Bietigheim-Bissingen Neue Kindernester: Stadt investiert 110.000 Euro

Bei der Schlüsselübergabe: Oberbürgermeister Jürgen Kessing und Ulrike Hesser (vorne rechts), eine der vier Tagesmütter.
Bei der Schlüsselübergabe: Oberbürgermeister Jürgen Kessing und Ulrike Hesser (vorne rechts), eine der vier Tagesmütter. © Foto: Martin Kalb
Bietigheim-Bissingen / SUSANNE YVETTE WALTER 02.05.2014
In Bissingen wurden am Mittwoch zwei neue Kindernester offiziell eingeweiht. Die Stadt Bietigheim-Bissingen investiert in diesen Bereich 110.000 Euro und übernimmt dauerhaft die Miete.

In einer besonderen Feierstunde stellten am Mittwoch die beiden Kindernester "Sonnenkäfer" und "Glühwürmchen" in der Bissinger Lindenstraße 48 erstmals ihre neuen Räumlichkeiten der Öffentlichkeit vor. 18 Kinder finden in der ersten Großtagespflegestelle in Bietigheim Platz. "Die Nachfrage ist groß", ließ eine der vier leitenden Erzieherinnen, Dagmar Andersen, wissen. Von den 18 eingerichteten Ganztagesbetreuungsplätzen der beiden Kindernester sind bereits 13 vergeben. Die Stadt übernahm die Kosten für die Renovierung des Hauses Lindenstraße 48, die Einrichtung mit Kosten von 110.000 Euro, und sie übernimmt dauerhaft die Miete.

"Wir sind der Stadt für diesen Schritt sehr dankbar", ließ Erzieherin Ulrike Hesser bei der Feierstunde zur Einweihung wissen. Draußen im Foyer wartete ein Schlüssel aus Hefezopf, darauf, verspeist zu werden. Drinnen übergab Oberbürgermeister Jürgen Kessing den vier Leiterinnen der beiden Kindernester feierlich den Schlüssel.

"Wir sind sehr froh darüber, dass die vier Leiterinnen hier mit großem Engagement und vor allem mit viel Eigendynamik die Betreuung von weiteren 18 Kindern übernehmen", betonte er.

Bei einer Maximalbelegung, von der die Stadtverwaltung bis spätestens September 2014 ausgeht, kommen für die laufenden Betriebskosten für die beiden Kindernester auf die Verwaltung jährlich rund 60.000 Euro an Ausgaben zu, Geld das Kessing als gut angelegt ansieht - wirft man einen Blick auf den Bedarf. "Ursprünglich war angedacht, die Kindernester auch für Null- bis dreijährige von außerhalb zu öffnen. Das haben wir jedoch ändern müssen, weil die Nachfrage von Bietigheimer Eltern allein schon so groß ist", erklärte Dagmar Andersen die aktuelle Situation. Die vier leitenden Erzieherinnen Dagmar Andersen, Bettina Halbmann, Ulrike Hesser und Salome Becker entwickeln ihr Konzept selbst. Die Stadt übernimmt nur die genannten Kosten.

Eine wichtige Rolle spielt das Kinderkompetenzentrum als Vermittler zwischen den Kindernestern und den Eltern. Hier werden auch eventuelle Zuschüsse abgeklärt. Nähere Auskunft dazu gibt die Internet-Seite des Landratsamtes (siehe unten). Als Repräsentantin war Martina Hartwig zur Einweihung gekommen. Das Kompetenzzentrum spielte auch eine entscheidende Rolle, als es um die kindgerechte Einrichtung der Räumlichkeiten und des Gartens ging, ließ Erzieherin Andersen wissen. Die vier Leiterinnen wurden hier ausführlich beraten. Als pädagogische Richtlinie dient - und diese Idee kam von den Erzieherinnen selbst - das pädagogische Konzept der ungarischen Kinderärztin Emmi Pikler. "Alles muss so sicher sein, dass sich Krabbelkinder und die, die gerade ihre ersten Gehversuche machen, frei und sicher bewegen können", beschrieb Andersen die Grundlagen für eine sinnvolle Einrichtung. Es gibt Möglichkeiten zum Klettern im Kleinkindbereich, Kuschelecken und eine Fußbodenheizung. "Alles ist so angelegt, dass Kinder viel Raum haben, ihre eigenen Stärken zu entdecken und zu spüren und sich selbst zu erforschen. Das stärkt das Selbstbewusstsein. Unterstützend greifen wir nur dann ein, wenn sich ein Kind unwohl fühlt", beschreibt sie die Vorgehensweise der Pädagoginnen. Dazu kommt ein kindgerecht angelegter Garten mit Sandkasten und kleiner Rutsche. Die Öffnungszeiten von 7.30 Uhr bis 17 Uhr seien flexibel. Auch eine Randzeitbetreuung ist im Einzelfall möglich, wenn etwa ein Elternteil länger arbeiten muss. "Die Kinder haben hier ihr Schlafplätzchen und einen festen Tagesablauf", betonte die Erzieherin. Besonders froh ist das vierblättrige Kleeblatt über das Bällebad, das wie das kleine Labyrinth auch beiden Gruppen zur Verfügung steht. "Im März haben wir unseren Betrieb aufgenommen. Die Renovierungsarbeiten wurden bereits Anfang des Jahres abgeschlossen. Die Kinder sind schon heimisch geworden", erzählte sie.

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