Sie ist so groß ist wie ein Joghurtbecher und birgt wichtige Informationen für den Notfall. Die SOS-Rettungsdose enthält Angaben über Medikamente und Vorerkrankungen und wird im Kühlschrank aufbewahrt. Tritt ein Notfall ein, weiß der Rettungsdienst oder der Notarzt sofort Bescheid. Seit Ende des vergangenen Jahres hat die BZ-Aktion Menschen in Not 1500 weitere Dosen gespendet. „Das Prinzip ist so einfach wie effizient, denn im Notfall zählt jede Sekunde und jede medizinische Information kann über Leben entscheiden“, sagt Manfred Gläser. Der Vorsitzende der BZ-Aktion Menschen in Not hofft, dass sich viele Mitbürger eine SOS-Dose besorgen.

Unterstützung für den Notfall

Über die 1500 neuen Rettungsdosen freuen sich die Vorsitzende des Dachverband für Seniorenarbeit, Renate Wendt, und der Vorstand der Stiftung für die Diakoniestation, Thomas Reusch-Frey: „Unerwartet und plötzlich kann es kommen, dass es zu einer medizinischen Notsituation kommt“, beschreiben Renate Wendt und Thomas Reusch-Frey den Ausgangspunkt für den Einsatz der Rettungsdosen in Bietigheim-Bissingen und Umgebung. Sei es ein Unfall, eine Krankheit, eine Allergie oder plötzlich auftretende Beschwerden. Es gibt viele Umstände, die einen Patienten oder dessen Angehörige dazu veranlassen, eine Notfallpraxis aufzusuchen oder den Rettungsdienst zu rufen.

„Wir haben ein gutes Gesundheitssystem. Ärzte, Sanitäter, Krankhäuser stehen bereit, die Patienten zu versorgen“, sind Wendt und Reusch-Frey überzeugt. Das sei gerade in der aktuellen Situation der Corona-Krise hoch zu würdigen. „Und wir wollen einen Beitrag dazu leisten, dass im Notfall oder in Stresssituationen keine wertvolle Zeit verloren geht, die für die Versorgung genutzt werden kann. Die wichtigen Informationen sollten sofort zur Verfügung stehen“, betonen Renate Wendt und Thomas Reusch-Frey.

Bereits mehr als 2000 Dosen im Kreis im Einsatz

Eine wesentliche Hilfe leiste dabei die SOS Rettungsdose. Sie enthält ein Datenblatt, auf dem die persönlichen Daten, die Kontaktdaten des Hausarztes und des Pflegedienstes vermerkt werden können. Außerdem kann man darauf Auskunft geben über Allergien, Überempfindlichkeiten und Unverträglichkeiten von Medikamenten und Nahrungsmitteln, Hör- und Sehprobleme. Man kann angeben, welche Medikamente man regelmäßig einnimmt, wo diese aufbewahrt werden und wo in der Wohnung der Impfpass, eine mögliche Patientenverfügung sowie die Notfallmappe aufbewahrt wird. Auf dem Datenblatt kann man darüber hinaus die Personen aufführen, die im Notfall kontaktiert werden sollen. Man kann Angaben darüber machen, ob ein Haustier in der Wohnung lebt und wer dieses im Notfall versorgen kann. „In der Notfalldose ist alles Wichtige zentral gebündelt“, erklären Renate Wendt und Thomas Reusch-Frey. Das Datenblatt ersetze zwar keinen Medikamentenplan. Aber es enthalte alle wichtigen Informationen auf einen Blick, um Notfallpatienten schnell und gut medizinisch versorgen zu können.

Mehr als 2000 Dosen stehen bereits inzwischen leicht auffindbar in den Kühlschränken in Haushalten in Bietigheim-Bissingen und den umliegenden Ortschaften. Die Rettungsdosen sind für Rettungsleute oder auch für Angehörige im Falle eines Falles dort rasch zu finden. Ein Aufkleber mit der Aufschrift „SOS Rettungsdose“ wird als Hinweis an der Küchentür und zusätzlich auf der Innenseite der Wohnungstür angebracht und weist den ärztlichen Not- und Bereitschaftsdienst auf vorhandene Informationen hin.

Die SOS-Rettungsdosen gibt es ab sofort gegen eine Spende wieder in allen Apotheken in Bietigheim-Bissingen.