Dienstleistungszentrum Medizinisches Zentrum am Bahnhof

Auf dieser Fläche (rechts) neben dem "Sky"-Hochhaus soll das medizinische Dienstleistungszentrum nach Plänen der BW entstehen.
Auf dieser Fläche (rechts) neben dem "Sky"-Hochhaus soll das medizinische Dienstleistungszentrum nach Plänen der BW entstehen. © Foto: Helmut Pangerl
Bietigheim-Bissingen / MICHAEL KRAUTH 13.11.2014
In direkter Bahnhofsnähe will die Bietigheimer Wohnbau ein neues medizinisches Dienstleistungszentrum bauen. Damit das Projekt in Angriff genommen werden kann, muss der Gemeinderat dem Verkauf der benötigten Fläche zustimmen.

Die Umsetzung des Hochhaus-Projekts "Sky" am Bietigheim-Bissinger Bahnhof ist bereits seit einiger Zeit in vollem Gange, nun plant die Bietigheimer Wohnbau (BW) am selben Standort ein zusätzliches Projekt, für dessen Umsetzung es die Zustimmung des Gemeinderat bräuchte. Konkret geht es um ein neues medizinisches Dienstleistungszentrum, das in direkter Bahnhofsnähe auf einer Fläche, die an das Sky-Hochhaus angrenzt, gebaut werden soll.

Ob es dazu kommt, hängt unter anderem von der Zustimmung des Gemeinderats ab. Dessen Mitglieder haben in ihrer nächsten Sitzung am 18. November darüber zu entscheiden, ob die Stadtverwaltung an die BW den für die Realisierung des Projekts notwendigen Bauplatz verkaufen darf. Hierbei handelt es sich um eine Fläche mit einer Größe von 2270 Quadratmetern. Für den geplanten Verkauf legt die Stadt einen Quadratmeterpreis von 200 Euro zu Grunde. Somit müsste die Wohnbau für den Kauf der Fläche eine Gesamtsumme von 454 000 Euro in die Hand nehmen.

Aus der Beschlussvorlage zur Ratssitzung geht hervor, dass zahlreiche Mediziner daran interessiert wären, in das neue Gebäude mit ihren Praxen einzuziehen. Laut der Stadt liegen bereits "17 Vormerkungen von interessierten Ärzten und Gesundheitsdienstleistern vor". Somit könne voraussichtlich das komplette Gebäude durch diese Interessenten belegt werden.

Von der Struktur her plant die Wohnbau einen Gebäude mit vier Geschossen und einem zusätzlichen Staffelgeschoss. Vom architektonischen Stil her soll es an den Stil des Hochhauses "Sky" angepasst werden.

Carsten Schüler, Geschäftsführer der Bietigheimer Wohnbau, äußerte sich am Mittwoch gegenüber der BZ im detail zu den Planungen (siehe Info-Kasten). Unter anderem wies er darauf hin, dass der Neubau zwischen sechs und sechseinhalb Millionen Euro kosten werde. Er gehe davon aus, dass es möglich wäre - nach notwendigen Beschlüssen des Gemeinderats - ab Herbst 2015 mit dem Bau des neuen Zentrums zu beginnen. Ab diesem Zeitpunkt sei mit einer Fertigstellung nach ungefähr 18 Monaten Bauzeit zu rechnen.

Olaf Sporys, Regionaldirektor der Regionalen Kliniken gGmbh, sagte am Mittwoch auf Nachfrage der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung, dass ihm bisher nicht bekannt gewesen sei, dass die BW eine Art Ärztehaus am Bahnhof plane. Zum Hintergrund: Die Kliniken Holding treibt bereits seit längerem die Planungen für ein eigenes Ärztehaus, das direkt an das Bietigheimer Krankenhaus angegliedert ist, voran. Hierbei kam es jedoch immer wieder zu Verzögerungen (die BZ berichtete). Auch wenn die Bietigheimer Wohnbau mit ihrem neuen Projekt nun offensichtlich schneller sei, halte man an den Planungen eines eigenen Ärztehauses am Klinikum weiter fest, so Sporys am Mittwoch. Auf die Frage, ob er das BW-Projekt nicht als direkte Konkurrenz zu einem Kliniken-Ärztehaus empfinde, sagte der Regionaldirektor, dass er es "leidenschaftslos" sehe, wenn sich nun in einem neuen Haus in Bahnhofsnähe "ein Zahnarzt oder ein Augenarzt" ansiedle. Er rechne damit, dass ein künftiges Gebäude am Krankenhaus auch weiterhin für viele Ärzte interessant sein dürfte - wenn diese bereit seien, noch zu warten.

Denn letztendlich müsse man abwarten, bis über das Thema "Neues Parkhaus" beim Krankenhaus im Rat entschieden werde. "Da hängt dann das Bebauungsplanverfahren hinten dran", sagte Sporys. Kurzum: Erst der Entwurfs- und folgende Satzungsbeschluss für einen neuen Bebauungsplan an der Klinik ermögliche es der Holding, ihr Projekt konkret planerisch weiterzuentwickeln und schließlich zu realisieren. Je länger sich dieser Entscheidungsprozess hinziehe, desto mehr werde der Standort Bietigheim-Bissingen - aufgrund der sukzessiven Abwanderung von Ärzten nach Ludwigsburg - geschwächt, so Sporys.

Neues Dienstleistungszentrum: BW-Geschäftsführer Carsten Schüler zu den Details

Laut Carsten Schüler, Geschäftsführer der Bietigheimer Wohnbau (BW), soll es in dem neuen Zentrum einen breiten Mix an medizinischen Angeboten geben. Sechs bis sieben Ärzte allein aus Bietigheim-Bissingen hätten sich an die BW gewandt und Interesse an Räumlichkeiten bekundet. Von umliegenden Gemeinden hätten sich "drei bis vier Ärzte" bei der BW gemeldet. Zudem gebe es auch Interesse von Seiten von Apotheken-Betreibern, Physiotherapeuten und Anbietern von Krankengymnastik. Aus seiner Sicht sei es kein Problem, das Gebäude zügig zu füllen. Die Wohnbau greife in die konzeptionelle Struktur des neuen Zentrums jedoch nicht ein - man sei nur Vermieter oder Verkäufer von Räumlichkeiten, so Schüler. Mit Olaf Sporys, Regionaldirektor der Kliniken gGmbH, habe es zu dem Thema vor mehr als einem Jahr zwei Vorab-Gespräche mit der BW gegeben. Damals sei der Stand der Planungen aber noch gewesen, sämtliche Ärzte und anderweitige Anbieter in das Hochhaus "Sky" selbst zu integrieren. Diese Pläne seien jedoch wieder verworfen worden - unter anderem deshalb, weil man für das Hochhaus einen "Ankermieter" gefunden habe, der allein sieben Stockwerke für sich beanspruche. Um wen es sich hierbei handle, wollte Schüler am Mittwoch noch nicht bekannt geben. mik

SWP

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