Bietigheim-Bissingen Neuauflage: Galerie im Unteren Tor zeigt Werke des Künstlers Detlef Willand

Das Bild zeigt den Künstler Detlef Willand im Gespräch mit einem Ausstellungsbesucher zwischen seinen Werken in der Galerie im Unteren Tor.
Das Bild zeigt den Künstler Detlef Willand im Gespräch mit einem Ausstellungsbesucher zwischen seinen Werken in der Galerie im Unteren Tor. © Foto: Martin Kalb
Bietigheim-Bissingen / RUDOLF WESNER 20.05.2014
Mehr als drei Jahrzehnte ist es her, dass erstmals Werke von Detlef Willand in der Galerie im Unteren Tor zu sehen waren. Jetzt wird erneut Kunst von Willand am gleichen Ort ausgestellt.

Nach längerer Pause zeigt die Bietigheimer Galerie im Unteren Tor wieder eine Ausstellung mit Arbeiten von Detlef Willand, der im kleinen Walsertal lebt. Neben einer sehr großen Zahl älterer Blätter aus dem Bestand der Galerie brachte der Künstler einige ganz neue Werke mit. Bis 17. August können sie angesehen werden.

Vor 33 Jahren wurden erstmals Holzschnitte von Detlef Willand in der Galerie im Unteren Tor gezeigt. Damals leitete sie noch Stephan Heiland, der diesen außergewöhnlichen Schöpfer unübertrefflich ausdrucksdichter, gleichwohl auch vital bewegter und bewegender, als Handdruck veröffentlichter Blätter entdeckte und in der Region bekannt machte. Mehrfach enthielten auch die von der Galerie herausgegebenen, großformatigen Holzschnittkalender Willand-Arbeiten. Es erstaunte deshalb nicht, dass sich zur Eröffnung der Ausstellung am Sonntag eine sehr große Zahl von Willand-Fans in dem schmalen Torgebäude drängten.

Die Ausstellung trägt den Titel "79 und noch immer am Werk" und umfasst annähernd 100 Exponate, die über drei Ebenen verteilt bestaunt werden können. Die ältesten Drucke von Farbholzschnitten stammen noch aus den 1970er-Jahren. Der Zyklus "Ein Totentanz im Gebirge" entstand mit acht sehr zeitkritischen Blättern, die in einer Mappe zusammengefasst erworben werden können, erst 2012 und 2013.

Detlef Willand, der in seinem Gesamtwerk das Leben und Sterben des Menschen sich widerspiegeln lässt, wandte sich, wie Marianne Gollnick und Michael Ganz von der Galerie im Unteren Tor betonten, in neuerer Zeit vor allem der "Magie der gewaltigen Bergmassive, die vor seiner Haustüre liegen" zu. Sie fügten hinzu: "In den acht Holzschnitten dieses Zyklus übt Willand harsche Kritik am harten Tourismus" und er scheut sich nicht, den anonymen Mächten, die dafür verantwortlich sind, in der traditionellen Ausdrucksform des Totentanzes ein Gesicht zu verleihen".

Diese Kritik artikulierte Willand in Bildern, die er in gewohnt filigraner und emotional bewegter Darstellung der vom als Gerippe markierten Todes beherrschten, mithin makaber wirkenden Szenarien gestaltete. Titel wie "Die Platt-Walzer", "Moneymakers Cha-Cha-Cha" oder "Die Gier spuckt Schwarzgeld" lassen erkennen, wie bitterernst es dem Künstler zumute war und sicher noch ist, wenn er die Zerstörung der ursprünglichen Natur und Kultur des Walsertales durch massiven Tourismus erleben muss.

Doch Freunde des zeitgenössischen, meisterhaft geschaffenen Holzschnitts - auch und vor allem des kunstvollen Farbholzschnitts - finden in dieser Ausstellung eine immense Fülle an Arbeiten von Detlef Willand, die heitere Akzente aufweisen. Ansichten von Landschaften und Gebirgsmassiven, von Menschen in lebensfrohen Situationen, von Tänzerinnen und Musikern, aber auch von allerlei Getier dienten dem Künstler stets als Motive, denen er sich mit Liebe und Offenheit zuwandte. Willands Blätter sind von praller erzählerischer Kraft geprägt, weshalb es sich empfiehlt, sie mit Konzentration und Entdeckungslust anzuschauen, um die zahllosen feinen und feinsinnigen Details darin aufzuspüren.

Öffnungszeiten: dienstags, donnerstags und freitags von 10.30 bis 13 Uhr sowie von 15 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 14 Uhr.

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