Gemeinderat Mehr Besucher für das Jugendhaus

Tamm / bz 06.07.2018

Am 20. Mai 1998 wurde das örtliche Jugendhaus im Gebiet „Egelsee“ eingeweiht. Gerade in den zurückliegenden Wochen und Monaten tummelten sich nicht besonders viele Mädchen und Jungen in dem Gebäude am Alten Weg.

Doch dies soll sich ändern, wie die Leiterin der Tammer Jugendpflege, Ulrike Schwarz, in der jüngsten Gemeinderatssitzung mitteilte. „Wir haben uns um das Projekt ‚media.lab‘ der Stiftung Lesen beworben und hoffen dies an den Dienstagnachmittagen im Jugendhaus durchführen zu dürfen. In diesem Zusammenhang wollen wir auch den Computerraum renovieren, um dieses Angebot wieder attraktiver für die Jugendlichen zu machen.“ In den „media.labs“ haben Jugendliche die Möglichkeit, verschiedene Medien auszuprobieren und eigene mediale Produkte zu gestalten. Zum Jubiläum des Jugendhauses soll eine Aktionswoche stattfinden, um wieder mehr Besucher zu gewinnen. Gerade die älteren Jugendlichen sind nur schwer zur Teilnahme an den unterschiedlichen Angeboten des Jugendhauses zu motivieren. Vor allem Besucher im Alter von 10 bis 13 Jahren nutzen gerne die Nachmittagsangebote.

Reduzierte Schulsozialarbeit

Doch nicht nur um das örtliche Jugendhaus kümmern sich die vier Beschäftigten der Tammer Jugendpflege, sondern auch um die Schulsozialarbeit an den Schulen der Kommune. Da zwei Mitarbeiter der Jugendpflege jedoch künftig auch im Personalrat der Gemeindeverwaltung beschäftigt sind, musste besonders an der Gustav-Sieber-Schule die Stundenzahl für die Schulsozialarbeit reduziert werden. „Ein Drittel der Tätigkeit der bisherigen Stelleninhaberin kann künftig nicht mehr stattfinden. Wir konnten viel kompensieren und können im Konfliktfall auch vieles auffangen, aber manche Projekte können dennoch so in Zukunft nicht mehr an der Gustav-Sieber-Schule durchgeführt werden“, machte Schwarz deutlich.

Die Akzeptanz und Inanspruchnahme der Schulsozialarbeit ist an allen Tammer Schulen sehr hoch. So gibt es nicht nur professionelle Hilfestellung in Konfliktsituationen, bei Erziehungsfragen, persönlichen Entwicklungsproblemen oder schwierigen familiären Ausgangslagen, sondern auch bei auffälligem Verhalten im Unterricht sowie beim Übergang von den vierten Klassen in weiterführende Schulen. „Die Anzahl der Schüler mit besonderem Förderbedarf ist weiter gestiegen, und die Kooperation mit dem Sonderpädagogischen Dienst wurde fortgeführt“, betonte Schwarz. An der Realschule in Tamm soll es kommendes Schuljahr eine inklusive Klasse geben, welche die Fachkräfte der Schulsozialarbeit betreuen werden. Zudem wünschen sich die Vertreter der Schulsozialarbeit einen eigenen Beratungsraum an der Grundschule Hohenstange und einen zusätzlichen Raum an der Realschule.

Intensiver Austausch

Weiterhin wird es mit allen Beteiligten in Tamm einen „Runden Tisch Kinder und Jugend“ geben, der einen intensiven Austausch ermöglichen soll. Bürgermeister Martin Bernhard erklärte dazu, dass aufgrund der Vorbereitungen ein Runder Tisch wohl erst im Januar 2019 stattfinden könne. Die Fraktionsvorsitzende der SPD, Sonja Hanselmann-Jüttner, hielt dies für zu spät und plädierte für einen Termin spätestens im Oktober oder November dieses Jahres. „Um das Jugendhaus haben wir uns ein wenig Sorgen gemacht. Es sollte überlegt werden, wie das Gebäude jugendgerechter gestaltet werden kann und welche Angebote wieder mehr Besucher bringen, Die Jugendlichen sollten in diese Überlegungen einbezogen werden“, erläuterte Sonja Hanselmann-Jüttner. Auch die anderen Ratsmitglieder votierten dafür, künftig den Fokus der Jugendpflege wieder mehr auf das Jugendhaus zu richten. Robert Malessa von der CDU regte einen Tag der offenen Tür mit Beteiligung der Tammer Vereine an.

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