Bilanz Krankenhaus Bietigheim auf dem Weg zur schwarzen Null

Luftaufnahme des Krankenhauses Bietigheim-Vaihingen: Das Haus kam zwar auch im vergangenen Jahr nicht ohne Defizit aus, ist für die Geschäftsführung aber auf einem guten Weg.
Luftaufnahme des Krankenhauses Bietigheim-Vaihingen: Das Haus kam zwar auch im vergangenen Jahr nicht ohne Defizit aus, ist für die Geschäftsführung aber auf einem guten Weg. © Foto: Werner Kuhnle
Uwe Roth 21.07.2018

Die Kreiskliniken wollen in Zukunft ihre Betriebskosten allein stemmen und damit unabhängiger von Zuschüssen des Landkreises werden. Jörg Martin ist Geschäftsführer der Regionalen Kliniken Holding (RKH), zu der im Kreis das Klinikum Ludwigsburg sowie die Krankenhäuser in Bietigheim-Bissingen, Marbach, Vaihingen sowie die Orthopädische Klinik Markgröningen gehören. Er betonte am Freitag in der Jahrespressekonferenz: „Die Krankenhäuser müssen den laufenden Betrieb selbst finanzieren.“ Ansonsten seien die schrumpfenden Rücklagen noch schneller weg. Das schwindende Eigenkapital hatte in der jüngsten Sitzung des Aufsichtsrats, der aus Kreistagsmitgliedern besteht, Diskussionen ausgelöst (die BZ berichtete). Defizite sowie anstehende Investitionen werden über den Kreishaushalt finanziert.

Was das Betriebsergebnis betrifft, ist das Klinikum Ludwigsburg am Ziel: Im vergangenen Jahr schloss es mit einem Plus von 4,8 Millionen Euro ab. Dies ermöglichte eigene Investitionen in Höhe von 4,3 Millionen Euro.

Das Krankenhaus in Bietigheim-Vaihingen ist auf einem guten Weg zur schwarzen Null, zeigte sich Geschäftsführer Martin überzeugt. 2017 gab es dort beim Betriebsergebnis ein Minus von 30 000 Euro. Zusammen mit den anderen Ausgaben verblieb unterm Strich ein Fehlbetrag von knapp 760 000 Euro.

Sorgenkind im Verbund ist das Krankenhaus in Marbach. Seinem Defizit von mehr als zwei Millionen Euro ist es im Wesentlichen zu verdanken, dass der Landkreis in etwa diese Summe für das vergangene Jahr zuschießen muss. Und die Geschäftsführung erwartet trotz der anstehenden Veränderungen auch weiter kein positives Betriebsergebnis. Eine Notfallversorgung wird es in Marbach jedenfalls nicht mehr geben. Patienten werden nach Bietigheim oder Ludwigsburg gefahren.

„Das Klinikum ist eine der 70 Kliniken in Deutschland, das die maximale Stufe der Notfallversorgung erreicht hat“, so der Klinikchef. In Bietigheim soll die Notaufnahme noch in diesem Jahr optimiert werden. Die derzeit zwei Anlaufstellen werden zu einer zentralen Notaufnahme zusammengelegt. „Es wird eine Interimslösung sein“, sagte der zuständige Regionaldirektor Matthias Ziegler. Denn der Neubau kommt. „15 Millionen Euro werden verbaut.“

Elektronische Patientenakte

Eine Vorreiterrolle bekommt das Krankenhaus Bietigheim-Vaihingen bei der Einführung der elektronischen Patientenakte. „In den Pflegestationen wird es dann kein Papier mehr geben“, erläuterte Ziegler. Patienten können über ihr Smartphone ihre Akten selbst verwalten. Wie kompliziert die Digitalisierung der Patientenakten sein kann, erläuterte Geschäftsführer Martin am Beispiel zahlreicher Unterschriften, die Patienten leisten müssen, damit sie aufgenommen werden. Der Patient kann nicht elektronisch unterschreiben, wie zum Beispiel beim Paketdienst. Stattdessen setzt er seinen Namen auf das Formular. Das Papier wird gescannt und landet anschließend im Reißwolf. Der Scan landet bei den elektronischen Unterlagen.

Auch wenn die Klinikholding insbesondere im europäischen Vergleich bei der Digitalisierung etwas aufzuholen hat, insgesamt ist sie mit ihrer Medizintechnik und Bettenzahl an der Spitze des Landes und weit vorne im Bundesgebiet. Darauf verweist die Geschäftsleitung anhand einer Tabelle. Mit 2600 Planbetten liegt die RKH, die 7700 Menschen beschäftigt, noch vor dem Klinikum Stuttgart (2500 Betten).

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