Bietigheim-Bissingen / BETTINA NOWAKOWSKI  Uhr
Die Stadtwerke Bietigheim-Bissingen unterstützen zum wiederholten Mal das BZ-Zeitungsprojekt "Wir lesen intensiv" und bieten als Ansprechpartner für die Schüler auch einen Einblick in Ausbildungsberufe rund um das Thema Energie.

"Durch das Zeitungsprojekt sind wir nicht nur Ansprechpartner für die Schüler bei der Recherche für ihre Artikel, sondern sie lernen auch unser Unternehmen kennen", hebt Ute Grothe, Sprecherin der Stadtwerke Bietigheim-Bissingen (SWBB), hervor. "So können wir die Schüler für das Thema Energie sensibilisieren und sie auch für unsere Ausbildungsberufe interessieren."

Bei den SWBB sind 200 Mitarbeiter für die Versorgung von Privat- und Geschäftskunden mit Energie, Wasser und für die Beseitigung und Reinigung des Abwassers sowie für die Bäder und Eishallenbetriebe zuständig. Außerdem unterstützen die SWBB die umliegenden Kommunen im Energiebereich wie auch bei der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, sowohl im kaufmännischen wie im technischen Bereich. Über ihren Netzbetrieb in Bietigheim-Bissingen, Sersheim und Oberriexingen hinaus sind die SWBB auch in Kommunen wie zum Beispiel in Ingersheim oder Löchgau mit Betriebsführungen tätig. Zusammen mit Angeboten für ein Praktikum soll das Interesse an dem Berufsbereich Energieversorgung geweckt werden.

Die SWBB bilden in folgenden Berufen aus: Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement mit Wahlqualifikation, industrielles Servicemanagement, Energieelektroniker/in Fachrichtung Betriebstechnik, Anlagen-Mechaniker/in mit Fachrichtung Rohrsystemtechnik, Fachangestellte/r für Bäderbetriebe, Fachkraft für Abwassertechnik und Fachinfomatiker/in. Zur Zeit gibt es 14 Auszubildende im Unternehmen. Allerdings haben die SWBB auch damit zu kämpfen, dass der Trend zu kaufmännischen Berufen geht, während für die technischen nur wenige bis gar keine Bewerbungen eingehen. So sind die Ausbildungsberufe im Bereich Bäderbetriebe, Abwassertechnik und Informatik noch unbesetzt. Vor allem die hochtechnisierten Berufe als Fachkraft für Bäderbetriebe und Abwassertechnik leiden seit Jahren unter mangelnder Nachfrage. Ein Umstand, der wohl auch viel mit Vorurteilen zu tun hat, wie Thilo Dittmann, Leiter der Bäder und Eishalle, und Georg Ruf, Abteilungsleiter Abwasser, vermuten. "Bei Abwasser denken viele, das stinkt, das mache ich nicht", weiß Georg Ruf. "Als Fachangestellter für Bäderbetriebe hat man hingegen einen vielseitigen Aufgabenbereich, denn dazu gehören technisches Wissen, Öffentlichkeitsarbeit, Verwaltung bis hin zum Einkauf", so Thilo Dittmann. Beides seien zukunftssichere Berufe mit guter Bezahlung. Dass gerade in den technischen Berufen der Nachwuchs fehlt, sei aber nicht nur ein regionales Problem, sondern gelte generell für die Branche.

"Die Hemmschwelle scheint hoch zu sein", meint Thomas Walter, kaufmännischer Abteilungsleiter. "Die muss man abbauen."

Dazu soll das Angebot an Betriebsführungen und Praktika beitragen. Für Sabrina Geske, die ihre Ausbildung bei den SWBB abgeschlossen hat und nun als Sachbearbeiterin im Front-Office Technik arbeitet, waren gerade die Vielseitigkeit und die Aussicht, übernommen zu werden, entscheidende Kriterien für ihre Berufswahl: "Man lernt das ganze Unternehmen kennen und kann dann seinen Schwerpunkt setzen." Seit ihrer Ausbildung sind bei den SWBB 20 Mitarbeiter beschäftigt, zum Teil seit über 25 Jahren. "Die Stadtwerke wachsen, da lohnt es sich, mitzuwachsen", erläutert Matthias Britsch, kaufmännischer Leiter und Prokurist. Das Zeitungsprojekt "Wir lesen intensiv" biete jungen Leuten deshalb auch eine gute Gelegenheit, sich mit dem Thema Energie intensiv auseinanderzusetzen und in einen zukunftssicheren Beruf einzusteigen.

"Wir lesen intensiv"

Das Projekt soll die Lese-, Sprach- und Schreibkompetenz der Schüler fördern und der vertieften Arbeit und Auseinandersetzung mit Zeitung und Nachrichten dienen. Das Projekt richtet sich an Schüler ab der Klasse acht. Dieses Jahr nehmen Waldschule Bissingen, Realschule im Aurain , Ellental-Gymnasien, Kirbachschule Sachsenheim und Lichtenstern-Gymnasium Großsachsenheim teil.