Als ein sogenanntes Multi-Talent kann Adnan Maral beschrieben werden. Vielen ist er wahrscheinlich als Schauspieler bekannt. In der ARD-Fernsehserie „Türkisch für Anfänger“ spielte er Metin Öztürk, den Vater einer deutsch-türkischen Patchwork-Familie. Auch in „Die Wilden Kerle“ Teil 1 bis 3 ist er in verschiedenen Rollen zu sehen. Darüber hinaus schreibt Maral Bücher wie „Adnan für Anfänger – Mein Deutschland heißt Almanya“ und er ist Botschafter für den deutsch-türkischen Dialog. In dieser Funktion begleitete er Außenminister Frank-Walter Steinmeier regelmäßig nach Istanbul. Die Verknüpfung zweier Kulturen und Sprachen machen Adnan Maral zum passenden Autor für das diesjährige Literaturprojekt „Deutsch geht gut!“ an der Realschule im Aurain, der Sandschule, der Realschule Bissingen, der Waldschule sowie der Gustav-Schönleber-Schule.

Gemeinsam mit Aygen-Sibel Çelik, Boris Stijelja und Jad Turjman wird Adnan Maral diese fünf Bietigheim-Bissinger Schulen besuchen. Dort lesen die Autoren, die alle zwar in deutscher Sprache schreiben, aber nichtdeutscher Herkunft sind, aus ihren Werken vor. Die Schüler im Alter von 13 bis 17 Jahren arbeiten danach mehrere Wochen in Schreibwerkstätten an eigenen Texten (die BZ berichtete). Damit sich alle ein Bild von den Autoren machen können, findet am Mittwoch, 12. Februar, 19 Uhr, eine Lesung in der Otto-Rombach-Bücherei in Bietigheim statt.

Während der Münchner durch Film und Fernsehen kein Unbekannter ist, ist weniger bekannt, dass Adnan Maral auch eine eigene Filmproduktionsfirma hat. Mit „Yalla Productions boundless storytelling.“ möchte Maral Geschichten erzählen, die das Miteinander verschiedener Kulturen ganz selbstverständlich zeigt, heißt es auf der Homepage der Firma. Hier kann der Schauspieler auch aus seinen eigenen Erfahrungen schöpfen. Der 51-Jährige wurde in der Türkei geboren und wuchs in Frankfurt am Main auf. In seinem Buch „Adnan für Anfänger“ schreibt er daher nicht ohne Grund: „Wer sich in Deutschland über mangelnde Integration beklagt, ist von gestern.“ Denn als er zwei Jahre alt war, folgte seine Familie dem Vater nach Deutschland. Er zählte zur ersten Generation türkischer Gastarbeiter.

Adnan Maral machte Abitur studierte und begann im Theater zu schauspielern, später in Film und Fernsehen. Nach seinem Durchbruch mit „Türkisch für Anfänger“ war er plötzlich der Vorzeigetürke, wie er selbst schreibt. Seine Erfahrungen mit Vorurteilen formuliert er mit viel Humor in seinen Büchern.

Lesung der Autoren in der Bücherei


Nach einem Jahr Pause startet das Literaturprojekt „Deutsch geht gut!“ wieder durch. Zur öffentlichen Lesung kommen die Autoren in die Otto-Rombach-Bücherei. In diesem Jahr sind mit von der Partie: Aygen-Sibel Çelik, Adnan Maral, Boris Stijelja und Jad Turjman. Alle Autoren werden in den nächsten Wochen in der BZ vorgestellt.

Die öffentliche Lesung ist am Mittwoch, 12. Februar, um 19 Uhr. Im Bericht vom 10. Januar hieß es fälschlicherweise 20 Uhr. Der Eintritt ist frei und eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Informationen zum Literaturprojekt gibt es online. bz

www.deutsch-geht-gut.de