Bietigheim-Bissingen / Von Heike Rommel  Uhr

Es war eine besondere Veranstaltung der „Aktiven Senioren“ im Bietigheimer Enzpavillon: Drei ehemalige Studentinnen  der staatlichen „Academy of Art“ in Albanien  gaben am Samstagabend ein Konzert und präsentierten Mode.  Die Pianistin Dhurata Lazo und der Saxofonist Zija Bejleri umrahmten musikalisch die  Designer-Modelle der Modeschöpferin Eglantina Frroku. „Die sanfte Sommerbrise“ ist der Titel der Mode-Ausstellung auf der Galerie des Enzpavillons, die während der Öffnungszeiten noch bis Ende Juli besichtigt werden kann.

Der Designerin und den beiden Musikern, die seit ihrem Studium befreundet sind, war die Freude darüber anzusehen, was sie im Enzpavillon auf Initiative der  „Aktiven Senioren“ auf die Beine gestellt hatten. Während es die Pianistin und den Saxofonisten nach Kaiserslautern verschlagen hat, wirkt die Designerin in Bietigheim. Lazo und Bejleri eröffneten mit dem „Cocertino“ des in der italienischen Romantik beheimateten, lombardischen Komponisten Gaetano Donizetti und spielten Jerome Savaris romantische Motive aus dem „Freischütz“ von Carl Maria von Weber um den heiratswilligen Jägersburschen Max phantasievoll aus.

Glamouröse Sommermode

Bejleri, international auch als Dirigent und Big Band-Leader unterwegs, ist wie seine Partnerin am Klavier als Jazzer der zeitgenössischen Musik nicht abgeneigt. Jean Baptiste Arbans „Caprice e Variation“ war auf die  Ausstellung von Eglantina Frroku zugeschnitten, wo sich die Gäste in luftig-leichter und gleichzeitig „glamouröser“  Sommermode vorstellen konnten, wie die Designerin selbst über ihre Modelle sagte. Frroku setzt in ihrem Modedesign auf Eleganz und leuchtende Sommerfarben für Menschen jeden Alters.

Dazu passten die Kompositionen weltbekannter Pianisten wie Wolfgang Amadeus Mozart, Ervin Stafa und Frederic Chopin, die von der Solo-Kunst der mehrfach ausgezeichneten Dhurata Lazos am weißen Bechstein-Flügel  zeugten. Mozarts im Alter von 27 Jahren geschriebene Klaviersonate Nummer zehn entlockte der Pianistin die für das Allegro moderato erforderliche Fröhlichkeit schnell.

Im Andante spionato in Frédéric Copins „Polonaise Héroic“, für den deutsch jüdischen Bankier Auguste Léo geschrieben und eines der bedeutendsten Klavierwerke des polnischen Komponisten überhaupt, enpuppte sich die Profi-Pianistin als Chopin-Expertin, die es versteht, den Zuhörern Gänsehaut zu machen. In technischer Perfektion, die ihr jegliche Freiheit für die Empathie mit diesem Stück ließ, spielte sich Dhurata Lazo wie von Zauberhand in die „Grande Polonaise brillante“, einer Art Hommage an die Sommermode ihrer Bietigheimer Freundin.

Für die Interpretation von Chopin erntete die Albanerin, die in ihrer Heimat spontan anfing zu dirigieren, als Kinder auf dem Spielplatz sangen, im Enzpavillon stehende Ovationen. Ohne Zugabe wurde die mit dem Saxofonisten Zija Bejleri verheiratete Pianistin nicht von der Bühne gelassen.  In solchen Konzert-Abschnitten würde mit geschlossenen Augen keiner denken, dass nur zwei Hände am Werk sind und dass so eine feinfühlige Person über einen derart kräftigen Anschlag verfügt.