Wie sieht sie aus, die Zukunft von morgen? Was können Roboter heute schon und was in ein paar Jahren? Das waren die Fragen, denen sich der renommierte Zukunftsforscher Ulrich Eberl in seinem Vortrag beim Tag der offenen Schule im Berufsschulzentrum widmete. Er war lange Jahre an der technischen Universität München, arbeitete bei Daimler und Siemens und ist als Wissenschaftsjournalist gefragt.

 Und er hatte seinen kleinen Roboter dabei, der anfangs seine Begrüßung vornahm, aber auch zeigte dass er einen Ball greifen und kicken kann. Doch das ist nur ein Bruchteil von dem, was andere Maschinen bereits im Test können.

Drohnen bestäuben Blumen

Minidrohnen, das wird womöglich mancherorts Realität werden, könnten Bienen ersetzen und die Bestäubung übernehmen. Mit GPS und künstlicher Intelligenz ausgestattet, wären sie vielleicht die Lösung, wenn es zum Bienensterben kommt, mutmaßte Schulleiter Stefan Ranzinger bei der Einführung ins Thema.

Zukunftsforscher Eberl umriss die Fähigkeiten, die den Robotern abverlangt werden, um dem menschlichen Können näher zu kommen: Laufen, Greifen, Sprechen, Zuhören und Sehen sind heute bereits Standard. Auch Schreiben können Roboterjournalisten, allerdings nur standardisierte Texte wie Börsen-, Wetter- oder Sportnachrichten. Eine Milliarde Texte kamen im Jahr 2016 von ihnen, ermittelte Eberl.

Im Bereich der Technik wären Roboter hilfreich gewesen, um in Fukushima die Menschen bei den Arbeiten nach der Atomkatastrophe zu ersetzen, so Eberl, doch so weit war man damals noch nicht. Heute können sie über Geröll laufen, Ventile drehen, Türen öffnen, Klettern und Löcher bohren.

Smartphone war erst der Anfang

„Das Smartphone war erst der Anfang“, prognostizierte der Zukunftsforscher. Smart Industrie, Smart Building, Smart Transport oder Smart Health könnten folgen. Überlegen ist die künstliche Intelligenz bereits in einigen Bereichen. IBMs „Watson“ kann in Sekundenschnelle auf Wikipedia zugreifen und lässt bei Ratespielen die menschliche Konkurrenz hinter sich. Und sie sucht in der Arztpraxis nach Fachliteratur, gibt dem Arzt Tipps und verbessert die Diagnosen.

Müssen wir uns also fürchten? Nein, schloss Eberl, denn unsere Angst sei kulturell begründet. In Asien gebe es ein anderes Bild des Roboters als Helfer und Partner.

Soziale Pflegekräfte nicht ersetzbar

Was die Berufe angeht, hatte der Münchner keine guten Nachrichten für die kaufmännischen Bereiche, die ein Roboter leicht ausfüllen könnte: Bankberater, Versicherungsvertreter oder Makler sind nach seiner Schätzung besonders leicht zu ersetzen. Soziale Berufe, Pädagogen oder Ärzte hingegen kaum.

„Das ist keine Science Fiction“, fasste Rektor Stefan Ranzinger anschließend zusammen, „und passt für unsere Schule“. Es sei wichtig, dass die Menschen auf diese Zukunft vorbereitet werden. „Technik sinnvoll einzusetzen ist Aufgabe für unsere Schule“, so Ranzinger. Wie diese Technik aussieht, konnte man im Anschluss beim kolaborienden Roboter KUKA sehen, der in einem anderen Raum vorgeführt wurde. Die Zukunft ist dort bereits vertreten.