Bissingen Kleine ganz groß bei der Bissinger Wehr

Bietigheim-Bissingen / Günther Jungnickl 11.06.2018

Abteilungskommandant Manfred Daub von der Bissinger Feuerwehr war am Sonntag hochzufrieden. „Es ist schön, dass wir uns auf diese Weise auch mal präsentieren können. Denn viele Leute glauben ja  immer noch nicht, dass wir das alles ehrenamtlich machen.“ Dabei schwang aber auch so etwas wie Stolz mit, weil erneut so viele Bürger von Bissingen und Umgebung an diesen Tagen gekommen waren, um sich gerade darüber zu informieren.

Und sie bekamen eine Menge zu sehen. Beispielsweise die Schau der Einstatzfahrzeuge auf dem Betriebshof, die unter dem reizvollen Motto „Alt und Neu“ stand. So wurde ein Tanklöschfahrzeug des Baujahrs 1961 (TLF 16) direkt neben einem hochmodernen „Hilfeleistungslöschfahrzeug“ (HLF 20) aus der Neuzeit gezeigt. Die Stadtverwaltung von Bietigheim-Bissingen hatte 2013 davon gleich zwei zum Stückpreis von 390 000 Euro angeschafft: eins für Bietigheim, das zweite für Bissingen. Gleich daneben ein TS-Anhänger (Baujahr 1937), mit dem Untermberger Feuerwehrmänner bei Löscheinsätzen Wasser aus der Enz saugen konnten neben einer  Tragkraftspritze aus der Neuzeit.

 Natürlich stammten diese Oldtimer aus dem Museum und der Werkstatt von Alfred Bentz (Altersfeuerwehr), der auch das Feuerwehrmuseum Bissingens leitet. Zusammen mit „fünf bis acht“  Kameraden aus dem Kreis der Aktiven und sogar aus der Jugendfeuerwehr hegt und pflegt der einstige Maschinenmeister mit viel Liebe seine zusammengetragenen Schätze im Keller des Feuerwehrhauses – unter anderem ein sogenanntes „Hygrophor“ aus dem Jahr 1873 und ein weiteres (Baujahr 1865), das ab 1906 auch in Bietigheim eingesetzt wurde. Eine seltene Urkunde ist der Beweis, dass die Bissinger Feuerwehr inzwischen 140 Jahre alt ist, da sie im Jahr 1878 gründet wurde. Bentz war es auch, der in mühsamer Archivarbeit eine komplette Liste sämtlicher Kommandanten von Bietigheim, Bissingen, Untermberg und Metterzimmern erstellt hat. Zum Dank dafür durfte auch er sich über den regen Besuch in seinem Museum freuen.

Lange Schlangen hatten sich an allen Tagen vor dem Start zur Rundfahrt mit einem ‚Einsatzfahrzeug der Feuerwehr gebildet. Denn vor allem die zahlreichen Kinder (und ihre Eltern) wollten zumindest einmal im Leben in einem echten Feuerwehrauto Platz nehmen. Dabei sorgte vornehmlich die Jugendfeuerwehr an verschiedenen Spielständen für Abwechslung. Da gab es auch die kleine Feuerwehr, die für die Kids ihre Runden auf der Wendeplatte drehte, die Löschübungen mit der Decke im „Experimentarium“ oder auch das Zielspritzen.

Simulierter Hausbrand

Höhepunkte an allen Tagen bildete jedoch eine Schauübung der zwölf- bis siebzehnjährigen Nachwuchsfeuerwehrleute direkt an der Feuerwache:  Angenommen war ein Hausbrand, bei dem zwei Personen gerettet werden mussten: die eine vom Balkon und die zweite aus dem Treppenhaus. Gelegenheit für Jugendleiter Johannes Eberhard und seinen Stellvertreter Bernd Höneise, den Ausbildungsstand ihrer 24 Jungs und Mädels zu testen.

Interessierte Zaungäste dabei waren auch der Bürgermeister Joachim Kölz („Ich bin ja so etwas wie der erste Feuerwehrmann der Stadtverwaltung“) und Gesamtfeuerwehrkommandant Frank Walesch.

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