Traditionsbetrieb Metzgerei Dietz ist zahlungsunfähig

Die Dietz-Hauptgeschäftsstelle.
Die Dietz-Hauptgeschäftsstelle. © Foto: Helmut Pangerl
Bietigheim-Bissingen / luk 05.07.2017

„Unser heutiger Betrieb ist technisch bestens ausgerüstet... Es ist für uns Tag für Tag ein Ansporn, für unsere Kunden das Beste zu geben“, heißt es auf der Homepage der Bietigheimer Metzgerei Dietz. Das Unternehmen mit Gründungsjahr 1889 ist stolz auf seine Tradition und Entwicklung. 20 Filialen betreibt die Metzgerei in der Region und beschäftigt 110 Mitarbeiter.

Nun hat Geschäftsführer Wilhelm Dietz Insolvenz anmelden müssen. Die Metzgerei ist zahlungsunfähig, hofft, sich aber sanieren zu können. In einer Mitteilung aus dem Büro des vorläufigen Insolvenzverwalters Dr. Tibor Braun heißt es, die Eröffnung des Insolvenzverfahrens sei am 3. Juli beim Amtsgericht Heilbronn eingereicht worden. Für die Mitarbeiter in den Filialen und in der Zentrale in Bietigheim ändert sich zunächst nichts. Sie werden bis September über das Insolvenzgeld der Arbeitsagentur abgesichert. Auch sämtliche Filialen bleiben zunächst geöffnet. Wie es letztlich weitergeht, hängt nach Auskunft des Insolvenzverwalters vom Ausgang des Verfahrens ab. Er sei aber zuversichtlich, dass der Geschäftsbetrieb im Rahmen des Insolvenzverfahrens „reibungslos fortgeführt“ werden könne.

Ursache der wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind laut der Mitteilung die generell rückläufige Kundenfrequenz und sinkende Umsätze im Einzelhandel sowie teils zu hohe Mieten für Ladengeschäfte. Zudem belasteten die Forderungen der Altgesellschafterin den Betrieb seit mehr als 15 Jahren. Wilhelm Dietz ließ verlauten: „Wir wollen unsere traditionsreiche Metzgerei erhalten. Dafür müssen wir uns an die veränderten Marktbedingungen und Strukturen anpassen. Das ist das Ziel des Verfahrens. Es wird aber keinerlei Abstriche hinsichtlich der Produktpalette und der hohen Qualität unserer Fleisch- und Wurstwaren geben.“ Die Metzgerei erwirtschaftete zuletzt einen Gesamtumsatz von zehn Millionen Euro.