Der Aurainchor setzte am Dreikönigstag den Rahmen für einen Vor- und Rückblick zum Jahreswechsel. Die Neujahrsmatinee in der Bietigheimer Kelter gehört zu den besonders beliebten Veranstaltungen in der Stadt. Die Plätze in der Kelter reichten kaum aus und viele lauschten an der Seite stehend dem Aurainchor sowie der Neujahrsansprache von Oberbürgermeister Jürgen Kessing.

Noch einmal griff der Aurainchor, der sich aus den ehemaligen Schulchören der Aurain-Realschule akquiriert hat, tief in die Kiste mit den besonderen Weihnachtsliedern und fischte ein englisches heraus, bei dem es um die unzähligen Sterne geht, die den Schnee beleuchten. Der Aurainchor ist facettenreich und tischt im nächsten Moment Auszüge aus Musicals auf oder blickt in die volkstümliche Seele von Johannes Brahms, der die Maid statt eines Rösleins einen Rosmarinbusch finden lässt.

In diesem Musikgarten fällt Kessings Rede auf besonders fruchtbaren Boden. „Man kann nicht in die Zukunft schauen aber man kann den Grund für etwas Zukünftiges legen, denn Zukunft kann man bauen“ zitiert Kessing den Schöpfer des „kleinen Prinzen“ Antoine de Saint Exupery. Ein Jahreswechsel sei keine Zäsur wohl aber eine Gelegenheit zurück- und vorauszublicken und sich zu vergewissern, wo man steht und wohin man gehen will. Das gelte für den Einzelnen und für die Gemeinschaft.

Viele Firmen fest verankert

Die vertrauensvolle Zusammenarbeit, die sich in Bietigheim-Bissingen zwischen den Unternehmen, den Wirtschaftsverbänden, den Vereinen, der Bürgerschaft und der Verwaltung entwickelt habe, gehöre „zu den Stärken unserer Stadt“, betonte Kessing und erklärte: „Auch wenn wir natürlich nicht immer einer Meinung sind, verbindet uns das Interesse an einer guten Entwicklung unserer Stadt. Ich weiß es sehr zu schätzen, dass so viele Firmen und Betriebe fest in unserer Region verankert sind.“

So viele Bürger wie schon lange nicht mehr hätten derzeit einen „guten, einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz. Die Handwerksbetriebe und ihre Firmen verzeichnen erfreuliche Bilanzen. Ihre Auftragsbücher sind gefüllt. Mit der guten Wirtschaftslage haben sich die Steuereinnahmen der Stadt im letzten Jahr nochmals erhöht und wir konnten Projekte umsetzen wie die Sanierung der Schillerschule und der Gymnasien“, erklärte Kessing.

Signalgeber für diese Investitionen seien auch die höhere Geburtenrate und der Zuzug von neuen Bürgern und Unternehmen. Damit verbunden sei die Aufgabe, grundsätzlich für Kinder und Jugendliche auszubauen. „Wachstum heißt Zukunft und wir leben in einer Stadt mit sehr viel Dynamik“, brachte es der OB auf denn Punkt. Im Blickfeld des Oberbürgermeisters lag natürlich das Thema Ausbildung. Kessing zeigte sich als starker Befürworter dualer Ausbildungssysteme. Der OB versprach auch, die Anstrengungen nochmals zu verstärken, so dass 2019 ganz Bietigheim zu einem schnelleren Internet kommen kann. Kessing: „Eine schnellere Datenübertragung ist heute das A und O des Wirtschaftslebens. Hier müssen wir konkurrenzfähig bleiben.“

Geschichte des Aurainchors


Seit 1985 besteht der Aurainchor. Ehemalige Mitglieder des Schulchors der Aurain-Realschule wollten auch nach ihrem Abschluss mitsingen und trafen sich am Samstagmorgen nach Unterrichtsschluss zur Probe. Es folgten regelmäßige Auftritte, etwa beim Sternlesmarkt. 2013 gründete der Ehemaligenchor einen Verein. bz