Schwerpunkt Frankreich Nicht lange sprachlos in Deutschland

Damien Da Eira ist Franzose und arbeitet beim französischen Automobilzulieferer Valeo am Standort Laiern in Bietigheim-Bissingen. Er erlebt dort, wie die Deutschen bei der Arbeit ticken.
Damien Da Eira ist Franzose und arbeitet beim französischen Automobilzulieferer Valeo am Standort Laiern in Bietigheim-Bissingen. Er erlebt dort, wie die Deutschen bei der Arbeit ticken. © Foto: Martin Kalb
ifi 07.07.2018

In Frankreich ist Valeo sehr bekannt“, sagt der 27-jährige Damien Da Eira. Der gute Ruf der Firma führte den reiselustigen Franzosen dazu, sich bei dem Automobilzulieferer als Projekt-Manager zu bewerben.

„Valeo steht in Frankreich für Innovation in der Autoindustrie und ich war auf der Suche nach einer neuen Position“, sagt er. Davor hat der Ingenieur in Paris, wie auch am Valeo-Standort Laiern in Bietigheim-Bissingen, als Projekt-Manager gearbeitet. In der französischen Haupt- und seiner Heimatstadt Paris lernte er eine andere Arbeitswelt kennen. Die Arbeitsverhältnisse seien unterschiedlich zu denen in Deutschland: „Schon allein die lange Fahrzeiten zu meiner Arbeit waren eine große Herausforderung“, sagt er.

Die französischen Medien präsentierten Deutschland als ein „ideales Land“ zum Arbeiten. „Ich wollte mir ein eigenes Bild machen.“ Sich jedoch in einem neuen Land zurechtzufinden, sei für ihn zunächst nicht leicht gewesen. Immerhin: Bietigheim-Bissingen gefällt ihm gut. „Es ist eine schöne Stadt“.

Was ihm bisher die größte Schwierigkeit bereitet hat, ist die deutsche Sprache. „Ich bin ohne deutsche Sprachkenntnisse nach Deutschland gekommen“, sagt er. Aber inzwischen habe er sich an Land und Menschen gewöhnt und kann sich auch auf Deutsch einigermaßen unterhalten. Dazu habe Valeo mit beigetragen, sagt er. Im Oktober 2017 bekam er das erste Mal Deutschunterricht. „Eine Deutschlehrerin kommt zu uns in die Firma.“ Der Unterricht findet zwei Mal die Woche, jeweils drei Stunden, an seinem Arbeitsplatz statt und ist kostenlos.

Aber nicht nur die neue Sprache war für ihn eine Herausforderung, sondern auch die neue Arbeitsweise. Er vergleicht die Arbeitsmoral der zwei Länder, wie er sie erlebt hat. „In Frankreich machen sich die Menschen viele Gedanken, wie sie ankommen“, sagt er. In Deutschland legten die Menschen mehr Wert auf die Produktion und die Arbeit selbst. Außerdem seien seine deutschen Kollegen direkter. „Das spart viel Zeit“, sagt er und lächelt. Franzosen seien genau das Gegenteil. Das Betriebsklima bei Valeo sei entspannt und seine Kollegen sehr hilfsbereit, erzählt er zufrieden. Bei Valeo arbeiten viele weitere Franzosen. Mit einigen ist er inzwischen befreundet.

Daher habe er nicht oft Heimweh. „Meine Familie und das französische Essen vermisse ich trotzdem“, erzählt er. „Besonders der französische Käse ist unvergleichlich gut“, schwärmt er. Sein Vertrag läuft bis nächstes Jahr. Wie’s dann weitergeht? Mal sehen. Zurzeit freut er sich erst einmal auf seinen Urlaub. Es geht nach Frankreich, an die Côte d’Azur, natürlich.

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