Es ist nicht so sehr das Rauskommen aus dem Feuerwehrstützpunkt in den Bietigheimer Mühlwiesen, „sondern wir haben eher Probleme mit dem Reinkommen“, berichtet Feuerwehrkommandant Frank Wallesch und meint den neuen Kreisverkehr, der die Zufahrt zum vor kurzem eröffneten Einkaufszentrum, aber eben auch zur Feuerwehr regeln soll.

Auch BZ-Leser berichten von „massiven Problemen“ rund um den Kreisverkehr, vor allem bei der Anlieferung der Märkte.

Rückstaus seien die Folge, oft sei das Durchkommen schwierig. Wallesch bestätigt die Beobachtung. Er hat festgestellt, dass etwa die Fußgängerüberwege zu dicht an den Kreiselausfahrten liegen. „Wenn Autofahrer da warten müssen, bilden sich schnell Rückstaus“, beobachtet er. Genau in den Staus stehen dann auch die freiwilligen Feuerwehrleute, wenn sie zum Einsatz gerufen werden und zur Wache müssen. Und Fußgänger gibt es dort derzeit reichlich. Viele Einkäufer weichen bei voll belegten Stellflächen am Mühlwiesencenter auf die Parkplätze Richtung Kronenzentrum aus und machen sich zu Fuß auf den Weg zum Einkauf.

Der Lückenschluss zur Innenstadt ist gewollt und war zum Beispiel für den Lebensmittelanbieter Hit mit ein Kriterium für die Ansiedlung. Doch für Fußgänger und Fahrradfahrer ist diese Anbindung ausbaufähig. Zwar gibt es vom Kronenzentrum direkt an der Enz einen beleuchtetet Fuß- und Radweg, doch der endet unvermittelt mitten auf dem Wohnmobil-Stellplatz. Nur wenige Meter fehlen demnach, um das Mühlwiesencenter abseits vom Autoverkehr anbinden zu können. Eine Idee, die Bürgermeister Joachim Kölz nach eigenen Angaben inzwischen aufgegriffen hat und prüfen lässt. „Wir haben das Thema auf der Agenda. Mal sehen, was sich da machen lässt“, so Kölz gegenüber der BZ. Die Stadt und der Bürgermeister würden ohnehin am liebsten den gesamten Bereich unter der B27-Brücke überplanen, also neu gestalten. Dem stehe allerdings noch ein Wohnhaus an der Enz entgegen. Das gehört zwar der Stadt, die Mieter dort haben aber ein lebenslanges Wohnrecht.

Vier Wochen Schonfrist

So wird es zunächst bei Einzelmaßnahmen bleiben – auch was den Wohnmobilstandort betrifft. Der wirkt an der Einkaufsachse mittlerweile reichlich deplatziert und soll laut Kölz verlegt werden. Wohin, ist noch nicht bekannt.

Und der Kreisel? Frank Wallesch ist optimistisch und schreibt die derzeitigen Behinderungen einer „anfänglichen Besuchereuphorie“ bezüglich des Mühlwiesencenters zu. Vier Wochen will er abwarten, ob sich der Verkehrsfluss an dem Kreisverkehr reguliert. Davon gehe er aus, wenn nicht, müsse man sich aber noch einmal zusammensetzen.