Henning Dongs Lieblingsstücke sind „Trumpet Voluntary“ von Henry Purcell und „Zug der Zwerge“ von Edvard Grieg. Beides hat er beim Regionalwettbewerb von „Jugend musiziert“ gespielt und die nächste Runde auf Landesebene erreicht. Das wäre nichts Ungewöhnliches, doch das erste Stück wurde für Trompete komponiert, das zweite für Klavier. Der Elfjährige Bietigheim-Bissinger hat mit zwei verschiedenen Instrumenten erfolgreich teilgenommen.

Im Hinblick auf den Landeswettbewerb, der Ende März in Heidenheim stattfindet, hat er sich vorgenommen noch mehr zu üben und dort das Ergebnis vom Regionalwettbewerb zu wiederholen. Als Solopianist in seiner Altersgruppe II hat er die Maximalpunktzahl von 25 erreicht, mit seinen drei Trompetenkollegen im Ensemble hat er mit 23 Punkten ebenfalls einen ersten Preis gewonnen. Im Verbund wurde er in der dritten Altersgruppe gewertet und hat damit die Möglichkeit bis zum Bundeswettbewerb zu kommen. „Ich denke, wir haben gute Chancen“, sagt Dong, der bereits „Jugend musiziert“-Erfahrung vorweisen kann. Mit den anderen Jungs übt er samstags, „aber nicht jede Woche. Wir sollen uns nicht überstrapazieren.“ Das Wertungsprogramm wird er im Vergleich zum Regionalwettbewerb nicht mehr verändern, weder am Klavier noch im Trompeten-Ensemble.

Henning Dong geht in die 6. Klasse des Ellentalgymnasiums. Die Musik macht er nur als Hobby und so soll es auch bleiben, meint er. Sein Lieblingsfach in der Schule ist Mathematik und sein Wunsch ist es, das später mal zu studieren. Wenn er nicht übt oder für die Schule lernt, spielt Henning Dong gern Basketball.

Im Alter von fünf Jahren hat der heute Elfjährige mit dem Klavierspielen angefangen, zunächst bei einer Privatlehrerin in Shanghai. 2012 zog die Familie von China nach Bietigheim-Bissingen um. Das Klavier allerdings habe Verspätung gehabt, erzählt seine Mutter Saying Song. Die Konsequenz: Etwa ein halbes Jahr Zwangspause. In der Bläserklasse der Hillerschule hat Henning Dong zum ersten Mal Trompete gespielt, da ging er in die dritte Klasse. Rund ein Jahr später wollte er selbst Einzelunterricht nehmen. Den bekommt er momentan sowohl an der Trompete als auch am Klavier an der Bietigheim-Bissinger Musikschule. Dienstags hat er seinen Unterrichtstag, an allen anderen Tagen übt er 30 Minuten Trompete und eine Stunde Klavier – „außer Sonntag, da ist Ruhetag“, sagt er.

Das Gefühl, dass die Musik ihm zu viel wird, kennt er nicht: „Es macht mir so viel Spaß!“ Und auch Nervosität ist für ihn kein Problem, wie er erzählt. Zusammen in der Gruppe sowieso nicht und wenn er solo spielt, dann kribbele es nur vor dem Auftritt, aber beim Spielen spüre er davon nichts mehr.