Bietigheim-Bissingen Mahnmal wird am Bahnhof präsentiert

Bietigheim-Bissingen / bz 25.06.2018

Während des Zweiten Weltkriegs (1939-1945) bestand von 1942 bis 1945 im Laiernwald hinter dem Bietigheimer Bahnhof ein Durchgangslager für Zwangsarbeiter. Etwa 200 000 Menschen vor allem aus Osteuropa wurden von hier aus als Arbeitssklaven in ganz Südwestdeutschland verteilt. Auch in Bietigheim-Bissingen selbst wurden Zwangsarbeiter in Firmen, Handwerks- und Gewerbebetrieben, in der Landwirtschaft und in der Verwaltung eingesetzt. Von mindestens 4000 Personen kennt man Namen und Einsatzorte.

Beschluss des Gemeinderats

Der Gemeinderat hat im Juni 2017 beschlossen, am Bietigheimer Bahnhof ein Mahnmal zur Erinnerung an die Zwangsarbeit in Bietigheim-Bissingen während des Zweiten Weltkriegs zu errichten, als einen Ort des gedanklichen Anstoßes gegen das Vergessen dieses dunklen Kapitels der jüngeren Geschichte. Die Ludwigsburger Künstlerin Sara F. Levin hat dazu eine mehrteilige Installation entwickelt, die auf behutsame Weise Aufmerksamkeit erzeugt, verstört, interessiert und informiert, schreibt die Stadt in einer Mitteilung. Am Sonntag, 1. Juli, wird auf dem Bahnhofsplatz um 11 Uhr das Mahnmal der Öffentlichkeit präsentiert.

Es sprechen Oberbürgermeister Jürgen Kessing sowie Prof. Dr. Thomas Schnabel, der Leiter des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg in Stuttgart. Für die musikalische Umrahmung sorgt das Blechbläserquartett der Musikschule im Schloss.

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