Kunst Malkurs in der Villa Kunterbunt

Ein eigenes Bilderbuch über Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer  malten die Teilnehmer des Kinderferienprogramms mit Katrin Freudenberger in deren Atelier in Bietigheim-Bissingen.
Ein eigenes Bilderbuch über Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer malten die Teilnehmer des Kinderferienprogramms mit Katrin Freudenberger in deren Atelier in Bietigheim-Bissingen. © Foto: Helmut Pangerl
Bietigheim-Bissingen / Rena Weiss 08.09.2018

Der Boden und die Tische sind gesprenkelt mit Farben und kein Stuhl gleicht dem anderen. Welch ein kunterbuntes Paradies muss das Atelier der Bietigheimerin Katrin Freudenberger für Kinder wohl sein. Hier darf es dreckig, bunt und kreativ werden. Der perfekte Ort also für einen Bilderbuch-Malkurs zum Sommerferienprogramm der Stadt – er könnte selbst einem Buch entspringen.

In diesem Jahr bot die Künstlerin zwei Malkurse an. Am Freitag ging der zweite zu Ende und mit ihm die Ferien. Thema des Malkurses war Michael Endes „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“. Die ursprünglich mal neun angemeldeten Kinder (drei waren krank und konnten deswegen doch nicht teilnehmen) sind im Alter von 5 bis 12 Jahren. „Es macht total Spaß mit den Kindern zu arbeiten“, sagt Freudenberger, die bereits seit rund zehn Jahren solche Malkurse anbietet.

Jedes Jahr thematisiert sie ein Buch und liest den Kindern daraus vor. Was die Kinder hören, dürfen sie in einem eigenen Leporello-Bilderbuch festhalten. Ein Leporello-Bilderbuch ist ein faltbares Heft, das ziehharmonikaartig zusammengeklebt wird. Karlsson vom Dach, Pippi Langstrumpf, die kleine Hexe oder der kleine Wassermann hat Freudenberger die Kinder bereits malen lassen. „In der Regel schaffen wir ein Buch“, sagt sie zu den einwöchigen Kursen. Bei Jim Knopf musste sie jedoch ein paar Kapitel überspringen, weil das Buch doch recht dick sei.

Nur die Grundfarben

„Ganz wichtig ist mir, dass die Kinder ein Gefühl für die Farben bekommen“, erklärt die Bietigheimer Künstlerin. Deswegen gibt es eigentlich nur drei Grundfarben Rot, Blau und Grün. „Und eben noch schwarz und weiß“, ergänzt Freudenberger. „Wie mischt man Orange?“, fragt eines der Kinder. Doch Katrin Freudenberger muss gar nicht antworten, da rufen die anderen Kinder bereits: „Mit Gelb und Rot“. Das gefalle Freudenberger so an der Arbeit mit Kindern: „Es ist schön, dass sich die Kinder gegenseitig helfen. Es gibt keinen Neid oder Streit.“

Neben der Farblehre erklärt die Künstlerin den Kindern auch wie die diversen Pinsel am besten geschwungen werden und wann besser ein Stift verwendet wird.

Einen Looping spucken

„Liest du bitte weiter“, sagt der zwölfjährige Benedikt. Er braucht neue Ideen für das nächste Bild. Die prompt geliefert werden, als Freudenberger vorliest, wie Lukas der Lokomotivführer im Zirkus einen Looping spuckt. Schon hat Benedikt Lukas’ Kopf gezeichnet. Aus seinem Mund kommt eine Bleistift-Spucke-Spur, die einen Looping formt und auf Jim Knopf landet. Benedikt lacht laut: „Das sieht total komisch aus.“

Neben Benedikt sitzt Lilia. Die Achtjährige malt bereits das dritte Blatt Papier tiefschwarz an. Sie konzentriert sich gerade auf Szenen aus dem Buch, die nachts spielen. Die Grundierung malen die Kinder mit Acrylfarben. Doch stehen ihnen darüber hinaus Wachsmalstifte, Bunt- und Filzstifte zur Verfügung. Letztere nutzt Felix am liebsten. Mit seinen fünf Jahren ist er der jüngste Teilnehmer und mit seiner Schwester Lisa das erste Mal dabei.

„Schaut mal, da gibt’s auch ein gutes Bild“, sagt Katrin Freudenberger. Schon knarzen die Stühle und alle Kinder springen auf, um sich das Buch in Freudenbergers Händen anzuschauen, das immer wieder schwarz-weiß illustriert ist. Ihre selbst gemalten Bilder werden – sofern es das Wetter zulässt – auf alten Leintüchern draußen in der Sonne getrocknet und dann ins jeweilige Bilderbuch geklebt. „Ich mag malen“, sagt Benedikt und Marleen stimmt ihm zu.

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