Ob Bänke, Stühle oder Rasenfläche: jeder Sitzplatz war am Freitagabend vor dem Enzpavillon im Bürgergarten in Bietigheim-Bissingen besetzt, trotz drückender Schwüle und drohend aufziehenden Regenwolken. Gut 500 Zuschauer hatten sich eingefunden beim „Bürgergarten Rendezvous“, um die zwei KSK Best of Bands „Starkers“ und „Acoustic Groove“ spielen zu sehen.

Kulturamtsleiter Stefan Benning begrüßte das Publikum mit Blick auf das Wetter mit beruhigenden Worten: „Vor 22 Uhr tut sich nichts, bleiben Sie ruhig, entspannen Sie und genießen Sie den Abend.“ Die Wetterprognose klappte nicht ganz, wie sich später noch zeigen sollte. Genießen aber konnte das Bietigheimer Publikum den Abend durchaus.

„Starkers“ machen den Anfang

Das Singer-Songwriter-Duo „Starkers“ aus Ludwigsburg machte den Anfang. Max Knotz (Gesang, Gitarre) und Markus Föhrenck spielten eigene Kompositionen und Coverversionen. „Wir waren schon einmal bei „Wonderland“ in Bietigheim, aber im Bürgergarten sind wir zum ersten Mal“, erzählte Max Knotz im Gespräch mit der BZ. „Es gefällt uns gut hier, viele Leute und eine schöne Atmosphäre.“ Die Stimme des Sängers ausdrucksstark, das Gitarrenspiel virtuos, trotzdem konnte der Mix aus Coverversionen und Eigenkompositionen nicht wirklich den Funken zum Publikum überspringen lassen. „Ein bisschen eintönig“, so eine Besucherin. „Die Stimme gefällt mir, aber insgesamt ein wenig zu ruhig, ich habe mehr Groove erwartet“, so eine andere.

„Acoustic Groove“ punkten

Dieser Wunsch wurde mit dem Auftritt von „Acoustic Groove“ dann in jeder Hinsicht erfüllt. Das Trio mit Patrick Schwefel, Andreas Franzmann und Winfried Magg brachte vom ersten Moment an das Publikum zum Tanzen. Die sympathischen Jungs von der Ostalb sorgten schon mit „Locomotive Breath“ von Jethro Tull für fröhliche Partystimmung. „Wir spielen zum ersten Mal hier in Bietigheim“, so Andreas Franzmann zur BZ. „Eine feste Setlist haben wir nicht, wir sind ja improvisierfreudig und gucken mal, was wir draus machen.“ Und sie machten eine echte Sommerparty daraus. Die Coverversionen von Rock-Klassikern der 1970er- bis 1990er-Jahre wurden perfekt umgesetzt mit markantem, dreistimmigem Gesang und in instrumentaler Perfektion, ergänzt durch die sympathische Bühnenpräsenz im humorvollen Dialog mit dem Publikum. Mit den ersten Regentropfen und aufkommenden Windböen flüchtete ein Großteil des Publikums unter das Vordach des Enzpavillons, in direkter Tuchfühlung zur Band, die diese Situation durchaus genoss: „Von hinten sind wir auch schön“, so Patrick Schwefel grinsend. „Da müsst ihr jetzt durch, ihr habt ja keinen Eintritt bezahlt.“

Hart im Nehmen

Aber das Bietigheimer Publikum ist hart im Nehmen und so blieb der Großteil trotz Schauer und Sturm, tanzte und sang teils unter Regenschirmen, teils durchnässt, gut gelaunt mit. Beeindruckende Soli sorgten für begeisternden Applaus, wie bei „Sultans Of Swing“ von den Dire Straits, bei denen sich Andreas Franzmann mit seinem Solo als „Mark Knopfler von der Ostalb“ profilierte.

„Wer keinen Regenschirm hat, muss jetzt mitklatschen“ forderte Patrick Schwefel das Publikum auf, das sich das nicht zwei Mal sagen ließ. „Super, super Stimmung“, so zwei Frauen aus Stuttgart, die trotzt Regen begeistert vor der Bühne tanzten. Nach fast zwei Stunden verabschiedete sich Acoustic Groove mit zwei Zugaben. „Es war ein verdammt guter Abend mit euch“, bedankte sich die Band und „wir wollen gern wiederkommen“. Das sah das Publikum ganz genauso: sehr gern wieder Party mit Acoustic Groove im nächsten Jahr im Bürgergarten.