Was war, was kommt Löwen auf das Spielfeld

Jörg Palitzsch   über die neuen Regeln beim Fußball
Jörg Palitzsch  über die neuen Regeln beim Fußball © Foto: Andreas Lukesch
Jörg Palitzsch 23.06.2018

Jetzt ist es an der Zeit, massiv in die Regeln der Fußball-Weltmeisterschaft einzugreifen. Angesicht manch langweiliger Kickrunden, in denen keine oder kaum Tore fallen, kursiert beim Weltfußballverband FIFA inzwischen ein Papier, das einige bahnbrechende Neuheiten mit sich bringt. So sollen in der zweiten Halbzeit die Tore nicht mehr an der kurzen, sondern in der Mitte der langen Seite aufgestellt werden. Eine verschärfte Variante für die zweite Halbzeit ist das Spiel auf ein Tor. Wo dieses Tor aufgestellt wird, entscheidet der Wurf einer Münze.

Für Spannung wird auch die neue Regel sorgen, nach einem 0:0 der regulären Spielzeit immer ein Elfmeterschießen folgen zu lassen – bis ein Drei-Tore-Unterschied feststeht. Über den Platz verteilt gibt es, für die Spieler nicht sichtbar, auch vier mit Gras abgedeckte Erdgruben. Fällt ein Spieler ins Loch, muss er dort fünf Minuten ausharren, dann darf er wieder mitspielen – falls er sich nichts gebrochen hat. Ganz abgeschafft wird der Strafraum, weil die Abseitsregel sowieso niemand versteht.

Die FIFA will mit ihren neuen Regeln insgesamt für mehr Unterhaltung auf dem Platz sorgen. So soll nach jedem Tor der Gegner nur noch in Strümpfen weiterspielen dürfen, bis dieser ein Tor schießt, dann muss die gegnerische Mannschaft die Schuhe ausziehen. Alternativ können sich beide Mannschaften schon vor dem Spiel darauf einigen, die ganze Spielzeit über mit Strümpfen zu spielen. Eine Alternative zu den langweiligen Spielen mit einem Ball ist das Spiel mit zwei Bällen, was richtig Schwung auf den Rasen bringt, und dann auch jeder Spieler beschäftigt ist. Als Ausgleich für die neuen Anstrengungen sind pro Halbzeit mindestens vier Getränkepausen von je fünf Minuten vorgesehen, bei denen auch Rote Würste und Grillbauch gereicht werden.

Zum Auftakt einer jeden Begegnung soll das Absingen der Nationalhymne beibehalten werden. Die Änderung: Jeder Spieler muss die Hymne einzeln vortragen, damit man auch sicher gehen kann, dass er auf dem Boden der freiheitlich demokratischen Grundordnung steht. Ist der Gesang des Spielers in Vers und Melodie fehlerhaft, gibt es am Ende des Turniers einen Punkteabzug, der nach einem komplizierten System von der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) ausgerechnet wird.
Für die größte Unterhaltung wird allerdings sorgen, wenn ein Schiedsrichter bei einem langweiligen Spiel zwei Löwen auf das Spielfeld schicken darf.

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