Gemeinderat Kita-Ausbau: 2020 ist Baubeginn

Der Kindergarten in der Breslauer Straße soll um einen Anbau erweitert werden. So könnten künftig 97 Kinder betreut werden.
Der Kindergarten in der Breslauer Straße soll um einen Anbau erweitert werden. So könnten künftig 97 Kinder betreut werden. © Foto: Helmut Pangerl
Bietigheim-Bissingen / Rena Weiss 15.12.2018

Die Stadt Bietigheim-Bissingen weiß um die kritische Platzsituation in der Kinderbetreuung und hat deswegen für ihre letzte Gemeinderatssitzung in diesem Jahr noch zwei Kindertagesstätten-Ausbauplanungen auf der Tagesordnung. Zum einen geht es um die Einrichtung in der Breslauer Straße im Stadtteil Buch und um einen Neubau in der Gerokstraße in Bissingen (die BZ berichtete).

Gerokstraße Bereits im Mai 2017 stimmte der Gemeinderat für den Neubau der Kita ab. Damals noch mit dem Abriss der Kita „Im Leintal“, nun soll sie bestehen bleiben. Stimmt der Gemeinderat am Dienstag der Sitzungsvorlage zu, wird die Verwaltung beauftragt, eine EU-weite Ausschreibung für einen Generalübernehmer durchzuführen. Beraten werden, soll sie dabei von der Kanzlei Menold Bezler aus Stuttgart. Zudem wird die Esslinger Firma Project GmbH beauftragt, eine Entwurfsplanung zu erstellen.

Aufgrund des vorhandenen Bedarfs sind zwei Ganztagsgruppen, davon eine für 20 Kinder Ü3 und eine altersgemischte Gruppe mit zwölf Kindern Ü3 sowie vier Kindern U3, eine Gruppe mit verlängerten Öffnungszeiten (VÖ) mit 25 Kindern Ü3 und eine Krippengruppe für 10 Kinder geplant. Besonders am Neubau ist zudem, dass über der Kita Wohnungen geplant werden.

Bau Der Neubau ist zweigeschossig auf einer Fläche von circa 900 Quadratmetern geplant. Mit Außenbereich zwischen Neubau und Turnhalle Schillerschule umfasst die Kita eine Fläche von rund 1500 Quadratmetern. Das Gebäude ist winkelförmig im südöstlichen Bereich des Grundstücks der Schillerschule an der Gerokstraße vorgesehen. Der nördliche Teilbereich der Außenfläche soll im Wechsel mit der Schillerschule genutzt werden. Im Dach- und Staffelgeschoss über der Kita sollen vier bis sechs Wohnungen mit insgesamt circa 420 Quadratmeter Wohnfläche untergebracht werden. Auf eine Tiefgarage soll verzichtet werden, um die Wohnungen im bezahlbaren Segment zu halten. Das wird die Kritiker des Neubaus nicht glücklich machen. Einige Anwohner beklagen sich schon jetzt über das hohe Verkehrsaufkommen.

Start der Bauarbeiten ist für Anfang 2020 geplant und knapp eineinhalb Jahre später, im dritten Quartal 2021, sollen die Kinder ihre neue Kita beziehen.

Kosten Die Stadtverwaltung rechnet mit Baukosten von 5,2 Millionen Euro plus 15 Prozent für Unvorhergesehenes, also circa sechs Millionen Euro. Zusätzlich wird der Wohnungsbau rund 1,5 Millionen Euro kosten. Die Erstellung der Vorentwurfsplanung samt Leistungsprogramm schlägt mit 200 000 Euro zu Buche und die Betreuung der Kanzlei kostet 50 000 Euro. Die Stadt rechnet dabei mit Fördermitteln vom Bund für die Kita-Plätze in Höhe von 480 000 Euro. Für die Mietwohnungen gibt es ein Förderprogramm der L-Bank. Bei Vermietung an Inhaber mit Wohnberechtigungsschein können je Quadratmeter Wohnfläche 1057 Euro gefördert werden. Das entspricht einem Zuschuss von 440 000 Euro.

Breslauer Straße Mit den geplanten Wohnungen auf dem Lothar-Späth-Carré soll es nächstes Jahr losgehen. Dafür legt die Stadt nun die Weichen: Wie die BZ berichtete, soll ein Kreisverkehr im Gröninger Weg die Verkehrslage entspannen. 350 Wohnungen sollen entstehen und wenn es nach der Stadt geht junge Familien ansprechen. Damit die momentan dreigruppige Einrichtung gewappnet ist, soll sie um zwei Gruppen erweitert werden. Die Kindertagesstätte (Kita) verfügt über drei Gruppen mit VÖ mit 75 Plätzen für Kinder über drei Jahren. In den beiden neuen Gruppen sollen künftig 22 Kinder unter drei Jahren betreut werden.

Bau Um die räumlichen Möglichkeiten zu schaffen, muss ein Anbau an das bestehende Gebäude gebaut werden. Der Anbau ist zweigeschossig im nördlichen Bereich vorgesehen mit neuen Außenbereichsflächen im nordöstlichen Bereich. Der Anschluss zum Bestandsgebäude findet im Obergeschoss statt. Der Anbau hat eine Nutzfläche von circa 458 Quadratmetern und mit Außenbereichen sind es 730 Quadratmeter. Zwar könne der Kita-Betrieb während des Baus normal stattfinden, doch müssen je nach Planung zwei Container ausgestellt werden, schreibt die Stadt. Baubeginn ist für das drittel Quartal 2020 geplant und der Bezug Anfang 2022.

Kosten Insgesamt rechnet die Stadt mit Kosten von circa 3,1 Millionen Euro, plant jedoch noch 500 000 Euro für Unvorhergesehenes ein. Davon sind 2,8 Millionen Euro für den Neubau geplant und 250 000 Euro für Maßnahmen im Bestandsgebäude und rund 40 000 Euro für die zwei Container. Die Schaffung zusätzlicher Kita-Plätze wird nach dem Investitionsprogramm des Bundes „Kinderbetreuungsfinanzierung 2017-2020“ gefördert, schreibt die Stadt in der Sitzungsvorlage. Die Verwaltung rechnet mit 240 000 Euro Fördergeld.

Mit Zustimmung der Sitzungsvorlage wird die Verwaltung beauftragt, die Architektenleistung auszuschreiben.

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