, um dort weiter Party zu machen. Damals durften zwei Gaststätten bis jeweils drei Uhr in allen drei Pferdemarktnächten geöffnet bleiben, eine weitere nur in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Die Stadt hatte dies gebilligt, wenn Nachweise über eine besondere Sicherstellung des Lärmschutzes erbracht waren.

Keine größeren Klagen

In seiner Bilanz zum Pferdemarkt 2017 hat der Leiter des Polizeireviers Bietigheim-Bissingen Guido Passaro die neue Linie, wonach die Sperrzeiten für die Lokale im Stadtbereich und in der Altstadt durchweg gleich sind, als positiv bezeichnet. Es sei ruhiger geworden, sagt auch Anette Hochmuth, die Sprecherin der Stadtverwaltung. Die Leute würden nur noch durch die Altstadt gehen, nicht mehr vor den Gaststätten stehen bleiben. Im vergangenen Jahr habe es keine größeren Klagen gegeben.

Wie sensibel die Altstadtbewohner bei diesem Thema sind, hat sich auch bei einem Vor-Ort-Termin des BZ-Mobils in diesem Jahr gezeigt. Ganz allgemein beklagten sich dort Anwohner über die Lärmkulisse an schönen Tagen, wenn man im Freien sitzen kann. Gastronomen würden sich nicht an die vorgegebenen Plätze halten und mehr Tische und Stühle für die Außenbewirtung nutzen, als ihnen erlaubt sei, war zu hören. Bei offenem Fenster könne man nicht mehr schlafen, die Kontrollen seien zu lax.

Während der Festtage will die Polizei mit einem erhöhten Aufgebot dafür sorgen, dass nicht über die Stränge geschlagen wird. Eine halbe Stunde nach Beginn der Sperrzeit werde auf jeden Fall für Ruhe gesorgt, hat die Stadtverwaltung angekündigt. Wenn auf dem Festgelände dann noch gefeiert werde, werde die Polizei den jeweiligen Platz räumen, sagt Anette Hochmuth. Und Gastronomiebetrieben in der Altstadt drohen Geldbußen, wenn sie sich nicht an die Sperrzeiten halten.

Stadt gibt Wiesen fürs Parken frei

Bis zuletzt war unklar, ob auch die Wiesenparkplätze im Ellental von Festbesuchern genutzt werden können. Dort gibt es laut Stadtverwaltung mindestens 500 Parkplätze. Grund war wie berichtet die Sorge, das Gras könne durch heiße Katalysatoren der Fahrzeuge entzündet werden. Ein Test der Feuerwehr habe nun ergeben, dass die Parkplätze freigegeben werden können, berichtet Anette Hochmuth, die Sprecherin der Stadt. Dabei wurde versucht, das Gras mithilfe eines speziellen Heißluftföns in Brand zu setzen. Das sei nicht gelungen. Das könne daran liegen, dass es nachts nun deutlich kühler sei, sodass eine gewisse Taubildung einsetze. Zudem sei vor dem Festbeginn auch noch Regen angekündigt, was die Gefahr minimieren würde. um

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