Der Verein Stadtmobil will eine Lücke schließen, die dem umweltbewussten Autofahrer entgegenkommen soll: Hier kann er sich über das Internet einen fahrbaren Untersatz besorgen, sogar für die Fahrt in den Urlaub. Zunächst war der Verein nur in Stuttgart aktiv, mittlerweile hat er sein Angebot als GmbH auch auf das Umland erweitert und ist unter anderem in Bietigheim-Bissingen präsent. Dort werden die Stadtmobil-Fahrzeuge nach Auskunft des Betreibers rege genutzt, weshalb jetzt zwei Fahrzeuge in Bahnhofsnähe hinzugekommen sind (die BZ berichtete).

Markus Draxler, Vorstandsmitglied von Stadtmobil, erzählt die Geschichte der Idee, die im Jahr 1991 im Verkehrsclub Deutschland, Kreisverbund Stuttgart, geboren wurde. „Damals gab es eine Arbeitsgruppe, die sich um privates Auto-Teilen gekümmert hat. Die Idee dazu kam aus Berlin.“ Der Verein Stadtmobil stellte 1992 die ersten zwei Autos in Stuttgart in Betrieb.

Seit 2013 in Bietigheim

Nachdem sich die Sache bis März 2000 gut entwickelt hatte, wurde die Carsharing AG gegründet. Denn Stadtmobil konnte die Organisation und Abwicklung als Verein nicht mehr stemmen. Dieser AG gehörten Vereinsmitglieder und Kunden an, die sich Aktien zulegten und zwischen 2001 und 2003 die AG in Stuttgart komplett übernahmen, erzählt Draxler.

„Zunächst dachten wir, dass das Thema Carsharing nur in der Großstadt interessant sei und entschieden uns, uns nicht aufs Umland auszubreiten“, sagt Markus Draxler. Doch einen Versuch, auch in der Region präsent zu sein, unternahm die AG dann doch: Die ersten Ausleih-Fahrzeuge kamen 2013 nach Bietigheim, wo am Kronenzentrum zwei Fahrzeuge versuchsweise stationiert wurden.

Angebot erweitert

„Wir wissen zwar nicht genau, warum, aber das Angebot in Bietigheim-Bissingen wird in letzter Zeit gut angenommen“, erklärt Markus Draxler und fügt hinzu: „Es scheint eine Gruppe von Benutzern zu geben, die das Angebot regelmäßig nutzt. Das veranlasste uns, weitere zwei Fahrzeuge zu stationieren und zwar in Bahnhofsnähe. Es gibt auch eine Fahrradbox. Wer also so ein Auto benutzt, kann sein Fahrrad in der Box einschließen und nach der Nutzung dort auch wieder abholen“, erklärt Draxler und betont: „Wir beobachten, dass die Autos ausgelastet sind.“ In Bietigheim-Bissingen hat der Nutzer die Möglichkeit zwischen einem Kleinwagen, einem Opel Corsa, und einem Kombi, einem Opel Astra, zu wählen. Von jeder Fahrzeugart stehen ihm zwei zur Verfügung.

Und so funktioniert’s: Wer mit dem Gedanken spielt, ein Fahrzeug auszuleihen, meldet sich zunächst einmalig auf der Homepage von Stadtmobil an und schließt dort einen Vertrag ab. Online oder per Telefon kann man das Fahrzeug reservieren. Innerhalb der gebuchten Frist muss es dann auch wieder zurückgegeben werden. Anhand der Nutzungsdaten wird eine monatliche Rechnung erstellt und per Lastschrift eingezogen. Wer den Vertrag beenden möchte, kann dies mit Kündigungsfrist von vier Wochen zum Monatsende tun. Die telefonische Buchungszentrale ist rund um die Uhr sieben Tage die Woche besetzt und fungiert auch als Notrufzentrale, wenn es zu Problemen kommt oder ein Unfall passiert.

In ganz Deutschland


Beteiligt am Carsharing sind der Verein Stadtmobil und die Stadtmobil Carsharing AG. Die AG ist ein Teil der Stadtmobil-Gruppe. Das sind acht Kernfirmen, die unter einem Dach Carsharing in Deutschland anbieten. „Man kann also als Kunde bei der Stadtmobil Carsharing AG neben Fahrzeugen in Bietigheim-Bissingen auch Fahrzeuge in Karlsruhe, München und Hannover innerhalb der Stadtmobil-Gruppe nutzen oder in Ulm, Tübingen, Freiburg bei Kooperationspartnern“, erkärt Markus Draxler.