Am Sonntag eröffnete der Bietigheimer Künstler Roland Bentz die Ausstellung „Das Summen der Honigbiene“ im Tender in Sachsenheim. Die Exponate sind wahre Blickfänge. Sie spiegeln das Aufeinandertreffen von Natur und Technik wider.

Auf einem Bild ist ein überdimensionaler Bienenkopf zu erkennen. Im Kopfinneren ist eine unbestückte Platine zu sehen. Auf einem weiteren imposanten Gemälde fallen drei Bienen auf, die eine saugt an einer Blüte, auf deren Blätter Hieroglyphen erkennbar sind. Die anderen zwei Bienen sind an einem Apfel zugange. Allerdings ist es kein normaler Apfel, sondern einer, der einen Maschinenteil enthält. Aus der Welt der Insekten schöpft Bentz nicht das erste Mal Inspiration. Bereits seit 1987 befasst sich der Künstler mit dem Thema „Insektensterben“. „Zu dieser Zeit ist das Problem ignoriert worden“, sagt er. In Zusammenarbeit mit Musiker Teflon Fonfara ist damals eine sinfonisch-bildnerische Dichtung entstanden, eine innovative Radierfolge in einer Kassette samt beiliegendem Tonband. Kennengelernt haben sich die beiden zufällig „auf der Straße“.

Bienengeräusche und Kunst

Das Album des Musikers enthält Geräusche aus der Bienenwelt. Fonfara vermischt das Surren der Bienen mit Orchesterklängen, indischer Musik und mit Geräuschen von vorbeifahrenden Rennwagen. 1987 komponierte er das Stück „Summen der Honigbiene“. Er konfigurierte Tonaufnahmen und Bienenschwärme auf 440 Hertz. 32 Jahre später, nachdem die Sorge um das Bestehen der Bienen- und Insekten deutlich größer geworden ist, wollten die zwei Künstler das Thema „Biene“ nochmal aufgreifen und aufleben lassen.

Nun komponierte Fonfara noch weitere sechs Stücke, wie etwa den „Honigtanz“, der „Süße Honig“ und die „Ankunft der Bienen“. Zur Vernissage von Roland Bentz erscheinen die Melodien auf CD. Alle Stücke haben nicht nur einen deutschen, sondern auch einen englischen Titel, denn das Insektensterben betreffe laut Bentz die ganze Welt und sei somit ein internationales Anliegen.

Musik und Farbe vereinen sich auf ungewohnte Art und Weise, sobald diese zwei Künstler zusammenwirken. Ein abstraktes Bild von Bentz entstand, indem er die Geräusche der Bienen in eine druckbare Bildform transformierte. Wie er vorgegangen ist? Während die Musik Fonfaras aus Lautsprechern ertönte, hob er eine mit Asphaltstaub belegte Kupferplatte auf den Lautsprecher. Durch die Vibrationen zeigte sich auf der Druckplatte ein Schwingungsmuster. Das wurde dann auf die Kupferplatte eingeschmolzen. Aber Bentz beschränkt sich nicht nur auf einen Kunststil.

Außer den zehn Farbradierungen sind noch zehn Materialdrucke und Acrylbilder im Tender ausgestellt. Anlässlich der Vernissage erscheint außerdem die Farbradierung „Stuttgarter Bienen App“ in einer Auflage von 39 Exemplaren. Dieses Exponat bildet den Stuttgarter Fernsehturm verkrümmt ab. Fünf Smartphones stechen heraus. In ihren Bildschirmen sind Bienen gefangen.

Info Die Ausstellung „Das Summen der Honigbiene“ von Roland Bentz ist donnerstags und freitags von 9.30 bis 12.30 Uhr und von 14.30 bis 17.30 Uhr im Tender in Sachsenheim, Bahnhofsstraße 7, bis zum 1. Mai zu sehen. Mehr Infos sind auch online erhältlich. Veranstalter sind die Initiative zur Belebung der Innenstadt Sachsenheim (Ibisa) und das Kulturamt der Stadt.

www.ibisa-sachsenheim.de