Ausschuss Minus fällt geringer aus

Ludwigsburg/Bietigheim-Bissingen / Uwe Roth 11.07.2018

Die Kreiskliniken Ludwigsburg, Marbach und Bietigheim-Vaihingen haben im vergangenen Jahr ein Defizit von knapp zwei Millionen Euro erwirtschaftet. Das gab der für die Finanzen zuständige Klinikdirektor Axel Hechenberger im Verwaltungsausschuss des Kreistags am Montag bekannt.

Aus seiner Sicht haben die Häuser „besser abgeschnitten, als geplant“. Für 2017 war ein Minus von 2,1 Millionen Euro kalkuliert worden. Die Bilanzsumme ist im Vergleich zum Vorjahr von 460 auf 475 Millionen Euro angewachsen. Ursache sei eine gestiegene Investitionstätigkeit gewesen, so der Abschlussbericht.

50 Millionen Euro Investition

Die Klinik-Holding RKH GmbH, zu der die Krankenhäuser in Marbach, Ludwigsburg und Bietigheim gehören, hat das vergangene Jahr mit einem Überschuss von 190 000 Euro abgeschlossen. Geplant war ein Plus von 78 000 Euro. 2016 hatte die Holding noch ein Minus über 607 000 Euro in den Büchern stehen.

Sorge bereitet Hechenberger allerdings, dass die Rücklagen für drei Krankenhäuser auf knapp 670 000 Euro geschrumpft sind. Das Eigenkapital beträgt noch 6,2 Millionen Euro. Die Kreiskliniken stehen vor einer Investition von über 50 Millionen Euro. Der größte Teil der Finanzierung dürfte auf den Kreis zukommen, wie Landrat Rainer Haas sagte und gleichzeitig betonte, dass die Kliniken „sehr, sehr gut unterwegs sind“. Haas machte deutlich, dass es für ihn trotz der finanziellen Herausforderungen keine Alternative zu einer kommunalen Trägerschaft gibt.

CDU-Fraktionschef Manfred Hollenbach sagte, ihm stelle sich die Frage, „aus welcher Perspektive das Betriebsjahr gut gelaufen ist?“ Die kaum noch vorhandenen Rücklagen „haben mich alarmiert“. Andere Kliniken im Land in öffentlicher Trägerschaft erwirtschafteten Gewinne in nennenswerter Höhe, so seine Behauptung. Hollenbach hält es deshalb für notwendig, „in ein anderes Fahrwasser zu kommen“.

Herbert Pötzsch von den Freien Wählern wollte vom Landrat wissen, wie „hoch die Belastung sein könnte, die auf den Landkreis zukommt?“ Egon Beck gab Haas Rückendeckung, in dem er betonte, „dass die SPD zur kommunalen Trägerschaft steht“.

Für das negative Ergebnis des vergangenen Jahres ist insbesondere das Krankenhaus in Marbach verantwortlich, das mit dem höchsten Minus-Abschluss aufwartete. Ebenfalls im Minus schloss das Krankenhaus Bietigheim-Vaihingen ab, während das Ludwigsburger Klinikum ein Millionen-Plus erwirtschaftete. Im Jahr 2016 hatte das Ergebnis  bei 4,4 Millionen Euro gelegen, das Minus für Bietigheim bei 1,45 Millionen Euro sowie das von Marbach bei 1,58 Millionen Euro.

Defizite der Kliniken

2,09 Millionen Euro betrug das Defizit des vor der Abwicklung stehenden Krankenhauses in Marbach. Das kleinste der bestehenden Häuser innerhalb des Klinikenverbundes im Landkreis hat damit den Bärenanteil der Negativ-Bilanz zu tragen. Das Krankenhaus Bietigheim-Vaihingen kommt auf ein Minus von 900 000 Euro.

1,06 Millionen Euro beträgt das erwirtschaftete Plus im Haupthaus, dem Klinikum Ludwigsburg, das als einzige Einrichtung einen positiven Abschluss einbringt.. ur

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel