Einen klangvollen Eindruck von seiner außerordentlichen, frischen Musizierfreude, gepaart mit einem enormen Maß an Gestaltungskraft vermittelten die mehr als 80 hoch talentierten jungen Musikerinnen und Musiker mit acht für sinfonisches Blasorchester geschaffenen anspruchsvollen Kompositionen. Im Kreisjugendblasorchester wirken ausschließlich jugendliche Instrumentalisten mit, die an den regelmäßigen Lehrgängen des Blasmusikkreisverbandes Ludwigsburg mit besonders guten Ergebnissen teilnahmen. Dieser Klangkörper ist zusammen mit der von den Musikschulen getragenen Jugendphilharmonie Ludwigsburg ein Beweis für die höchst erfolgreiche Ausbildung an Musikinstrumenten im Landkreis durch Musikschulen und Musikvereine.

Vor Beginn des Konzerts erinnerte der Vorsitzende des Blasmusikkreisverbandes, Gerhard Krauß, daran, dass die Grundlagen für den heutigen Erfolg des Kreisjugendblasorchesters von der vor 30 Jahren gegründeten, seither von Anneliese Tosch aus Schwieberdingen geleiteten Bläserjugend im Landkreis gelegt wurden. Unter der dynamischen Leitung von Roland Haug erklangen moderne Blasmusikkompositionen, die nicht nur hochgradige Spieltechnik auf allen Blasinstrumenten von der Flöte bis zur Tuba verlangten, sondern die mit ihrem Schwung und Farbenreichtum auch einen mitreißenden Unterhaltungswert aufwiesen. Das bewiesen die Musiker mit "Luis El Huiso" von Ferrer Ferran, mit dem das rund zweieinhalbstündige Konzert eröffnet wurde und das sie mit spanischem Temperament ausführten. Viele unterschiedliche Stimmungen, Klangfarben und Rhythmen enthielt auch die fünfteilige Suite "Carnival of the Insects" von Bruce Fracer, die mit Bravour ausgekostet wurde.

Die beiden jungen Solisten des Konzerts, Helga Stockmeier aus Kornwestheim am Xylophon und Simon Rohde aus Horrheim an der Querflöte, überzeugten, vom Orchester feinstimmig begleitet, mit elegantem Spiel bei der Aufführung von "Fluxo" von Helge Hurum. Das Klarinettenregister profilierte sich glanzvoll in "Clarinets to the Fore" von Harm Evers, und in der vierteiligen Komposition "Cabo Verde" beherrschte das Orchester die überaus schnellen Wechsel der Rhythmik sowie die Gestaltung der gegensätzlichen Stimmungen mit beachtlicher Perfektion. Im zweiten Teil des Programms verabschiedete Orchesterleiter Roland Haug insgesamt 17 Musiker, die nach mehr oder weniger langer Zugehörigkeit das Orchester verließen. Dabei fand er viele lobende Worte und meinte, er trenne sich von ihnen mit "einem Tränchen in den Augen".